Schebens Karriererat
Salz: Endzeit für Mega-Events?
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Mai 2006 02:00
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Der müde Kick der deutschen Elitefußballer, mit zwei Toren aus Freistößen gegen ausgeschlafen aufspielende Japaner und mit drei Toren aus Freistössen gegen die Zweite-Klasse-Kicker aus Kolumbien (die Besten blieben zuhause und spielten um die nationale Vereinsmeisterschaft), führt erneut zur Frage, ob diese so genannte Weltmeisterschaft in Deutschland überhaupt stattfinden muss. Und da nun die Hoch-Zeit der Stammtisch-Kommunikation anbricht, nehme ich den Flop von Leverkusen und den Augenwisch von Mönchengladbach bis zum Beweis des gegenteils zum Anlass, von der bevorstehenden Endzeit für Mega-Events zu reden. Ist dergleichen logistisch, materiell, kommunikativ und ethisch überhaupt noch zu bewerkstelligen? Müssen die Menschen per Kommunikation – und da ist den Machern jedes Mittel recht – zu amorphen Massen degenerieren, um sich dann bei enttäuschenden Erlebnissen um ihre künstlich erzeugte Euphorie betrogen zu fühlen? Muss eine Fußball-WM als 3-Wochen-Turnier laufen?
Über vier Jahre gestreckte Spiele in Weltligen mit abgestuften Klassen à la Bundesliga oder ein angemessenes K.O.-System würde auch die vermeintlich weltbeste Mannschaft ermitteln. Und das auch noch mit höherer Validität. Dann müssten die Fans nicht so viel reisen, nicht so viel Geld opfern, die Macher würden nicht so viel einspuriges und großspuriges kommunikatives Getöse veranstalten und um die Sicherheit wär’s uns auch nicht gar so bange.
Mit welchem Image Deutschland aus dieser WM herausfindet, das weiß der Himmel, aber die Zeichen stehen schlecht. Und wie es in vier Jahren in Südafrika wird, das steht in den Sternen. Was wäre die Welt ohne Fußball-WM? Liebenswerter.
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