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Gerücht: Das Märchen von Thilo, Eva und dem Pawlowschen Hund
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Mittwoch, 01. September 2010 21:56
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
(nsb) - Es war einmal ein Mann, der hieß Thilo und war stolz auf seinen weißen Schnurrbart. Der ließ ihn wie einen Türken aussehen; und in Anatolien gelten Männer mit weißen Bärten als klug und weise. Es ärgerte den Mann aber sehr, dass niemand das wusste. Und so begann er, die Armen zu beschimpfen, wie faul sie seien und wie leichtfertig sie die Heizung aufdrehten, statt einen Pullover mehr zu tragen. Das hörte ein Hund, der von einem weißbärtigen Mann so abgerichtet worden war, dass ihn sofort der Heißhunger überkam, wenn er Geschimpf hörte.
„Heißa“, rief der Hund dem Mann mit dem weißen Schnurrbart zu, „was für eine leckere Schimpferei! Ich bin der Hund von Pawlow, und mich hungert nach noch mehr Geschimpf. Wenn Du mich reichlich damit fütterst, will ich Haufen davon in alle Welt setzen und mit ihrem Saft alle Sendemasten bepinkeln.“
Das hörte Thilo gern, und so zog er nicht mehr nur über die Armen, sondern nun auch über die Türken her, die so gerne kleine Kopftuchmädchen in die Welt setzen und nicht lernen wollen, anständiges Deutsch zu sprechen. Und der Pawlowsche Hund verdoppelte und vervielfachte sich, bis eine ganze Meute das Geschimpf in die Welt kacken konnte.
Da aber zog eine dunkle Wolke über dem Haupt des Thilo mit dem weißen Schnurrbart auf, und daraus schimpfte eine ärgerliche Stimme: „Ich bin die Es, die Pe und die De, in meinem Namen durftest Du Finanzsenator sein und den Sozialetat der Stadt Berlin kaputt sparen. Tue dies hinfort nicht mehr, sondern verbringe Deine Tage mit Geldzählen bei der Bundesbank!“ Welch ein tolles Geschimpf, dachten die Pawlowschen Hunde, als sie dies hörten und bespritzten auch damit die Welt.
Das ärgerte den Thilo. Da kam eine blonde Fee, die hieß Eva und tröstete ihn: „Gräme dich nicht. Du musst es machen wie ich und ein Buch schreiben, in dem du noch viel lauter schimpfst. Und wenn die Hunde Dir wieder treu werden sollen, dann musst Du nur einigen von ihnen ein paar große Happen davon hinwerfen, dann wird die ganze Meute Deine Worte wiederkäuen. Sag aber das Rechte, damit es gelingt, so wahr ich die Hermann bin!“
Der Mann mit dem weißen Schnurrbart tat wie ihm geheißen, und tatsächlich wuchs die Hundemeute weiter und kaute seine Worte, und der Mist wogte so hoch, dass die ersten Bewohner der Elfenbeintürme bangten: „Was ist das für ein ekliger Mist? Warum in aller Welt riechen nur wir, dass es stinkt?“ Die einfachen Menschen aber machten sich ein BILD davon und steckten sich die schmutzigen Worte hinter den SPIEGEL.
Der Thilo aber wurde übermütig und ließ es nicht beim Schimpfen, sondern probierte aus, ob er auch mit Lob den Hund füttern könnte. Und so bescheinigte er den Juden großherzig, sie hätten ein besonderes Gen, das sie von den blöden Türken unterscheidet.
Plötzlich begannen alle anderen zu schimpfen, sogar die Juden selbst, und die Pawlowschen Hunde überfraßen sich an dem überreichlichen Angebot. Die Brocken des Mannes mit dem weißen Schnurrbart interessierten nur noch wenige Köter, die anderen verrichteten über dem Thilo eine gewaltige Notdurft. Und auch die schwarze Wolke zog wieder auf, und Thilo stand ziemlich beschissen im Regen.
Da erschien die blonde Fee, die Eva hieß, noch einmal und sprach zu dem armen Mann: „Wie gescheit Du bist, du süßer kleiner Schnurrbartträger. Ich wusste, Du wirst die rechten Worte finden – so wie ich, als ich noch die Hermann war. Und zur Belohnung soll all der Mist, den die Meute über Dich gehäuft hat, zu purem Gold werden, auf dass Du sorglos leben kannst!“
So wurde der Mann mit dem weißen Schnurrbart durch sein Schimpfen reich und nörgelte weiter vor sich hin. Die untreue Meute hatte längst Geschmack an anderen Sachen gefunden. Und wenn sie nicht gestorben sind ...



