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Kerlikowskys Kommentar über... notwendige flexible Tarifpolitik
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Samstag, 05. Mai 2007 20:07
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Guten Tag! Am Tag der Arbeit, dem 1. Mai, feiern sich Gewerkschafter und Politiker selbst. Publikumswirksam wird dafür plädiert, den Arbeitnehmern einen „gerechteren Anteil“ am Wirtschaftswachstum durch höhere Gehälter und Löhne zuzugestehen; denn zweifellos haben die Beschäftigten durch höhere Sozialabgaben, sichtbaren und unsichtbaren Steuern, teilweisem Lohnverzicht sowie die Inflation größere Einbußen bei ihren verfügbaren Einkommen gehabt.
Arbeitgeber sehen die Problematik. Sie sind auch bereit, wie die gegenwärtigen Tarifverhandlungen zeigen, die Löhne und Gehälter um einige Prozent aufzustocken und einen „Konjunkturbonus“ zu zahlen. Das ist vernünftig; denn wer kann schon wissen, wie das Wachstum im kommenden Jahr sein wird. Ein neuer Krieg um Öl, sei er in Afrika, im Nahen Osten oder Asien, dürfte den Welthandel ins Stocken bringen und die Exporte aus Deutschland, denen wir den Aufschwung verdanken, gefährden. Aber auch der Zusammenbruch von Immobilienmärkten, wie er gegenwärtig in den USA, Spanien und Großbritannien gefürchtet wird, dürfte Wachstumshoffnungen zum Erliegen bringen.
Flexibilität ist dann bei den Unternehmen gefragt – und die muß auch bei Lohnen und Gehältern möglich sein. Prämien beim guten Geschäftsgang praktizieren inzwischen viele Unternehmen. Vor allem Mittelständler zeigen damit immer wieder, daß sie keine Ausbeuter sind. Sie können dann auch auf das Verständnis ihrer Mitarbeiter in schweren Zeiten rechnen.
Starre flächendeckende Tarifverträge sind in unruhigen Zeiten Gift für Unternehmen, genauso wie Kündigungsschutzgesetze. Wenn Gewinne schrumpfen oder Verluste entstehen, müssen auch Kürzungen bei Löhnen und Gehältern denkbar sein, also eine Flexibilität bestehen. Arbeitnehmer wissen das und haben es oft genug hingenommen; denn die Alternative Entlassungen mit hohen Kosten für Abfindungen kann eigentlich keine sein. Die Vorgänge bei der Deutschen Telekom sind nur ein, wenn auch drastisches Lehrstück. Daß nach den Reden zum 1. Mai wieder Vernunft in die Tarifdiskussionen einzieht, das wünscht uns allen Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 05. Mai 2007
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