Karrierebarometer2014 ChartWie tickt die Kommunikationsbranche? Lieben die Mitarbeiter von Agenturen und Unternehmen ihren Job? Wie wichtig ist das Gehalt? Antworten auf diese Fragen gibt das „PR Karrierebarometer 2014“. Erste Ergebnisse stellte das PR Career Center (PRCC) am 20. September auf dem 6. Sommer Symposium in Düsseldorf vor. Demnach ist die Mehrheit der PR-Schaffenden mit ihrer aktuellen Tätigkeit sehr zufrieden (11 Prozent) oder zufrieden (46,8 Prozent). Der Anteil derjenigen, die nur teilweise zufrieden sind, beträgt mit 28,4 Prozent immerhin mehr als ein Viertel der Befragten. Addiert man die „Unzufriedenen“ (13,8 Prozent) hinzu, kommt man auf mehr als 40 Prozent, die mit ihrem aktuellen Job nur „teils-teils“ oder sogar „sehr unzufrieden“ sind. Gerhard A. Pfeffer, Gründer und Herausgeber des „PR-Journals“, unterstützt das Karrierebarometer seit der ersten Umfrage 2010. Er sieht in den bisher vorliegenden Ergebnissen für 2014 ein Potenzial für schlechte Stimmung in der Branche: „Wenn die Verantwortlichen nicht aufpassen und aus den nur ‚teils-teils-Zufriedenen‘ auch noch Unzufriedene werden, stehen die Arbeitgeber auf Agentur- und Unternehmensseite vor Problemen – speziell was die Rekrutierung guter Fachkräfte angeht.“

Was motiviert PR-Experten bei der Arbeit? Was schätzen sie? An erster Stelle kommen die Arbeitsinhalte, dann folgen die Aufstiegsmöglichkeiten. Die direkten Führungskräfte spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle. Erst an vierter Stelle kommt die Vergütung. Das Karrierebarometer hatte überdies die Präferenzen der Generation Y abgefragt, die heute die Mehrzahl der Bewerber und bald auch der Professionals stellt. Diesen PR-Schaffenden ist eine abwechslungsreiche Tätigkeit wichtig. Ihnen geht es darum, sich selbst zu verwirklichen. Weniger Wert legen sie auf einen sicheren Arbeitsplatz. Auch ausreichend Zeit für Familie und Freizeit kommt für sie nicht an erster Stelle.

Arbeitszufriedenheit hängt kaum vom Gehalt ab
Laut Auswertung des PRCC ist der Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Gehalt „sehr schwach“ ausgeprägt, der zwischen Arbeitszufriedenheit und der Region oder der Art des Arbeitgebers „nicht vorhanden“. „Durch die Umfrage ergibt sich ein aktuelles Gesamtbild der Branche. Erstaunlich fand ich, dass das Thema ‚Gehalt‘ so eine schwache Rolle spielt“, erklärte Daniel Brudniewicz, Junior Research Manager des PRCC, der die Studie betreut hatte.

649 Teilnehmer an der Online-Umfrage
An der Online-Umfrage hatten 649 PR-Schaffende teilgenommen. Davon hatten 252 die Fragebögen vollständig bearbeitet. 45 Prozent der Teilnehmer kamen aus Agenturen, 40 Prozent aus Unternehmen sowie 15 Prozent aus Verbänden, Ministerien und Kultureinrichtungen. Aus den Agenturen hatten mit 44 Prozent überwiegend Young Professionals geantwortet, aus den Unternehmen waren es mit 43 Prozent die Führungskräfte. 62 Prozent waren Frauen.

PR-Experten sind gut ausgebildet
Die heutigen PR-Experten sind überwiegend sehr gut ausgebildet. Wer sich einen Job in der Kommunikationsbranche verspricht, sollte mindestens einen Bachelor aufweisen. 71,3 Prozent der Teilnehmer hatte einen Abschluss als Master oder ein Diplom, 20,3 Prozent einen Abschluss als Bachelor. Nur 1,3 Prozent haben promoviert.

PRCC-Karrierebarometer bietet Orientierung
Das PRCC-Karrierebarometer soll Orientierung im sich schnell verändernden PR-Berufsfeld bieten. „Die Branche zeichnet sich dadurch aus, dass wesentliche Rahmenbedingungen im Wandel sind. Trends wie Digitalisierung, Vernetzung oder Interdisziplinarität – um nur einige Schlagworte zu nennen – bringen neue Jobprofile und Anforderungen mit sich“, so Thomas Lüdeke, Geschäftsführer der PRCC Personalberatung. „Mit dem überarbeiteten Karrierebarometer haben wir ein wertvolles Tool an der Hand, das den Vergleich der erhobenen Daten über mehrere Jahre ermöglicht“, erklärte Thomas Steinkamp, Professor am Institut für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück.

Karrierebarometer
Das Karrierebarometer befragt Beschäftigte in der PR-Branche regelmäßig zu ihrer Meinung zu Karrierethemen. Es ist ein gemeinsamer Service des „PR-Journals“, des Instituts für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück und des PR Career Centers. Die Erkenntnisse aus der Befragung sollen dazu beitragen, Ein- und Aufsteiger in der PR-Branche bei ihrer beruflichen Weichenstellung zu unterstützen. Die ausführlichen Ergebnisse des Karrierebarometers wird das „PR-Journal“ in zirka zwei Wochen veröffentlichen. Zum 6. Sommer Symposium des PRCC hat Helge Weinberg einen ausführlichen Kommentar im "PR-Journal" geschrieben.

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