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Es menschelt mal wieder
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Montag, 07. Januar 2008 15:06
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Manches erinnert an die Auseinandersetzungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL. Da treffen wohl zwei aufeinander, die nicht miteinander können: der Chef der Radeberger Gruppe, Ulrich Kallmeyer, und der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Dr. Richard Weber. Und da werden formale Forderungen wie die nach einer Direktmitgliedschaft in einem Verband vorgeschoben, um offensichtlich finanzielle Einsparungsmöglichkeiten zu kaschieren. Und über allem schwebt der Kampf der großen gegen die kleinen Brauereien. Aber wo liegen denn die Konflikte zwischen den kleinen und den großen Brauereien noch? Das Thema Einwegpfand, an dem der Verband vor Jahren fast zerbrochen war, ist politisch gelöst und alle haben sich mit der Situation arrangiert.
Alle Brauereien leiden unter dem Absatzrückgang und alle Brauereien – die großen sogar noch viel stärker – sind betroffen, wenn EU-Gesundheitskommissar Kyprianou so dürfte, wie er wollte. In einer solchen Situation braucht es starke Verbände und keine geschwächten. Erforderlich ist mannschaftliche Geschlossenheit, vor allem im politischen Lobbying. Die Erfahrungen zeigen nun einmal, dass eine hohe Repräsentanz eines Verbandes auch seine Einflussmöglichkeiten stärkt. Und sie zeigen auch, dass Einzelunternehmen es wesentlich schwieriger haben, ihre Interessen gegenüber der Politik durchzusetzen. Herr Kyprianou und Herr Seehofer zittern bereits jetzt, wenn die Herren Kallmeyer (Radeberger) oder Cramer (Warsteiner) bei Ihnen um einen Termin nachsuchen.
Oder könnte es sein, dass es „nur“ um die Höhe der Verbandsbeiträge geht. Was würde sich eigentlich durch eine Direktmitgliedschaft ändern – außer dass die Beiträge sinken? Wenn es aber um Geld geht, dann müsste sich das doch in einem Gespräch unter Männern (Entschuldigung, aber die deutsche Brauwirtschaft ist nun einmal männerdominiert!) regeln lassen. Aber da gilt dann wieder der Einleitungssatz: Es menschelt mal wieder. Wenn sich übrigens irgendwann Herr Kyprianou durchsetzt, dann wird natürlich wieder heißen „Der Verband hat versagt!“
Pit Burger, Köln



