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Kerlikowskys Kommentar über... die boomende Konjunktur
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Sonntag, 23. September 2007 00:27
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Guten Tag! In den letzten Wochen haben die meisten Bundesbürger begriffen, daß die „boomende Konjunktur“ nicht so „boomt“ wie von Politikern gesagt – und von Journalisten auch nachgeplappert wurde. Auch höhere Steuereinnahmen sind kein Zeichen für einen Boom, sondern für die Ausbeutung der Steuerzahler, die immer höhere Steuern und Abgaben zahlen müssen und dem Bund wie Ländern und Kommunen zu höheren Einnahmen verhelfen.
Getragen wird die Konjunkturentwicklung hauptsächlich vom Export. Sind die deutschen Unternehmen so erfolgreich im Ausland, so einerseits wegen des hohen technischen Standards und ihres guten Rufs als Lieferanten für Qualität und Zuverlässigkeit. Können die Unternehmen die Lohnkosten und Steuern wie sonstige Abgaben schultern, so weil sie zum großen Teil auf Zulieferer in Asien und vor allem in den mittel- und osteuropäischen Ländern zurückgreifen können. Dabei beliefern sich deutsche Unternehmen aus dem Ausland teilweise selber, nämlich mit Produkten ihrer ausländischen Tochter- oder Beteiligungsgesellschaften. Geschätzt wird, daß die deutschen Exporte zu einem Drittel aus den im Ausland produzierten Anteilen bestehen.
So ist es kein Zufall, daß die Zahl der Erwerbstätigen, die hauptsächlich für den Export arbeiten, seit 1995 im Verhältnis zum preisbereinigten Exportvolumen, das sich seit 1995 verdoppelte, langsamer stieg (Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 19.719.11). Anders ausgedrückt, die in Deutschland immer weiter steigenden Kosten für die Unternehmen werden immer stärker durch Produktionsverlagerungen ins Ausland oder Zukäufe in anderen Ländern kompensiert. Das ist die Ursache, daß die exportorientierten Unternehmen prächtig verdienen.
Politiker profilieren sich naturgemäß mit den bei Wählern gut ankommenden Sprüchen, daß die Arbeitnehmer ihren Anteil an den Erfolgen in Form höherer Löhne haben müßten. Sie vergessen jedoch, daß starke Lohnsteigerungen Unternehmen dazu veranlassen wird, mehr im Ausland zu investieren und aus dem Ausland mehr Zulieferungen zu beziehen. Das ist nicht gerade schön für die Arbeitnehmer, die Preissteigerungen und höhere Steuern und Abgaben verkraften müssen. Aber ohne steigende Zulieferungen aus dem Ausland wäre es für die deutsche Industrie unmöglich, Exportweltmeister zu bleiben. Daß solche Zusammenhänge auch Politiker und Gewerkschafter verstehen, das wünscht uns allen
Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 22. September 2007
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