Schebens Karriererat

Pfeffer: Bürger-Kommunikation und TV-Duelle

Die nächsten Wochen werden publizistisch grausam (ein Glück, dass der Wahlkampf nur kurz sein wird): wir bekommen zwar nur ein Spitzenduell - aber dafür eine "Elefantenrunde" und viele andere Polit-Diskussionen. "medienhandbuch.de" fragte am 4. August NPP-Chefredakteur Gerhard A. Pfeffer u.a. nach seiner Meinung zu den TV-Duellen. Hier einige Auszüge:

medienhandbuch.de: Verstehen Sie die jeweiligen Einstellung der beiden Kontrahenten bei der TV-Duell-Vereinbarung und die Vorgeschichte aus PR-Sicht?

Foto: PfefferGerhard A. Pfeffer: Nein. Mir kommt das langsam vor wie bei kleinen Kindern im Sandkasten beim Sandkuchenkaputthauen. Wir haben Riesenprobleme mit Gesundheit und Steuern, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, sozialer Gerechtigkeit und internationaler Sicherheit - und die (ihre "Sprecher") kloppen sich um Termine. Und bei der früher unsäglichen "Elefantenrunde" dürfen auch Stoiber, Fischer und Westerwelle mitmischen. Das geht dann wie früher bei Johannes Groß' (guter) Moderation, der treffend aber wirkungslos sagte: "Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.".

medienhandbuch.de: Das letzte TV-Duell Schröder gegen Stoiber hat angeblich nicht viel bzw. nichts bewirkt auf die tatsächliche Wahlentscheidung. Stimmt das? Welche Macht haben TV-Duelle heute?

Gerhard A. Pfeffer: Eine überschätzte "Macht". Niemand wird beweisen können, dass die Schröder-Stoiber-Duelle für die rot-grünen 6.000-Mehrstimmen 2002 verantwortlich waren. Ohne die konsequente, weil für Deutschland gute, Irakpolitik hätte Schröder nicht gewonnen (den Sieg hat er erst danach "vergeigt"). Die für Bush verlustreichen Rededuelle mit Kerry haben diesem auch nicht genützt. Und auch Heide Simonis konnte nicht gewinnen (trotz schlechter Vorbereitung) und selbst Peer Steinbrücks gute Auftritte gegen Jürgen Rüttgers brachten dem Unverbindlichen den Wahlsieg. Es ist mir zu wenig, wenn die TV-Duelle zumindest keinen Schaden anrichten. Eine von Frank Plasberg (WDR) moderierte "Hart aber fair"-Bundes-Diskussion würde mehr bringen, da hätten übercoachte In-diesem-unserem-Lande-Schwätzer (sowohl als Fragende als auch als Antwortende) keine Chance.

medienhandbuch.de: Was würden Sie Schröder bzw. Merkel jeweils für die TV-Auftritte empfehlen?

Gerhard A. Pfeffer: Weniger Rituale, mehr Spontaneität. Das liegt aber nicht nur an den Politikern sondern auch an unseren überperfektionierten Sendern - wehe da knallt mal eine Birne durch oder ein Stuhl fällt um. Diese Fragerunden (ob öffentlich-rechtlich oder privat) sind viel zu formal. Fragen und Antworten wirken wie einstudiert - die ganze Studio-Atmosphäre ist viel zu steril. Bloß keine Fehler machen - scheint die oberste Maxime zu sein. Die beiden sollten sich mal wie im normalen Leben, z.B. bei einer "Stammtischrunde", mit den Moderatoren oder Wählern unterhalten. Und dann bitte einfache verständliche, ehrliche Antworten. Und Fakten, Fakten - kein Versprechungs-Repetitorium.

medienhandbuch.de: Wie wichtig ist heute in der so genannten Mediendemokratie das visuelle Auftreten der Politiker im Vergleich mit den eigentlichen, kommunizierten Inhalten?

Gerhard A. Pfeffer: Leider ist das Drumherum wichtiger geworden als die Inhalte - noch. Daran sind aber auch die vielen Berater mitschuldig. Jeder muss ja seine Existenzberechtigung und Wichtigkeit nachweisen. Merkel und Schröder sollten sich besser selbst "darstellen" - sie sind doch keine Marionetten. Weniger Spin-Doktoren-Reinschwätzerei wäre besser. Die Bürgerinnen und Bürger merken das und lassen sich nicht mehr "vorführen". Man mag es beklagen, aber Gysi und Lafontaine finden auch deswegen Zulauf, weil sie sich selbst glaubwürdig präsentieren - auch wenn (oder weil) sie nicht für das einstehen müssen, was sie versprechen. Trotz aller Medienmacht: das Internet und vor allem die Weblogs werden verstärkt zu mehr Demokratie beitragen. Das ist die große Chance - und Hoffnung. Ich finde das prima! Die Menschen informieren sich direkt, artikulieren sich auch selbst online und suchen halt dort den Dialog - und die Glaubwürdigkeit

Anmerkung:

In der Kolumne "Pfeffer & Salz" werden in unregelmäßiger Folge Unternehmensberater Mathias Scheben und NPP-Chefredakteur Gerhard A. Pfeffer ihre Meinung zu (PR-)Themen und Ereignissen der Zeit und unseres Kommunikationslebens veröffentlichen. Scheben liefert das Salz (in der Suppe) und Pfeffer halt seine Pfeffer(eien). Die beiden wollen damit auch zum Nachdenken anregen. Gerne können auch andere Autoren mitmachen, die sich berufen fühlen, auch noch ihren Senf (dann könnten wir ja den Kolumnentitel noch erweitern) dazu zu geben.

Kommentar schreiben

Kontakt

Herausgeber:
Gerhard A. Pfeffer (seit 2004/1996)
Lendersbergstrasse 86
53721 Siegburg
Telefon: +49 (0)2241 201.30.60
Telefax: +49 (0)2241 201.30.61
Mobilfon: +49 (0)160 94.63.57.77
E-Mail: redaktion[at]pr-journal.de, gerhard[at]pfeffer.de

Verlag:
Epikeros PR-Portal Ltd., Siegburg

Monats-Statistik

April 2012:

(jeweils in Klammern kumuliert seit Januar 2012)

(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken etc.)

37.594 Visits (179.008 Jan.-Apr.)
1.253 Tagesdurchschnitt
103.905 PageImpressions (483.038)
06:03 Minuten Besuchszeit
2,8 Seitenaufrufe je Besucher
12 Kommentare (54)
1.102 Klicks für den meistaufgerufenen Artikel (Heiko Kretschmer: "10 Jahre nach Hunzinger – Eine Zwischenbilanz zur ethischen Normierung von Public Affairs.") Klickstatistik hier.

Social Media-Kontakte (gesamt: 9.542):

5.576 Twitter-Follower
1.838 Facebook-Freunde
754 Personen-Kontakte über Google+
1.039 Follower bei Pinterest (8 Boards, 50 Pins)
335 Xing-Direktkontakte

Newsletter-Statistik 

11.997 NL-Empfänger im Verteiler ("angekommen" lt. Bounce-Management von CleverReach, Oldenburg)
2.169 NewsL. geöffnet (= ca. 18 %)
2.179 Klicks auf Meldungen im NL (= ca. 49%)
55 Abonnenten lesen NL über ISSUU (4.613 Artikelaufrufe)
349 Einzelmeldungen (1.517)
18,4 Meldungen je Arbeitstag
3 Newsletter-Ausgaben (15)

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.

Datenbanken-Statistik:

1.654 Einträge PR-Agenturen und -Berater
409 Einträge Dienstleister im PR-Bereich
125 Ausbilder im PR-Bereich
137 Teilnehmer am PR-Ranking 2011
1.368 Einträge PR-WebsiteCheck

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

47 Stellenangebote (198)
3 Stellengesuche (31)

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jahres-Statistik

Januar - Dezember 2011:

(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken, agenturcafe etc.)
481.000 Visits
1.318 Tagesdurchschnitt
1.312.757 PageImpressions
3.597 Tagesdurchschnitt
13:24 Min. Besuchszeit
2,73 Seitenaufrufe je Besucher
145 Kommentare
Rang 185.248 bei alexa.com weltweit
Rang 12.169 bei alexa.com in Deutschland
421 Seiten verlinken lt. alexa.com auf pr-journal.de 
5.210 Follower auf den 3 PRJ-Twitter-Seiten
1.476 Tweets auf den 3 Twitter-Seiten
1.753 Freunde auf den 3 PRJ-Facebook-Seiten
560 Personen haben die 3 PRJ-Seiten in ihren Kreisen von Google+

Menupunkt-Aufrufe seit Dezember 2004:

102.055 Impressum
86.852 Werbung + Medien-Infos
62.418 Medien-Partner

Newsletter-Statistik 

Jan.-Dez.2011:
15.686 NL-Empfänger (Stand: 31.12.2011)
3.936 Einzelmeldungen 01.-12.2011
15,2 Meldungen je Arbeitstag
seit Dezember 2004:
318 Newsletter-Ausgaben (86 Monate)
27.637 Einzel-Meldungen
30.248 Aufrufe Newsletter-Archiv
14.183 NL-Bestellbestätig.
112.105 RSS-Newsfeeds-Bestellseite

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.

Datenbanken-Statistik:

auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

auf der eigenen Startseite