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Oriella Studie 2012: Digitaler Journalismus floriert trotz unsicherer Weltwirtschaftslage
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 21. Juni 2012 17:42
- Veröffentlicht am Donnerstag, 21. Juni 2012 11:01
Medien investieren heute weltweit verstärkt in Videoangebote, mobile Apps und Infografiken, um den Anforderungen des Web 2.0 gerecht zu werden so das Ergebnis der Studie Digital Journalism des internationalen PR-Netzwerks Oriella. Gleichzeitig steigt die Bedeutung verlässlicher Informationsquellen.
Weltweit nutzen Medien heute weitaus vielfältigere Formate zur Darstellung von Informationen und bereiten diese für eine wachsende Zahl an mobilen Endgeräten auf. Zudem nutzen Journalisten verstärkt Social-Media-Kanäle als Nachrichtenquelle. So lauten die Kernergebnisse der globalen Journalistenbefragung, die heute vom PR-Agenturnetzwerk Oriella veröffentlicht wurde (deutsche Partner: Fink & Fuchs Public Relations (GPRA), Wiesbaden und PR-COM, München). Die Studie ergab weiterhin, dass sich nach dem digitalen Boom in den Redaktionen eine Rückkehr zu traditionellen journalistischen Praktiken abzeichnet: Die Recherche in vertrauenswürdigen, etablierten Quellen gewinnt 2012 gegenüber angelieferten Pressemeldungen zunehmend an Bedeutung.
Die fünfte Ausgabe der jährlichen Studie Oriella Digital Journalism basiert auf einer Befragung von über 600 Journalisten aus 16 Ländern in Europa, der asiatisch-pazifischen Region sowie Nord-, Mittel- und Südamerika. Die befragten Medienvertreter zeigen sich trotz der anhaltend unsicheren Lage der Weltwirtschaft vorsichtig optimistisch. Mehr als die Hälfte (54%) von ihnen erwartet, dass die Leserschaft ihrer Publikation in diesem Jahr wachsen wird nur 20 Prozent rechnen mit einem Rückgang.
Ein Viertel bietet Apps, die Hälfte der Medien ist auf Facebook aktiv
36 Prozent der Journalisten gaben an, dass ihre Publikation Videoangebote bereitstellt, verglichen mit 20 Prozent im Vorjahr. Darüber hinaus sagten 40 Prozent, dass ihre Titel Journalisten-Blogs anbieten, 22 Prozent bereichern ihr Angebot mit eigenproduzierten Infografiken. Die wachsende Bedeutung mobiler Endgeräte und sozialer Medien spiegelt sich in den Online-Strategien der Verlage wieder: Der Anteil der Journalisten, deren Publikation über mobile Apps verfügt, ist in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen, sodass heute ein Viertel der Medien eine App im Angebot hat. Etwa die Hälfte der Befragten gab an, dass ihre Publikation auf Facebook (52%) und Twitter (46%) aktiv sind. Diskussionsforen sind das einzige redaktionelle Angebot, das gegenüber dem Vorjahr von einer geringeren Zahl der Journalisten genannt wurde: Nur 26 Prozent geben an, dass ihre Publikation ein Forum betreibt, gegenüber 37 Prozent in der ersten Auflage der vorliegende Studie, die im Jahr 2008 veröffentlicht wurde.
Die Quelle zählt in der modernen Redaktion
Soziale Medien gehören den Ergebnissen zufolge heute fest zum Recherche-Instrumentarium in Redaktionen dies gilt jedoch in erster Linie für bekannte Quellen: Knapp über die Hälfte (53%) der befragten Journalisten verwendet Microblog-Updates (z. B. Twitter, Facebook, Weibo) von Quellen, die sie als glaubwürdig einschätzen. Bei einer unbekannten Quelle halbiert sich dieser Anteil. Konventionelle Blogs werden bei der Recherche weniger genutzt, der Trend ist jedoch ähnlich: 44 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Blogs, die sie kennen, als Nachrichtenquelle nutzen, aber nur 22 Prozent würden in gleicher Weise unbekannte Blogs heranziehen. Damit kehren sich die Ergebnisse von 2011 um: Damals gaben 43 Prozent der Befragten an, Informationen aus unbekannten Blogs zu verwenden und nur 30 Prozent verließen sich nur auf bekannte Quellen.
Die Studie belegt die wachsende Bedeutung von vertrauenswürdigen Quellen und eine Rückkehr zu klassischen Recherchemethoden: Das Vertrauen auf die Aussagen von Branchen-Insidern hat sich von 54 Prozent im Jahr 2011 auf 64 Prozent in diesem Jahr erhöht. Interviews mit Unternehmenssprechern sind zur bevorzugten ersten Anlaufstelle für die Recherche aufgestiegen und haben die Pressemitteilung verdrängt, die nun auf Platz fünf rangiert.
Endet gedruckt vs. digital unentschieden?
Die Studie zeigt, dass sich das Wachstum von Online-Medien auf Kosten von Offline-Medien verlangsamt. Im Jahr 2011 behaupteten 50 Prozent der Befragten, dass ihr Offline- oder Rundfunk-Angebot das größte Publikum habe. Im Jahr 2012 blieben 47 Prozent bei dieser Aussage. Währenddessen ist der Anteil neu erstellter Inhalte für das Online-Angebot ein grobes Maß für die Höhe der Investitionen in digitale Plattformen seit dem vergangenen Jahr weitgehend unverändert geblieben: 45 Prozent der Journalisten gaben 2012 an, dass 60 Prozent oder mehr der Inhalte ihres Online-Angebots neu erstellt werden (2011: 46%).
Weltweit sind Journalisten vorsichtig optimistisch
Der Anteil der Journalisten, die mit ihrer Arbeit zufriedener sind als im Jahr zuvor, ist zwar leicht zurückgegangen, bleibt aber dennoch weiterhin höher als der Anteil derjenigen, die weniger zufrieden sind. In diesem Jahr gab ein Drittel (33%) an, zufriedener zu sein, verglichen mit 43 Prozent im Jahr 2011. Ein ähnlich hoher Anteil 36 Prozent glaubt, dass sich die Qualität der Inhalte ihres Mediums im vergangenen Jahr verbessert hat, verglichen mit 20 Prozent, die der Ansicht sind, dass die Qualität abgenommen habe. Journalisten in Asien denken besonders positiv über die Auswirkungen der digitalen Medien auf ihre Arbeit.
(Quelle: Pressemitteilung der Agentur Fink & Fuchs Public Relations in Wiesbaden vom 21. Juni 2012 → ffpr.de )



