Kommentare
Kerlikowsky über... den Europäischen Patienten Zypern
- Details
- Zuletzt aktualisiert am Samstag, 30. Juni 2012 21:16
- Veröffentlicht am Freitag, 15. Juni 2012 20:51

Dr. Horst Kerlikowsky
Die finanziellen Schwierigkeiten Zyperns sind nicht neu. Einige Banken wackeln seit längerem beträchtlich. Bereits einmal kam die Rettung durch einen Kredit von 2,5 Milliarden Euro, den Russland gab. Jetzt scheint in Moskau der Beschluss gefasst zu sein, einen weiteren Kredit von 3,5 Milliarden Euro zu geben. Zypern ist schließlich im Mittelmeer strategisch wichtig.
Die Kredite sollen die zyprischen Banken retten. Daran sind Russen stark interessiert, ist doch der griechische Teil der Insel ein Paradies für das Waschen von Schwarzgeld. Durch Zufall habe ich in Sotchi (Rußland) von einem amerikanischen Mafioso erfahren, wie mit russischen Partnern Spielbanken betrieben werden und Zypern die Drehscheibe für ihre Finanztransaktionen ist. Die Inselrepublik bietet das in der Schweiz und Liechtenstein nicht mehr mögliche Geschäft, ohne Kontrolle und wenig Steuern weltweit Geschäfte zu betreiben.
Bei den wirtschaftlichen Verhältnissen dürfte Zypern während der Ratspräsidentschaft keine großen Veränderungen in der EU anstoßen. Botschafter Korneliou spricht von sehr bescheidenen Zielen bei den Verhandlungen des Mehrjährigen Finanzrahmens 2014 bis 2020. Er hofft die Monate nutzen zu können, um für Zypern EU-Gelder sicher zu stellen.
Die EU dürfte der Republik Zypern aus Eigeninteresse entgegenkommen. Dass Großbritannien immer noch einen großen Militärstützpunkt im Süden der Insel unterhält, zeigt die strategische Bedeutung in Hinblick auf Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Ägypten. Problematisch sind die Beziehungen der Republik Zypern zur Türkischen Republik Nordzypern, die sich 1983 vom griechischen Teil der Insel abgespalten hat, nach einer Unabhängigkeitsproklamation 1983 nur von der Türkei anerkannt wird.
Der Botschafter hält es für die wichtigste Aufgabe, die stockenden Beitrittsverhandlungen der Türkei wieder anzustoßen, obwohl Ankara gedroht hat, bei der Ratspräsidentschaft der Republik Zypern die Beziehungen zur EU einzufrieren, weil bisher keine Lösung für die geteilte Insel erzielt wurde. Die Türkei, deren Wirtschaft geradezu brummt, muss sich bei der Schwäche vieler EU-Länder nicht beeilen, Mitgliedsland zu werden.
Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 15. Juni 2012
Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus: ETAGE Media Selection (Copyright: Dr. Horst Kerlikowsky).
Weitere Infos über ETAGE Publikationen und Kunst, Berlin - Telefon: (030) 3 27 52 10 oder (089) 39 02 12 - Telefax: (030) 3 27 53 67 - Website etage-info.de - E-Mail
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Als Leser vom "PR-Journal"/"agenturcafé" können Sie kostenlos zum Kennenlernen drei Ausgaben von ETAGE MediaSelection über
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
direkt formlos bestellen.
Sie finden unter anderen folgende Themen in der aktuellen Ausgabe:
Immobilien: In der Krise wollen betuchte Franzosen, Spanier, Italiener und Griechen ihr Geld durch Kauf von Immobilien retten. Vor allem London profitiert davon.
Neue Energien: Technisch und finanziell sind Solaranlagen und Windräder überwiegend ein Flop. Die Industrie will mit Steuergeldern das Projekt Desertec in Afrika realisieren.



