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Kerlikowskys Kommentar über...Erfolgsstatistiken nach Ostblock-Methoden
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Freitag, 20. August 2010 14:23
- Geschrieben von Stefan d'Hone, Hamburg
Guten Tag! "Für viele Politiker ist die Statistik wie eine Straßenlaterne für einen Betrunkenen. Sie dient zum Festhalten und nicht der Erleuchtung", ist eine landläufige Erkenntnis. Sie soll vor allem die Bürger nicht erleuchten. Dazu müssen nicht einmal Statistiken gefälscht werden. Es genügt, neue Zahlen mit Vergleichszahlen zu verknüpfen, die ein positiveres Bild geben oder neue statistische Methoden einzuführen.
Es sei Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle mit der Feststellung zitiert: "Die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland nahm nach ersten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes im zweiten Vierteljahr ausgesprochen markant zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Vierteljahr 2010 gegenüber dem Vorquartal um 2,2 % und damit stärker als in jedem anderen Quartal seit der Wiedervereinigung vor 20 Jahren". Da staunt der Bürger erfreut.
Brüderle hat vergessen, darauf hinzuweisen, dass das erste Quartal 2010 mit einem Wachstum von 0,5 % ausgesprochen schwach war. Außerdem vergleicht man sinnvoller Weise Quartale mit denen im Vorjahr. Danach hätte das Wachstum im 2. Quartal nur 1,5 % betragen und nicht 2,2 %. Der Jubel über das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung kann auch aus einem anderen Grund keiner sein, denn das Bruttoinlandsprodukt lag auf der Basis von 100 im Jahr 2007 mit 98,6 noch darunter. Der Rückgang durch die Krise ist längst nicht kompensiert.
Gestört fühlen sich Politiker seit Jahren von dem Konsumentenverhalten. Die Kauffreude war seit der Mehrwertsteuererhöhung durch die Große Koalition zurückgegangen. Dadurch schrieb der Einzelhandel zumeist Umsatzrückgänge. Von Januar bis 30. Juli 2010 hat sich der Umsatz zwar nominal um 0,5 % erhöht, real jedoch, also nach Herausrechnung der Inflationsrate, um 0,4 % verringert. Eine neue Berechnungsmethode des Statistischen Bundesamtes zaubert daraus ein Plus von nominal 3,8 % und real von 3,1 %. Man befragt jetzt andere Unternehmen.
Mit der Maschinerie der Öffentlichkeitsarbeit können Politiker die Meinungen der Bürger leicht manipulieren. Diese nimmt kleine und größere Lügen hin. Leider auch Journalisten, die so etwa korrigieren sollten. So werden bald auch weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen auf uns zukommen, die uns als Sparpaket verkauft werden. Daß der Widerstand dagegen wächst, hofft wohl vergeblich
Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 19. August 2010
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