Literatur

Antes: MarkenMacht Jugendarbeit

von Thomas Mavrides, Unteruhldingen/Bamberg

Der Trend zur Markenbildung hat die Grenzen des ökonomischen Bereichs überschritten. Waren es früher hauptsächlich nur die Unternehmen der Konsumgüterindustrie, die Marken für ihre Produkte schufen, so hat sich heute das Branding über Dienstleistungsunternehmen auch auf den Non-Profit-Bereich ausgeweitet. Kirchen, Hilfsorganisationen, Universitäten und politische Parteien versuchen über Markenkommunikation Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Auch die Jugendarbeit hat dieses Thema für sich entdeckt. Mitte 2004 veranstaltete die Jugendstiftung Baden-Württemberg in Ulm einen Fachtag zum Thema Markenbildung in der Jugendarbeit. Aus dieser Tagung ist ein Sammelband in der von der Stiftung herausgegebenen Buchreihe "Kooperation Jugendarbeit und Wirtschaft“ entstanden.

Unter dem Titel "Die Marke mit Leidenschaft als besondere Chance der Jugendarbeit" geht Monika Hubbard einführend auf Unterschiede zwischen Marken des Profit- und des Non-Profit-Bereiches ein. Marken seien Sympathieträger und das mache sie für die Wirtschaft so interessant, weiß die Expertin für Markenkommunikation. Eine Marke habe eine Persönlichkeit, zu der die Kunden eine emotionale Bindung aufbauen. Die Marke sei damit mehr als das bloße Produkt. Marken der Jugendarbeit wollen die Aufmerksamkeit der Jugendlichen, der Kommunen und der Öffentlichkeit gewinnen. Nicht zuletzt wolle sich die Jugendarbeit mit Hilfe von Marken auch verstärkt als Partner der Wirtschaft positionieren. Mit einer Marke verbinde sich Leidenschaft und darin liege eine besondere Chance für die Jugendarbeit. Typisch für die Jugendarbeit sei ihr Erlebnischarakter, der sich besonders gut zur Markenbildung eigne. Einzelne Tätigkeitsfelder als eigene Marken aufzubauen, sei jedoch nicht sinnvoll und nur wenig Erfolg versprechend. Die übergeordneten Träger, Jugendhäuser oder Vereine, sollten Hubbards Einschätzung zufolge als Dachmarke aufgebaut werden, unter denen dann die einzelnen Aktivitäten geführt und kommuniziert werden.

Die Podiumsdiskussion der Fachtagung mit fünf verschiedenen Akteuren aus Forschung, Politik und Wirtschaft erbrachte fünf Beiträge zum Thema "Jugendarbeit als Marke - Partner oder Bittsteller der Wirtschaft", die sich direkt an Hubbards Einführung anschließt. Wolf-Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit, warnt ähnlich wie Hubbard davor, im Überschwang alles, was in der Jugendarbeit getan wird, inflationär mit dem Begriff Marke zu versehen. Claus Eiselstein, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg, geht in seinem Aufsatz auf das Projekt &dbquo;Kooperation Jugendarbeit und Wirtschaft“ ein. Er sieht keinen Grund dafür, sich vor einer Ökonomisierung des Sozialen zu ängstigen. Vielmehr müsse man Ökonomisierung von Kommerzialisierung abgrenzen. Monika Hubbard nimmt noch einmal Stellung zu den Herausforderungen der Markenkommunikation: Die Professionalität des Non-Profit-Bereichs nehme zu – auch weil sie zunehmen müsse. Robert Pakleppa, Mitglied der Geschäftsführung Synergie GmbH Lindau berichtet in seinem Beitrag, dass seine Kunden und Partner in erster Linie die Wirkung ihrer Bildungsinvestitionen gesichert wissen wollen, jenseits methodischer Moden – das gelte für Einzelpersonen wie Organisationen, für Jugendämter wie Unternehmen gleichermaßen. Neben allgemeinen Qualitätsstandards ist Authentizität sein Postulat. Eckart Woischnik, Leiter des Referates Jugend im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg, beschreibt das Ziel der Politik: die Jugendarbeit im Kontext der Gesellschaftspolitik zu akzentuieren, die Qualität dieses Arbeitsfeldes zu kommunizieren und die Aktivitäten so weit wie möglich unter einer Dachmarke zu vereinen.

Drei Praxisberichte zeigen anschaulich erfolgreiche Projekte aus der Jugendarbeit. Sie führen über in den Grundlagenteil. Dort stellt der Herausgeber Wolfgang Antes die rechtlichen und konzeptionellen Rahmenbedingungen der Markenentwicklung inklusive Checklisten vor. Systematisch führt Antes Schritte für den Prozess der Markenbildung auf und vergisst nicht, Public Relations zumindest in aller Kürze als wichtige Säule auch in der Markenbildung zu erwähnen und einen PR-Aktionsplan zu empfehlen.

Markenbildung wird auch in der Jugendarbeit die Strategie sein, die zu einem entscheidenden ‚Wettbewerbsvorteil’ führen kann. Dieses Buch vermittelt Wissen über den Aufbau und die Stärkung einer Marke, schafft den Bezug zur Jugendarbeit vor Ort, präsentiert neben einer theoretischen Grundlegung Best-Practice-Projekte und erklärt deren erforderliche Instrumente. Für Jugendarbeiter ist die Lektüre lohnenswert, um Einblicke in diesen Themenkomplex zu gewinnen, sich erste theoretische Grundlagen anzueignen und Praxisbeispiele zu reflektieren. Kommunikationsprofis erhalten Einblicke in die vielschichtige Problemlage dieses Non-Profit-Bereiches, der sie vor neue Herausforderungen stellt.

Buchtitel: MarkenmachtRezensent: Thomas Mavridis, PR-Verantwortlicher im Bereich Marketing der Geberit GmbH & Co. KG,
Lehrbeauftragter für PR an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Homepage www.mavridis.de, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wolfgang Antes (Hrsg.): MarkenMacht Jugendarbeit. Marken als Brücke zwischen Jugendarbeit und Wirtschaft. Weinheim, München: Juventa 2005. 143 Seiten. 19.00 Euro, ISBN: 3-7799-2102-2.

Kommentar schreiben

Kontakt

Herausgeber:
Gerhard A. Pfeffer (seit 2004/1996)
Lendersbergstrasse 86
53721 Siegburg
Telefon: +49 (0)2241 201.30.60
Telefax: +49 (0)2241 201.30.61
Mobilfon: +49 (0)160 94.63.57.77
E-Mail: redaktion[at]pr-journal.de, gerhard[at]pfeffer.de

Verlag:
Epikeros PR-Portal Ltd., Siegburg

Monats-Statistik

April 2012:

(jeweils in Klammern kumuliert seit Januar 2012)

(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken etc.)

37.594 Visits (179.008 Jan.-Apr.)
1.253 Tagesdurchschnitt
103.905 PageImpressions (483.038)
06:03 Minuten Besuchszeit
2,8 Seitenaufrufe je Besucher
12 Kommentare (54)
1.102 Klicks für den meistaufgerufenen Artikel (Heiko Kretschmer: "10 Jahre nach Hunzinger – Eine Zwischenbilanz zur ethischen Normierung von Public Affairs.") Klickstatistik hier.

Social Media-Kontakte (gesamt: 9.542):

5.576 Twitter-Follower
1.838 Facebook-Freunde
754 Personen-Kontakte über Google+
1.039 Follower bei Pinterest (8 Boards, 50 Pins)
335 Xing-Direktkontakte

Newsletter-Statistik 

11.997 NL-Empfänger im Verteiler ("angekommen" lt. Bounce-Management von CleverReach, Oldenburg)
2.169 NewsL. geöffnet (= ca. 18 %)
2.179 Klicks auf Meldungen im NL (= ca. 49%)
55 Abonnenten lesen NL über ISSUU (4.613 Artikelaufrufe)
349 Einzelmeldungen (1.517)
18,4 Meldungen je Arbeitstag
3 Newsletter-Ausgaben (15)

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.

Datenbanken-Statistik:

1.654 Einträge PR-Agenturen und -Berater
409 Einträge Dienstleister im PR-Bereich
125 Ausbilder im PR-Bereich
137 Teilnehmer am PR-Ranking 2011
1.368 Einträge PR-WebsiteCheck

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

47 Stellenangebote (198)
3 Stellengesuche (31)

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jahres-Statistik

Januar - Dezember 2011:

(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken, agenturcafe etc.)
481.000 Visits
1.318 Tagesdurchschnitt
1.312.757 PageImpressions
3.597 Tagesdurchschnitt
13:24 Min. Besuchszeit
2,73 Seitenaufrufe je Besucher
145 Kommentare
Rang 185.248 bei alexa.com weltweit
Rang 12.169 bei alexa.com in Deutschland
421 Seiten verlinken lt. alexa.com auf pr-journal.de 
5.210 Follower auf den 3 PRJ-Twitter-Seiten
1.476 Tweets auf den 3 Twitter-Seiten
1.753 Freunde auf den 3 PRJ-Facebook-Seiten
560 Personen haben die 3 PRJ-Seiten in ihren Kreisen von Google+

Menupunkt-Aufrufe seit Dezember 2004:

102.055 Impressum
86.852 Werbung + Medien-Infos
62.418 Medien-Partner

Newsletter-Statistik 

Jan.-Dez.2011:
15.686 NL-Empfänger (Stand: 31.12.2011)
3.936 Einzelmeldungen 01.-12.2011
15,2 Meldungen je Arbeitstag
seit Dezember 2004:
318 Newsletter-Ausgaben (86 Monate)
27.637 Einzel-Meldungen
30.248 Aufrufe Newsletter-Archiv
14.183 NL-Bestellbestätig.
112.105 RSS-Newsfeeds-Bestellseite

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.

Datenbanken-Statistik:

auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

auf der eigenen Startseite