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DPRG + GPRA: Bildungschaos statt Bildungszukunft (ein Kommentar)
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Montag, 20. Juni 2005 02:00
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Die PR-Altverbände DPRG Deutsche Public Relations Gesellschaft, Bonn und GPRA Gesellschaft Public Relations Agenturen, Frankfurt am Main werden ihrer Verantwortung für die Branche nicht gerecht. Mit falschen Behauptungen und realitätsfremden Aktionen wird die Öffentlichkeit zudem massiv getäuscht.
Noch-DPRG-Präsident Jürgen Pitzer schreibt in seinem letzten Mitgliederrundbrief "intern“ vom Juni 2005 zum angeblichen Start einer gemeinsamen Initiative mit der GPRA zur Qualitätssicherung in der PR-Ausbildung: "Die bisherigen konkurrierenden Angebote von GPRA und DPRG verunsichern Bildungsinteressenten bei der Auswahl von Bildungsangeboten und verringern die Akzeptanz der jeweiligen Abschlüsse bei Arbeitsgebern in Agenturen, Unternehmen und Verbänden.“
Pitzer vermeidet beharrlich die Erwähnung der DAPR Deutsche Akademie für Public Relations, Frankfurt am Main, die die DPRG 1991 gemeinsam mit der GPRA gegründet hatte. Sie hat seither knapp 3.500 PR-Prüfungen mit einer topbesetzten Prüfungskommission durchgeführt. Die GPRA hat übrigens kein eigenes Angebot, sie ist "nur“ 33-Prozent-Gesellschafter der DAPR.
Nachdem 1995 die DPRG die DAPR-GmbH unbegründet verlassen hatte, begann diese (auch aus wirtschaftlichen Überlebensgründen) mit eigenen erfolgreichen Bildungsseminaren. Zum Jahrtausendwechsel versuchten dann zukunftsorientierte Vertreter der Verbände einen gemeinsamen Neuanfang. Die von den Professoren Osterheider und Szyszka für die DPRG ausgehandelte Einigung mit DAPR und GPRA wurde auf Initiative von Pitzer Ende 2001 nicht nur gekippt es wurden überraschend auch eigene DPRG-Prüfungen beschlossen.
Wenn also heute die verwirrenden Verhältnisse von Pitzer beklagt werden, so ist das pure Heuchelei und bewusste Irreführung der Branchenöffentlichkeit. Wenn man PR-Codices ernst nimmt, sollte dies ein Fall für den DPRG-Ehrenrat sein.
Zudem wird von Pitzer die eigene DPRG-Satzung negiert, in die er 2002 hineinschreiben (und beschließen) ließ, dass der Verband PR-Prüfungen für Personen in eigener Verantwortung durchführt. Anstatt nun offen und ehrlich eine Neuordnung in der Mitgliederversammlung zu beraten, aktiviert man im kleinen Kreis einen brachliegenden e.V.-Titel und umgeht somit eine öffentliche Debatte.
Die DPRG und ihr Präsident Pitzer haben bei der Neuordnung für PR-Prüfungen "übersehen“, dass es inzwischen - auch wegen eigener Versäumnisse einen weiteren Berufsverband gab: den Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP), Berlin. Dieser kann nach knapp zwei Jahren schon 1.700 Mitglieder vorweisen. Das sind so viel, wie die DPRG trotz Zusammenschluss mit 400 Mitgliedern aus dem Bereich innerbetriebliche Kommunikation heute noch selbst verzeichnet 1992 waren es 2.356 "eigene" Mitglieder.
Als Pflichtübung führte man ein vom DAPR-Präsidium empfohlenes Kontaktgespräch mit dem BdP. Danach verlangten Pitzer und sein "Bruder im destruktiven Geiste“ Andreas Severin von der GPRA ein "Einstandsgeld“ von 50.000 Euro, damit der Pressesprecherverband zusammen mit DPRG und GPRA die Prüfungszukunft hätte mitgestalten dürfen. Mit dieser völlig unrealistischen und unberechtigten Forderung (was bringen eigentlich die "Altverbände“ ein?) bleibt man nun gewollt unter sich. Und wo bleibt die Würdigung der 14-jährigen DAPR-Arbeit z.B. durch ihr Präsidiumsmitglied Severin?
So wird kein einheitliches Angebot für eine "Bildungszukunft“ geschaffen. Es wird eine weitere Aufsplitterung bei PR-Prüfungen provoziert - und wahrscheinlich nicht nur dort. Es würde nicht verwundern, wenn der BdP nun aufgrund der Pitzer/Severin-Aktion eine eigene Prüfung vorbereitet und dabei genau so erfolgreich am Markt operiert, wie mit seinen Verbands- und Kongressangeboten.
Natürlich werden die erwähnten Verbandsprofilisten ihre Hände in Unschuld waschen. Die Branche wird jedoch registrieren, wer dieses Bildungs-/Prüfungs-Chaos und das entstandene DPRG-Finanzproblem zu verantworten hat. Jürgen Pitzer tritt viel zu spät von der PR-Verbandsbühne ab. Und GPRA-Unterhändler Severin sollte künftig nur nach seinen Möglichkeiten eingesetzt werden. -fff-



