Schebens Karriererat
Verhalten des PKV ist auch ein PR-Skandal
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober 2006 12:42
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Nun wirft auch die Bundesregierung dem PKV (Verband der privaten Krankenversicherung) massenweise Fälschung von Unterschriften eigener Mitglieder vor (die von den Briefen meist nichts wussten). Diese Lobby-Politik (und damit Öffentlichkeitsarbeit) ist höchst unethisch und offenbart ein mieses Demokratieverständnis. Der PKV-Organisator Volker Leienbach spricht von Einzelfällen - peinlich! (Infos hier in tagesschau.de)
Ausgelöst wurde der skandalöse Vorgang u.a. durch eine Erklärung von Marlies Volkmer, MdB (SPD): Die Private Krankenversicherung (PKV) ist durch effektive Lobbyarbeit und die schützende Hand der CDU von der Gesundheitsreform weitestgehend verschont geblieben. Trotzdem treffen seit zwei Wochen körbeweise Protestbriefe von empörten Privat-Versicherten in den Büros der Bundestagsabgeordneten ein.
Jetzt berichtet der SPIEGEL, dass der Verband der PKV diese Protestbriefe nicht nur selbst verfasst hat. Vertriebs- und Innendienstmitarbeiter werden unter Vorgabe eines Plansolls genötigt, „Reformopfer“ zur Absendung von Protestbriefen zu bewegen. Das Porto ist auch schon bezahlt.
Marlies Volkmer, MdB und Mitglied des Gesundheitsausschusses ist empört über dieses Vorgehen der Lobbyisten: „Interessenvertretung ist konstitutioneller Bestandteil der Demokratie. Lobbyismus, der sich solch unmoralischer Methoden bedient, ist jedoch eine Gefahr für die demokratische Kultur in Deutschland."
Die CDU müsse sich fragen lassen, ob sie weiter ihre schützende Hand über die PKV hält. Noch sei es nicht zu spät, dass auch die PKV einen Beitrag für die solidarische Finanzierung unseres Gesundheitswesens leistet.
Dr. Marlies Volkmer, Mitglied des Bundestages, www.marlies-volkmer.de.



