Schebens Karriererat
Die Kunst des Weglassens für Unsereins
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Montag, 31. März 2008 14:07
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Vieles ist entbehrlich auf dieser Welt, von Spielereien wie „Wetten das…?“ bis zu den olympischen. Jedem fällt, so er kritisch nachdenkt, eher mehr als weniger ein, was ohne Not unterbleiben könnte. Fast immer ist weniger mehr, denn der Mangel ist der Vater aller Dinge, der Überfluss zeugt allerlei Unding. Wenig ist wirklich wichtig, und noch weniger ist dringlich. Bleiben wir bei unserem Metier, der Sprache, zumal der geschriebenen: Auf Speise(n?)karten, den tabellarisch angeordneten Ankündigungen für und von Lebenskultur, ist immer wieder allerlei zu viel: „Rote Bete“ hat oft drei „e“, welche Verschwendung! Falsche Schreibweisen für „Crème Brûlée“ auf deutschen „Menüs“ und „Menues“ gibt es in Überfülle.
Ob’s Omelett oder Omelette lautet, entscheidet sich wohl, wenn es mehr davon werden. Nicht unwesentlich auch der Überfluss beim Missbrauch der deutschen Grammatik: Im Falle des Genitivs ist manchem fraglich, ob vorm „s“ ein Apostroph fehlt. Entbehrlich hängt’s auch herum auf Plakaten und in Anzeigen, wenn es unerbittlich „auf’s Neue“ das „da“ von „das“ zu ersetzen sucht.
Junge Kietzdeutsche haben mit derlei Überfluss kein Problem. Sie verrappen die Sprache und lösen das Problem vorneweg durch dessen Vermeidung: Sie lassen, dem Döner sei Dank, weg, was sie nicht können. „Musstu Kontrolle haben“ – geht doch!
Wie nun üben wir uns in der Kunst des Weglassens? Oh W! Wir machen einen bescheidenen Anfang und verkleinern das große W mit fettem weißem Filzstift auf den zahllosen, nein zahlreichen „Herzlich Willkommen“-Schildern in Hotels, auf Messeständen oder in Seminarräumen. Und bei der Power Point-Präsentation lassen wir am Ende endlich den letzten Chart weg - „Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit“.
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