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Kerlikowsky über... hohe Schulden, die täglich höher werden
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- Zuletzt aktualisiert am Montag, 02. Juli 2012 19:25
- Veröffentlicht am Freitag, 29. Juni 2012 16:07

Dr. Horst Kerlikowsky
Weil Sie zu den rund 40 Millionen Einwohnern in Deutschland gehören, die berufstätig sind, entfallen von den 2042 Milliarden € oder 2,042 Billionen € Staatsschulden rund 51.000 € auf Sie. Innerhalb von 12 Monaten, von Ende März 2011 bis März 2012, sind Ihre Schulden um 2,1 Prozent höher geworden. Sie werden weiter steigen; denn auch im neuen Haushaltsjahr will Finanzminister Wolfgang Schäuble 18,8 Milliarden € neue Schulden aufnehmen.
Der Bundesfinanzminister ist allerdings nicht der einzige Politiker, der die Schulden weiter in die Höhe treibt. Von den 2,042 Billionen sind per 31. März die Bundesschulden inklusive der Extrahaushalte um 12,5 Milliarden € auf 1,286 Billionen € höher geworden – und sie steigen weiter. Die Bundesländer und ihre Extrahaushalte brachten es zu dem Zeitpunkt auf 622,7 Milliarden €; das waren vier Prozent oder 23,8 Milliarden € mehr als im Vorjahr. Die Gemeinden und Gemeindeverbände brachten es auf 4,7 Prozent bzw. sechs Milliarden € auf Gesamtschulden von 133,1 Milliarden €.
Die Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel und Schäuble verbreiten Optimismus. Sie sagen, dass bereits 2013 von der Bundesrepublik die Schuldengrenze im Rahmen des Fiskalpakts eingehalten werden wird. Sie vergessen dabei zu sagen, dass gemäß den Vereinbarungen zum Fiskalpakt nur die Neuverschuldung ab 2016 geringer werden soll. An Schuldenabbau ist bis dahin keine Rede.
Wir Steuerzahler müssen allerdings damit rechnen, dass vorher eine Bombe platzt, nämlich die Kredite und Bürgschaften, die von der Bundesrepublik an die Krisenländer gegeben wurden, nicht zurückgezahlt werden. Bereits gegenwärtig betragen diese Risiken mehr als eine Billion €. Diese sind auf die gegenwärtigen 2,04 Billionen € zu addieren. Dann ist die arbeitende Bevölkerung also nicht nur mit 51.000 € pro Kopf belastet, sondern mindestens mit 75.000 €. Wahrscheinlich werden es noch mehr sein, weil die Bevölkerungszahl von jetzt circa 80 Millionen sinkt. Aber dann wäre das Ende der Fahnenstange immer noch nicht erreicht; denn der Staat, und damit die Bürger, haben weitere 6 bis 8 Milliarden Schulden, die in der jetzigen Statistik nicht erscheinen; nämlich für Beamtenpensionen, unterlassene Instandhaltung des Volksvermögens wie Straßen, Brücken und andere Infrastrukturmaßnahmen.
Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 29. Juni 2012
Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus: ETAGE Media Selection (Copyright: Dr. Horst Kerlikowsky).
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