Literatur
Zehrt: Die Pressemitteilung
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Oktober 2007 00:53
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Wolfgang Zehrt (2007): Die Pressemitteilung (PR-Praxis Bd. 5). Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH. 194 Seiten. ISBN: 978-3-89669-494-2
Eine Rezension von Tanja Möhler, Selbstständige PR-Beraterin (DPRG), Simmern
Pressemitteilungen zählen zu den Klassikern des PR-Instrumentariums und haben einen festen Platz im täglichen Tätigkeitsprofil des PR-Schaffenden. So ist es nicht verwunderlich, dass bereits zahlreiche Beiträge und Werke über das Verfassen von Pressemitteilungen veröffentlicht wurden. In diese Liste reiht sich nun auch das Buch von Wolfgang Zehrt ein und kann dem Vergleich mit den Vorgängern problemlos standhalten.
Mögliche und vor allem für die angesprochenen Medien und die jeweiligen Zielgruppen relevante Themen für Pressemitteilungen zu finden, ist die erste Hürde auf dem Weg zur gelungen Pressemitteilung. Denn nicht immer ist das, was im Unternehmen selbst als bedeutend und wichtig wahrgenommen, wird auch für Außenstehende eine relevante Nachricht. Neben diesem grundlegenden Aspekt, der zu Beginn jeder Pressemitteilung steht, werden weitere Basics wie Aufbau, Form und Layout einer Pressemitteilung behandelt. An zahlreichen Beispielen wird veranschaulicht, was eine gute von einer schlechten Überschrift unterscheidet und wie sich Sprache und Stil der Pressemitteilung den journalistischen Schreibkonventionen anpassen lassen.
Auch kommunikationstheoretische Grundlagen kommen in der umfassenden Darstellung des Themas nicht zu kurz. Die Nachrichtenfaktoren nach Galtung und Ruge als Modell für Auswahlkriterien des journalistischen Selektionsprozesses werden übersichtlich in tabellarischer Form präsentiert. Für Quereinsteiger und Anfänger besonders nützlich ist die Darstellung über die Redaktionsabläufe der wichtigsten deutschen Tageszeitungen.
Ergänzend kommt zur Sprache, wie Finanzjournalisten Pressemitteilungen lesen, welche (kostenpflichtigen) Verbreitungsmöglichkeiten PR-Schaffenden zur Verfügung stehen und welche Rolle gute Fotos in der Pressearbeit spielen. Dabei ist es Wolfgang Zehrt gelungen, für einzelne Kapitel renommierte Co-Autoren wie Günter Bentele und Dieter Herbst und erfahrene Praktiker wie Ina Lockhart von der Financial Times Deutschland zu gewinnen. Das Kapitel von Dr. Holger Weimann über rechtliche Fragen im Rahmen der Veröffentlichung von Pressemitteilungen dürfte auch für Fortgeschrittene noch einmal eine gute Zusammenfassung der medienrechtlichen Aspekte bieten.
Insgesamt ist Wolfgang Zehrt ein informatives und für die Praxis gut geeignetes Buch gelungen. An zahlreichen Beispielen zeigt der Autor, was eine gute von einer weniger guten Pressemitteilung unterscheidet, und bietet Anregungen, das eigene Schreiben (wieder einmal) kritisch zu hinterfragen. Praktisch sind auch die Checklisten, die das Wichtigste noch einmal zusammenfassen. Verbessern könnte man allenfalls noch die Anordnung der einzelnen Kapitel. Auch ein eigenes, etwas ausführlicheres Kapitel zu den Möglichkeiten und Grundlagen der Evaluation der Medienberichterstattung würde die gelungene, umfassende Darstellung des Themas zusätzlich abrunden.



