schulz-bruhdoel norbert-58(nsb) Die Posse hat ein Ende, Wulff ist zurückgetreten. Aber er wird uns noch eine Weile beschäftigen, weil die Staatsanwälte nun ihre traurige Pflicht tun – und das wiederum wird die berufsnotorisch Neugierigen in den Redaktionen weiter beschäftigen. Schon jetzt wird die Frage laut, ob dem Expräsidenten der „Ehrensold“ von 200.000 Euro plus 78.000 Euro Aufwandsentschädigung pro Jahr zusteht, den bereits vier seiner (ehrenwerten) Vorgänger kassieren. Rund eine Million Euro Jahr für Jahr lässt sich der Staat den unbesorgten Lebensabend der Herren Scheel, Weizsäcker, Herzog und Köhler kosten. Dabei gibt es einen Weg, den erst 52 Jahre jungen Wulff und seine Wulffin vom Geruch, sich vom Staat aushalten zu lassen, frei zu halten.

Haben die beiden nicht bewiesen, dass sie bestimmten Kreisen alles Geld wert sind? Da wären zum einen die völlig uneigennützigen Mäzene, die den Wulffs schöne Urlaube, schmissige Parties,  zünftige Wiesn-Besuche und richtig dicke  Autos ermöglicht haben. Wenn sich Christian Wulff und seine Bettina künftig als Ikonen für den gehobenen Lebensstil herumreichen ließen, hier und da bei den Reichen und Superreichen auf einer Party herumstehen oder sich bei einer Poolparty auch mal in Abendgarderobe ins Becken plumpsen ließen, das hätte doch honorablen Unterhaltungswert. Manfred Schmidt, dessen Adabei-Veranstaltungen durch die beiden Wulffs jüngst etwas Zweifelhaftes angediehen ist, müsste mit sich reden lassen.

Und wenn jemand Filmfinanzierer und ein gewiefter Kaufmann ist wie David Groenewold, dann weiß er um die Kraft der authentischen Story. Das Drehbuch ist ja fast schon geschrieben. Das Ehepaar Wulff könnte sich selbst spielen in „Aufstieg und Fall eines Kleinbürgers“. Das wäre die Win-Win-Situation für alle: Hier Berlinale, Cannes, Venedig, Roter Teppich, Blitzlichtgewitter, Schampus aus Damenpömps; richtig gute, wahre Unterhaltung im Kintopp dort. Und David Groenewold hätte gute Aussichten, endlich einmal einen erfolgreichen Film zu verantworten und könnte die Pleite abwehren.

Schließlich hätten auch bestimmte Medien nur Gutes zu erwarten. „Bunte“ und „Gala“ freuen sich bestimmt, wenn ihnen so wertvolles Personal wie die Wulffs weiter zur Verfügung steht, jedes verliebte Lächeln, jede händchenhaltende Pose sind ein Honorar wert. Auch „Bild“ kann nicht traurig sein, wenn die Zeitung, statt im Dung zu stochern, wieder den Glamour des hohen Paars in die Synapsen des Provinzbürgers pressen kann. Die Lebensbeichte des C.W. könnte Kai Dieckmann gewiss sprachlich aufwerten und in einer langen, langen Bild-Serie der geneigten Öffentlichkeit mitteilen.

Wenn dann auch noch die Buchrechte an der Story an den Bastei-Lübbe-Verlag verkauft sind, dann werden die Wulffs sogar das Geld haben, um ihre Klinkerburg in Großburgwedel gegen ein richtig hübsches Heim einzutauschen, in Marbella oder so. Auf Staatsknete sollten die zwei Hübschen nicht angewiesen sein.     

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