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5. Mail aus Manhattan: Beeindruckt von Bill Clinton + Vertragsverlängerung

Foto: clinten+schebenvon unserer PRJ-Korrespondentin Frauke Scheben, New York/USA 

Nun bin ich seit fast vier Monaten in Manhattan und als Trainee bei Deussen Global Communications – oder als „Intern Extraordinaire“, wie man mich bei Deussen gerne nennt. Mittlerweile bin ich der einzige Trainee, was zu unglaublich viel Arbeit führt, aber auch zu großer Verantwortung, die ich gerne trage. Ich habe meine eigenen Events für die Gin-Marke Bombay Sapphire, die ich von Anfang bis Ende organisiere und auch daran teilnehme. So zum Beispiel ein Event in der letzten Woche, der zu Ehren der Designerin Eva Zeisel gehalten wurde. Eva Zeisel feiert im November ihren 100. Geburtstag, und obwohl körperlich ein wenig geschrumpft, war ihre Präsenz im Raum für alle fühlbar. Man sah in den Gesichtern der Besucher, wie beeindruckt sie waren. Eine Wonne. Natürlich kann die allgemeine Seeligkeit auch an den exzellenten Bombay Sapphire Cocktails gelegen haben.

Ansonsten hat sich eine Routine in mein Leben geschlichen, die ich als angenehm empfinde. Die Woche ist privat meist ruhig, gefüllt mit Arbeit und Abenden mit meinem guten Freund Steven, den ich noch von meinem Austauschjahr mit der University of South Carolina kenne. Die Wochenenden sind dann meist weniger ruhig. Wir treffen uns alle regelmäßig zum Brunch, laufen in Soho herum und im West Village, wo man nicht ganz selten auch den einen oder anderen Star trifft. Seit ich hier in New York bin, ist mir sehr bewusst geworden, dass auch „Celebrities“ wie Jude Law und Billy Bob Thornton ganz normale Menschen sind, mehr oder weniger so wie „Du und ich“. Okay, oft eher exzentrische normale Menschen, aber wenn sie an der Straßenecke rumstehen, dann wirken sie doch recht alltäglich.

Letztes Wochenende sind wir über die Brooklyn Brücke gelaufen. Da hatten wir einen schönen Blick auf die Skyline Manhattans und auch die Gelegenheit, diese schöne Brücke genauer zu inspizieren. Aber in der Regel halten sich solche „touristischen“ Unternehmungen im Rahmen – mein Leben hier ist nicht das eines Touristen!

Völlig unnormal war der vergangene Freitagabend. Meine Freundin Beth kam mich aus Washington DC besuchen, und mit sich brachte sie die Gelegenheit, an einem unglaublichen Event teilzunehmen. Unglaublich schon daher, weil wir völlig kostenlos mit von der Partie waren, wobei so manch anderer bis zu $ 100.000 für einen Tisch bezahlt hatte. Der Anlass war die Aufführung des Stückes "Speak Truth to Power", geschrieben von Kerry Kennedy, Tochter von Robert F. Kennedy. Aufgeführt wurde das Stück von Lorraine Bracco, Giancarlo Esposito, Charles Grodin, Matthew Modine, Robin Wright Penn, Gloria Reuben, Martin Sheen, Christian Slater, Sharon Stone und Sigourney Weaver. Tracy Chapman sang ihr Lied “Revolution”, was so ziemlich jedem den Atem raubte. "Speak Truth to Power" gibt ansonsten eher unbekannten Verfechtern von Menschenrechten eine Stimme. Und wer wäre in diesem Rahmen ein engagierter Redner und angemessener Empfänger des Robert F. Kennedy Memorial Ripple of Hope Award?

Richtig. Der ehemalige Präsident: Bill Clinton. Nie zuvor war ich so beeindruckt von einer Rede, so überzeugt, dass man Dinge ändern kann, dass man Gutes tun kann, sogar muss, dass Wandel in unserer Gesellschaft machbar ist und die Mitwirkung derer, die können, eine Pflicht. Mein persönliches Highlight kam ein wenig später. Nachdem ich draußen eine Gelegenheit für ein Foto mit einem eher wenig begeisterten Martin Sheen wahrgenommen hatte, traf ich drinnen auf Bill Clinton, der Hände schüttelte und Umarmungen verteilte, während der Secret Service um ihn und uns herum sichtlich nervös wurde. Und plötzlich stand ich direkt vor ihm. Er hatte mich vorher schon bemerkt und wir hatten Blickkontakt, als er mit einer Dame neben mir sprach und mein Herz plötzlich ganz schnell schlug. Ich stellte mich ihm vor, und Beth machte ein Foto von uns. Ein Foto, das für mich sehr bedeutsam ist und bei Deussen nun am Schwarzen Brett hängt. Bill Clinton war nett, freundlich, mit ganz weichen Händen und einem festen Händedruck und einem Lachen im Gesicht. Und er sah gesund aus.

Das war ein einmaliger Abend für mich. Auch unvergesslich war mein Gespräch mit meiner Chefin Christine Deussen gestern. Ich bin nun recht sicher, dass ich, wenn nicht alle Stricke reißen, mindestens ein Jahr länger hier bleibe. Mehr Zeit bei Deussen, in Manhattan, in Amerika. In meinem neuen Zuhause.

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