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Nun auch Du, mein Freund Eon!
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Dienstag, 18. September 2007 00:53
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Die deutschen Stromkonzerne manövrieren sich selbst ins Image-Abseits. Das scheint ihnen aber genauso egal zu sein wie der Mineralölwirtschaft. Explodierende exorbitante Gewinne und ständiges Drehen an der Preisschraube auf Kosten der Verbraucher in beiden Branchen machen ihre führenden Manager wohl überheblich. Erst RWE mit dilettantischem Agieren, als damals zur Winterzeit 2005 die Strommasten im Münsterland reihenweise abknickten und die Menschen dort tagelang ohne Strom waren. Dann vor kurzem Vattenfall mit den verharmlosenden Aktionen bei den Atommeilerstörungen in Krümmel und Brunsbüttel. Und EnBW: dem freiwillig gegangenen Chef Utz Claassen war es wichtiger, in Pressemeldungen den (erworbenen) Professorentitel mindestens drei Mal vor seinem Namen stehen zu haben, als sich um preiswerte Stromversorgung zu kümmern.
Und nun auch E.on in Düsseldorf - Deutschlands größter. Aber weil abzockende Profitgier auch hier das Maß aller Dinge zu sein scheint, meint dessen Chef Wulf Bernotat (so nebenbei?): Strom sei in Deutschland eigentlich viel zu billig. Bei seinem Millionengehalt sicher, aber die deutschen Hartz-IV-Empfänger und Rentne sowie die energieintensiven Industriebetriebe sehen das sicher anders. Bei der Grundversorgung Strom ist mehr Kontrolle nötig und vor allem dürften die vier Quasi-Monopolkonzerne nicht länger Erzeugung und Verteilung in einer Hand behalten. Lieber früher als später sollte die Forderung der EU-Kommission nach Entflechtung (die Verteilernetze sollten wettbewerbsfördernd in andere Hände) umgesetzt werden. Ob die Berliner Regierung sich wohl traut?
Noch ein Wort zu den wieder mal steigenden Benzin- und Ölpreisen: jede kleine Krise auf dem Balkon oder sonstwo wird sofort als Preiserhöhungsargument mißbraucht. Obwohl doch das derzeit verkaufte Öl schon vor Wochen (also billiger) gefördert und verarbeitet wurde. Wenn dann die "Krise" vorbei ist, fallen die Preise aber nicht sofort und auf den Ausgangspreis zurück. Und schon hat man wieder ein wenig an der nach oben offenen Schraube gedreht. Auch hier könnte eine (internationale) Entflechtung sicher helfen, verbrauchergerechtere Preise zu bekommen. Auch wenn Strom- und Ölkonzerne dann statt fünf Milliarden "nur" noch vier Milliarden Dollar (oder Euro) Überschuß machen würden.
- Gerhard A. Pfeffer, Siegburg -



