Schebens Karriererat
PR-Gala mit Gutmensch Gauck und Gernegroßen
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Samstag, 18. September 2010 21:27
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Den Preis des Besten hätte Sascha Hingst vom RBB verdient gehabt, weil er am Freitag, den 17. September, die Gala zum 40. (nun „ Internationalen“) Deutschen PR-Preis, so pfiffig überzeugend und professionell fröhlich moderierte. Mehr davon, bitte. Doch da war Joachim Gauck, der Preisträger „Kommunikator des Jahres“, für den es nicht enden wollende „Standing Ovation“ gab und der mit altersweiser Lockerheit den Youngsters der PR-Branche eine freie Rede hielt, die sich mitzuschreiben gelohnt hätte.
Fazit: Überfordert Euch mit Euren Karrieresehnsüchten nicht, bleibt beim beruflichen Ehrgeiz „bei Euch“, sorgt für Bodenhaftung, nehmt Euch zurück und lasst auch mal andere vor. Nie erlebte man einen „glücklicheren Verlierer“ (O-Ton Preisträger Gauck mit Hinweis auf die Wahl zum Bundespräsidenten) und einen sympathischeren und überzeugenderen Redner. Geschickt und gut ausgewählt war BMW mit Chef Norbert Reithofer als Gewinner des „Deutschen Image-Awards“. Sogar an DPRG-Präsident Ulrich Nies als Mitmoderator auf der Bühne gab es überhaupt nichts auszusetzen.
Kritik gilt freilich der Fülle der Finalisten (56) und den mit gefühlten 21 überreichlich sezierten PR-Leistungs-Kategorien des Abends. Zu den oben erwähnten Sonderpreisen gab es also wahrscheinlich 21 Sieger, plus Extra-Ehrung für Mitarbeiterpublikationen, für beste Absolventen (PZOK), zuzüglich Junior Award. Nur wer die Broschüre zum Abend hatte, kriegt die Fülle der Hofierten noch irgendwie aufgereiht, ansonsten war der Überblick getrübt.
Das Schlimme aber ist, dass keiner der Finalisten und Preisträger - PR-Agenturen jeder Größe - mit seinen ausgezeichneten Kampagnen Deutschland wirklich gerockt hat. Wenn der Reihe nach Programme und Projekte, Ideen und Initiativen vorgestellt werden, von denen auch aufmerksamste Zeitgenossen - nicht einmal solche der eigenen Branche - noch nie gehört haben, dann kann an den Kriterien der noblen Jury etwas nicht stimmen.
Wie wär’s statt des ermüdenden Marathons der- 21 oder so - Preisträger mit Auszeichnungen für die, die Deutschland mit ihren PR-Aktivitäten wirklich bewegt haben? Die kleinteiligen Dinge könnten durchaus seriös und positiv auf regionaler Ebene belobigt werden – dann hätten die Landesverbände der DPRG auch einmal Anlass, im Jahr etwas Erkennbares zu leisten. Dass der „Deutsche PR Preis“ nun ein internationaler ist, das kann man sich eh sparen. Weniger ist oft mehr. Auch in diesem Falle.
Mathias Scheben, Kommunikationsberater, Rengsdorf, www.scheben-kom.de



