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Gericht: Konfitüre von grünen Tomaten und Weintrauben / Grüne Tomaten-Pickles
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Samstag, 09. Oktober 2010 20:09
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
(nsb) Vielseitiges Obst – grüne Tomaten müssen nicht im Kompost landen. Als die Spanier im 16. Jahrhundert die Tomate nach Europa brachten, begann ein unvorstellbarer Siegeszug. Obwohl schon die Maya aus der Wildform einige Dutzend Gemüsesorten gezüchtet hatten, standen die Tomaten rund 150 Jahre schön, aber nutzlos in den Ziergärten der Fürstenhöfe herum. Erst um 1700 entdeckte ein Koch am Hof der spanischen Vizekönige in Neapel die kulinarischen Qualitäten der Pomi d’oro – der Goldäpfel.
Damals waren die Früchte nämlich noch gelb wie die Urform. Später entstanden immer neue Sorten, vor allem rote. Heute soll es angeblich über 3000 davon geben. Wer den Geschmack einer sonnengereiften und frisch geernteten Tomate kennt, muss angesichts des üblichen Marktangebots in Schwermut versinken. Auch wenn die holländischen Züchter viel gelernt haben – noch immer merkt man ihren makellosen Früchten allzu deutlich an, dass sie zu 95 Prozent aus Wasser bestehen.
Darum sind Tomaten das liebste Pflegegut des Hobby- und Balkongärtners. Wenn nicht die Kraut- und Stängelfäule zuschlägt, gibt ein Tomatenstock mehrere Kilo Früchte her. Ärgerlicherweise reifen in unserem Klima viele davon nicht mehr aus – spätestens Mitte Oktober ist es mit der Tomatenernte vorbei. Aber nicht ganz; denn auch mit den grünen, unreifen Früchten lassen sich Leckermäuler verwöhnen:
Konfitüre von grünen Tomaten und Weintrauben
750 g grüne Tomaten, 250 g weiße Weintrauben (am besten kernlos), 350 sehr guter Gelierzucker („3 zu 1“), ½ TL Salz, ½ TL schwarze Pfefferkörner, ½ TL gemahlener Zimt, 2 Gewürznelken, 4 Pimentkörner, 1 Messerspitze Muskatblüte, 4 ccm Rum
Tomaten und Weinbeeren grob hacken, mit dem Gelierzucker gut mischen. Die Gewürze mit dem Salz im Mörser fein zerreiben, zur Fruchtmasse geben. Bei kräftiger Hitze unter Rühren aufkochen und unter ständigem Rühren drei Minuten kochen lassen. Den Rum zufügen, unter Rühren noch einmal drei Minuten kochen. – Sehr heiß in Marmeladengläser füllen, sofort Deckel aufsetzen und fest verschließen.
Grüne Tomaten-Pickles
1 kg grüne Tomaten, 400 ccm guter Weißweinessig, 100 ccm Wasser, 25 g Salz, 150 g Zucker, 50 g frischer Ingwer, zerkleinert; 1 EL helle Senfkörner, 1 TL schwarze Pfefferkörner, 6 Pimentkörner, 10 Wacholderbeeren, 2 kleine getrocknetet Chilischoten (Vogelpiment), 2 Lorbeerblätter
Die Tomaten (kleine Früchte sind besser) rundum mit einer Nadel anstechen. Essig und Wasser zusammen mit allen Würzmitteln aufkochen, fünf Minuten sieden lassen. Die Tomaten zugeben, unter Rühren aufkochen und drei Minuten kochen lassen. Die Früchte sehr heiß in Einmachgläser füllen, mit dem Sud bedecken, fest verschließen.
Wer sicher gehen will, kann sowohl die Konfitüre als auch die Pickles sterilisieren: Dazu einen großen Topf mit soviel Wasser füllen, dass hineingestellte Einmachgläser zu zwei Dritteln bedeckt werden. Erhitzen und ca. 40 Minuten kochen. Langsam abkühlen lassen und die Gläser etikettieren. Auf diese Weise halten sich die Delikatessen jahrelang.
Noch ein Wort zur angeblichen Giftigkeit grüner Tomaten: Der Gehalt an Tomatidin schwankt je nach Sorte und Standort. Empfindliche Menschen reagieren mit Kopfschmerz und Übelkeit darauf. Allerdings müsste ein Erwachsener ein Kilo grüner Früchte verzehren, um eine Wirkung zu verspüren. Dazu ist unsere Konfitüre zu süß und sind die Pickels zu sauer.



