Schebens Karriererat
Gebt den Hidden Champions eine Chance!
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Mittwoch, 18. Juni 2008 18:02
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Die Personaldecken der großen Kontrahenten sind dünn. Viele wurden und werden immer wieder in aller Öffentlichkeit verletzt, manche auf dem vermeintlichen Karrierekurs kommunikativ zu früh verschlissen, so dass sie nie zum erstrebten Einsatz kommen. Wieder andere übertreiben das Training, überschätzen sich, machen strategische und taktische Fehler, auch tollpatschige. Nicht wenige üben ohne wahres Können und ohne ausgleichenden Coach so lange, bis sie das Abstellgleis erreicht haben. Nicht weniger nachteilig wirkt, dass die wenigsten mit den Massenmedien umzugehen wissen, die allerwenigsten sind überzeugende Rhetoriker. So vergrault man Freunde und Verbündete, geht öffentlich unter, bevor man groß rauskommen kann. Die Rede ist nicht vom Fußball und den Seinigen.
Ich schreibe von Kanzlerkandidaten. Wen will die SPD denn küren? Der eine wird als verbraucht gehandelt, bevor er gebraucht werden könnte. Den wenigen Alternativen mangelt es an Bodenhaftung, an Fans und Verbündeten. Allen fehlt es an Fortune und positiver Ausstrahlung. Von Charisma ganz zu schweigen. Bezüglich dessen hat auch die CDU niemanden zu bieten, die derzeitige Platzhalterin eingeschlossen, von der CSU erst gar nicht zu reden. Wie also lassen sich Kandidaten finden und küren, die den Wettkampf um die Gunst der Wähler wirklich gewinnen können? Wie wäre es mit einer Auswahl à la USA: Lasst die Parteimitglieder im öffentlichen Diskurs entscheiden, wer für die Partei zum Bundestagswahlkampf ins Feld ziehen soll! Die dabei aufgebauten Spannungsbögen bringen nicht nur Zulauf in Mitgliederlisten und Mitgliedsbeitragskassen, derlei sinnvolles Spektakel steht auch für faire Basisdemokratie.
Nun wird nicht jede Partei einen „Obama“ im Hinterland entdecken, aber Unverbrauchte für eine begrenzte Zeitdauer bundesweit zu positionieren – ohne dass sie derweil durch in Amt und Bürden des politischen Alltags gemachte Fehler bundesweit an Würde einbüßen – das wäre die Chance für die versteckten Größen der großen Parteien. Die klassische Ochsentour hält niemand mehr durch: Die mediale Begleitung und Ausleuchtung macht im klassischen Verfahren jeden Kandidaten auf Dauer kaputt, bevor er seine Chance hatte.
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