Literatur

Jodeleit: Social Media Relations

Bernhard Jodeleit: "Social Media Relations". dpunkt.verlag, Heidelberg. 1. Auflage Juni 2010. 248 Seiten. Preis: 29,90 Euro. ISBN-10: 3898646947.

Rezension von Katja Fürstenau, Absolventin und Mitarbeiterin von PR Plus (www.prplus.de)

Fußball statt Golf. ‚Wieso Kommunikationsfachleute nicht länger ihre Botschaften einlochen können‘ erklärt Bernhard Jodeleit, fischerAppelt relations (GPRA), Stuttgart, in seinem „Leitfaden für erfolgreiche PR-Strategien und Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0“ – so der Untertitel von „Social Media Relations“. Und plädiert dafür, dass PRler zu Team-Playern werden müssen, die sich mit ihren Dialoggruppen in Augenhöhe auf dem Spielfeld – nämlich im Sozialen Netz – bewegen müssen, um Tore zu schießen.

„Sie sind ja noch da. Gut!“ schreibt er einige Kapitel später auf Seite 33 und scheint dabei selber Bedenken hinsichtlich der leicht ‚schulmeisterlichen‘ Haltung zu äußern, die in weiten Teilen des Buches durchscheint. Doch er hat recht, wenn er diese an den Tag legt, denn sie ist notwendig, um ein Bewusstsein für die Besonder- und Eigenheiten der Kommunikation im Sozialen Netz zu schaffen! Man kann es derzeit noch gar nicht oft genug sagen. Viele Einzelpersonen, geschweige denn Unternehmen, sind sich immer noch nicht oder nur sehr unzureichend über heutige Funktions- und Wirkungsweisen im Internet im Klaren. Allen, die hier bislang Berührungsängste hatten oder sich unsicher sind, wie sie beraterisch oder in der eigenen Organisation mit dem Thema umgehen sollen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen! Wer bereits sehr aktiv im Social Web unterwegs ist und seine Social Media-Strategie auf die Unternehmenskommunikation abgestimmt hat, wird von Bernhard Jodeleit höchstens in einigen Details Neues erfahren. – Soweit mein Fazit vorab.

Wo anfangen?
Die Schwierigkeit bei der Auseinandersetzung mit den Sozialen Medien ist die schier unüberschaubare Vielfalt. Jodeleit greift die derzeit sicherlich wichtigsten Anwendungen heraus und beschäftigt sich vor allem mit Weblogs, Twitter, XING und Facebook; andere Plattformen kommen am Rande zur Sprache. Ihm geht es zunächst jedoch vor allem darum zu vermitteln, welche Chancen und Risiken sich im und mit dem Social Web ergeben, wie wichtig das Zuhören (Monitoring!) sowie die Etablierung von Social Media Guidelines sind. Der Leser erhält neben durchweg strategisch ausgerichteten Grundüberlegungen auch ganz konkrete Hinweise für die praktische Umsetzung: der Autor stellt hier und im Weiteren immer auch Anwendungen vor, mit denen man die Arbeit im Social Web möglichst effektiv gestalten kann. Screenshots visualisieren die Erläuterungen und geben gleichzeitg einen schönen Einblick in Jodeleits hohe Online-Präsenz.

Von den oben erwähnten Plattformen schlägt Bernhard Jodeleit den Bogen zurück zur Firmenwebsite und später dann auch zum aktuellen Trendthema der mobilen Kommunikation. „Ihre Website ist das Herzstück“ benennt er ein Kapitel und gibt nützliche Tipps, wie man auch die eigene Unternehmenspräsenz auf einen zeitgemäßen Stand der Dinge bringen kann. Er setzt sich mit den Möglichkeiten von Software für Weblogs und Social Media Newsrooms auseinander und zeigt Grenzen dessen auf, was selber umsetzbar ist und an welchen Stellen Dienstleister hinzugezogen werden sollten.

Im Dialog mit den Lesern
Ein weiterer interessanter Aspekt ist das ‚interaktive Buchkonzept‘: Jodeleit integriert an einigen Stellen im Buch Diskussionsbeiträge der Nutzer von Twitter und Facebook bzw. seiner Blog-Leser. Hier hatte er Kapitel des Buches vorab auszugsweise veröffentlicht, um sie mit Freunden und Followern zu diskutieren. Es findet sich durchaus auch die ein oder andere kritische Stimme, was für Authetizität und Glaubwürdigkeit sorgt.

Hilfreich ist der Anhang, der ein Glossar sowie eine Auflistung der besprochenen Anwendungen enthält, so dass man schnell noch einmal nachschlagen bzw. die Plattformen im Internet wiederfinden kann.

Dem Leser bleibt sodann nur noch eines zu tun: sich mindestens bei den wichtigsten Plattformen registrieren, zuhören, ausprobieren und dabei die vielen guten Tipps und Ratschläge des Autors beherzigen!

Die Rezensentin:
Katja Fürstenau studierte Anglistik, Germanistik und Deutsch-als-Fremdsprache (DaF) an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Diverse Lehrtätigkeiten im Bereich DaF und Kommunikation, aktuell bei oeffentlichkeitsarbeit.de zum Thema Online-PR. Parallel zu einer mehrjährigen Tätigkeit in einer PR-Agentur absolvierte sie das PR PLUS-Fernstudium zur PR-Beraterin (DPRG). Sie ist außerdem ausgebildete Tele-Tutorin und Expertin für neue Lerntechnologien und Co-Autorin des Standardwerks "Die PR- und Pressefibel" von Norbert Schulz-Bruhdoel (F.A.Z-Buch). Seit 2001 arbeitet sie bei PR PLUS und verantwortet die Online-Redaktion inkl. E-Learning, die wissenschaftliche Redaktion und die PR- und Medienarbeit mit Schwerpunkt Presse und Online-Kommunikation.

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