Reithofer-Norbert BMW-Vorstandzetsche daimler 14A1160Norbert Reithofer (Foto l.), BMW, und Dieter Zetsche (Foto r.), Daimler, sind gemeinsame Image-Spitzenreiter bei Wirtschaftsjournalisten. Nach einer Umfrage der Dr. Doeblin Wirtschaftsforschung GmbH unter 122 Wirtschaftsjournalisten von Ende November 2014 belegen die beiden Auto-CEOs unter den Führungskräften großer Unternehmen die Top-Plätze in der Summe der Einstufungen für die Reputations-Indikatoren „Kompetenz und Persönlichkeit“, „Strategischer Weitblick“, „Offenheit gegenüber den Medien“ und „Sympathie“. Den Erfolg der Auto-Branche komplettiert Martin Winterkorn/VW auf dem dritten Rang. Norbert Reithofer kann damit im Abendrot seiner BMW-Karriere nochmals den Lohn für sein gutes Standing bei der Wirtschaftspresse einfahren. Bei Dieter Zetsche sorgt sein erfolgreiches Krisen-Management bei Daimler für den Respekt der Wirtschaftsjournalisten.

Die Journalisten schätzen an Reithofer vor allem, dass er BMW „geschickt mit dem Thema Öko in Verbindung gebracht hat, ohne den Markenkern zu beschädigen“ und gleichzeitig das Unternehmen „als sportliche, dynamische Marke“ positionierte. Beim Indikator „Strategischer Weitblick“ führt Reithofer mit deutlichem Vorsprung die CEO-Rangliste an.

Lob für strategische Leistung Zetsches
Für Dieter Zetsche spricht aus Sicht der Wirtschaftsjournalisten, dass er „die Trendwende geschafft hat, was bei dem Modellzyklus der Autoindustrie erst im Laufe der Jahre sichtbar wird“. Während Zetsche wie schon in früheren Umfragen bei persönlichen Werten punkten kann („Lockerer Typ, sehr umgänglich und offen. Hat nie die Bodenhaftung verloren.“), wird ihm nun auch Lob für seine strategischen Leistungen zuteil.

Martin Winterkorn kommt mit „Kompetenz und Persönlichkeit“ bei den Journalisten besser als jeder andere CEO an. Er gilt als „Denker und Lenker, charismatisch, nach vorn blickend, innovativ.“ Vor allem die soziale Kompetenz des VW-Chefs hat es den Journalisten angetan: „Hält alle Marken zusammen und kooperiert mit dem Betriebsrat so weise, dass Ruhe im Konzern herrscht.“

Top 3 aus der Autoindustrie
Den Auto-Spitzenleuten folgen in der Rangliste – jedoch mit deutlichem Abstand – die CEOs Joe Kaeser, Siemens, und Rüdiger Grube,Deutsche Bahn. Der Bahn-Chef bringt dabei das Kunststück fertig, gleich bei zwei Indikatoren („Offener Umgang mit den Medien“ und „Sympathie“) in die Top 3-Phalanx der Auto-CEOs vorzudringen. Eine bessere Gesamtplatzierung verhindert sein schwächeres Ergebnis beim Indikator „Strategischer Weitblick“. Hier vermissen die Journalisten bei ihm wohl eine über das Management des „Heute“ hinausgehende Vision. Immerhin: mit seinem Gesamtergebnis ist Grube nun in den Top 10-Bereich vorgestoßen.

Hinter Grube platziert sich Frank Appel, Deutsche Post, der “den größten Logistikkonzern der Welt unaufgeregt und mit ruhiger Hand diversifiziert, ohne den Fokus auf das Kerngeschäft zu verlieren. Wenn Appel sich zu globalen Fragen äußert, dann hat das Kompetenz“.

Ebenfalls neu in die Top 10 der CEOs von Großunternehmen aufgerückt sind Kasper Rorsted, Henkel, sowie Marijn Dekkers, Bayer. Rorsted wird als „Vertreter einer neuen Manager-Generation“ geschätzt, der bei Henkel „starke Leistungsnachweise“ mit einer „extrem globalisierten Ausrichtung“ erbracht habe. Marijn Dekkers verdankt seinen Aufstieg vor allem der Wertschätzung für seinen Finanzerfolg („Hat Bayer zum wertvollsten Konzern Deutschlands gemacht.“) und der Bayer-internen Umorganisation („Hat innerbetriebliche Prozesse schnell verändert.“). Eine noch bessere Platzierung in der Image-Rangliste wäre für Marijn Dekkers bei einem offeneren „Umgang mit den Medien“ möglich.

Zu den CEOs mit hervorragender Platzierung bei einzelnen Indikatoren zählt u.a. Michael Diekmann, Allianz, der – kurz vor der Amtsübergabe an den Nachfolger – ein kräftiges Lob der Journalisten bei den Indikatoren „Kompetenz und Persönlichkeit“ sowie „Strategischer Weitblick“ erhält. Da seine Ergebnisse bei „Offener Umgang mit den Medien“ und „Sympathie“ nur mittleres Niveau erreichen, kann er sich im Gesamtergebnis (knapp) nicht unter den Top 10 platzieren.

Das spiegelbildliche Ergebnis zu Michael Diekmann fährt Herbert Hainer, Adidas ein, der mit jeweils Rang 4 vorzüglich platziert ist bei „Offener Umgang mit den Medien“ und „Sympathie“, dessen schwächere Platzierungen bei „Kompetenz und Persönlichkeit“ und „Strategischer Weitblick“ aber wohl die Enttäuschung der Journalisten über die Kurs-Entwicklung der Adidas-Aktie in 2014 ausdrückt. Ähnliche Ergebnis-Schwerpunkte wie Herbert Hainer realisiert Martin Blessing, Commerzbank.

Gesamt-Ranking über vier Indikatoren: Top 10
Jeder Rangplatz bei einem der Reputations-Indikatoren „Kompetenz und Persönlichkeit“, „Strategischer Weitblick“, „Offenheit gegenüber den Medien“ und „Sympathie“ geht mit seinem Prozentwert in die Rechnung ein; das Gesamt-Ranking basiert auf der Summe der einzelnen Prozentwerte.

CEO Rangplatz Summe der Prozentwerte
Norbert Reithofer, BMW 1 195
Dieter Zetsche, Daimler 2 191*
Martin Winterkorn, VW 3 176
Joe Kaeser, Siemens 4 121
Rüdiger Grube, Deutsche Bahn 4 121*
Frank Appel, Deutsche Post 6 117*
Herbert Hainer, Adidas 7 100
Kasper Rorsted, Henkel 8 91*
Carsten Spohr, Deutsche Lufthansa 9 90*
Marijn Dekkers, Bayer 10 89*

* Starker prozentualer Zuwachs gegenüber Frühjahr 2014

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