LPRS Uwe KohrsDer Termin von Uwe A. Kohrs (Foto), Präsident der Gesellschaft PR-Agenturen e.V., bei den Leipziger PR-Studenten am 26. November stand lange fest. Durch einige Medienveröffentlichungen über Aussagen Kohrs‘ zur Qualität des PR-Nachwuchses bekam der Termin im Vorfeld eine brisante Aktualität. Wie sich Kohrs bei der Diskussion mit dem LPRS – Leipziger Public Relations Studenten e.V. aus der Affäre gezogen hat, welche Aussagen er relativiert und welche er verstärkt hat, haben zwei der Betroffenen für das „PR-Journal“ zusammengefasst. Es folgt ein Bericht von Nicole Menzel und Isabel Reinhardt, beide Mitglied im LPRS.

Immer weniger PR-Absolventen streben eine Karriere in einer Agentur an. Die Gründe: geringere Bezahlung und eine schlechtere Work-Life-Balance als bei den Kommunikationskollegen in einem Unternehmen oder in Unternehmensberatungen. Klischees, die sich die PR-Agenturen selbst zuzuschreiben hätten, meint Uwe Kohrs, Präsident der GPRA am 26. November bei seinem Besuch in Leipzig. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „WISSENschafftPRAXIS“ stellte sich der GPRA-Präsident der aktuellen Nachwuchsdebatte und den Fragen der Leipziger Hochschulabsolventen. Kohrs schilderte seine Sicht auf die aktuelle Situation der deutschen Agenturbranche und schlussfolgerte, wie wichtig Qualitätsstandards auf Seiten der Agenturen und Anpassungen auf Seiten der Ausbilder seien. Nur so könne man den problematischen Entwicklungen der Gegenwart begegnen.
Agenturbranche im Umbruch – Der Preis bestimmt den Markt
Agenturen stehen heute unter immensem Druck. „Wir reden mit Einkäufern über Kommunikation und die interessiert nicht nur die Qualität, sondern vor allem der Preis“, schildert Kohrs. Das Angebot mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis bekommt den Auftrag. Ein gefährliches Preisdumping habe dazu geführt, dass selbst langjährig erfolgreiche Agenturen ihre Arbeit in jüngerer Vergangenheit einstellen mussten. Bei gleicher Leistung fielen Honorare heute geringer aus – der monetäre Druck nehme zu. Dies spiegele sich zwangsläufig auch in der Bezahlung von Nachwuchskräften wider. Bliebe es bei einem kontinuierlichen Rückgang der Honorarzahlungen, so gäbe es für Kohrs und die GPRA kaum Spielräume in Bezug auf die Vergütung von Traineeships und Volontariaten.
Die Lösungsansätze des GPRA-Präsidenten: Eine Kampagne für Mindesthonorare bei PR-Agenturen und einheitliche Mindeststandards in Sachen Dauer und Bezahlung von Weiterbildungsprogrammen. Ginge es nach Kohrs, müsse dabei die Vorbildung des einzelnen Bewerbers Berücksichtigung finden: Je höher und fachspezifischer der Bildungsabschluss, desto anspruchsvoller die Aufgaben und höher die Bezahlung. Die inhaltliche Standardisierung von Traineeships und Volontariaten betrachtet Kohrs dagegen als schwierig, wenn nicht gar unmöglich: Ausrichtung und Arbeitsfelder verschiedener Agenturen seien dafür zu unterschiedlich und kaum auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Lotsen ohne Kompass? – Veränderte Anforderungen an Ausbilder und Nachwuchs
Der Umbruch der Agenturbranche äußert sich laut Kohrs nicht nur durch rückläufige Honorare – auch Art und Inhalte der heutigen Agenturarbeit haben sich verändert: Kunden erwarten ganzheitliche Lösungen; die traditionelle Öffentlichkeitsarbeit wird zunehmend zum Auslaufmodell. Im Mittelpunkt steht der direkte digitale Dialog als zentrales Element von Kommunikationsstrategien und der Kampf um die Content-Hoheit. Die zentrale Herausforderung liege laut Kohrs für Agentur-Mitarbeiter heute in der Beherrschung der Komplexität und im übergreifenden Verständnis von Zusammenhängen: „Ein Lotse im digitalen Meer zu sein, wird der Dreh- und Angelpunkt in der Tätigkeit eines Beraters.“
Der Status Quo der heutigen PR-Ausbildung werde diesen Anforderungen nach Ansicht der GPRA nicht immer gerecht. Das Kernproblem: Viele aktuelle Ausbildungsprogramme würden keine Berater mit Führungsqualitäten, sondern Theoretiker mit Basiswissen und Handwerker ausbilden. Was Mann und Frau Kommunikator zukünftig vor allem bräuchten, seien soziale Kompetenz, die Fähigkeit Vertrauen aufzubauen, eine gefestigte Persönlichkeit, Überzeugungskraft, Neugier, Verantwortungsbereitschaft, das Potenzial für Menschen- und Themenführung und das Können, Menschen zu motivieren. „Es geht um die Fähigkeit, Berater zu sein und dafür auch ein Stück weit das Talent zu besitzen“, meint Kohrs und fügt hinzu: „Die Initiierung und Förderung solcher Soft Skills kann und sollte schon in der Grundausbildung verankert sein.“ Dem GPRA-Präsidenten ginge es dabei nicht darum, der einzelnen Nachwuchskraft einen Mangel an sozialer Kompetenz zu attestieren, sondern vielmehr um die Anerkennung solcher „weichen“ Fähigkeiten als fester Bestandteil eines Berufs- und Ausbildungsprofils. Dennoch sei eine zunehmend fehlende soziale Kompetenz ein Befund, der aus den Reihen der GPRA-Mitgliedsagenturen an Kohrs herangetragen wurde.
Wer schließlich in einer Agentur anfängt, muss eines tun: Basics lernen. „Wer ans Steuer will, muss die Systeme verstehen“. Um die Komplexität von Agenturleistungen zu verstehen, seien, laut Kohrs, auch Kenntnisse über Marketing, Marketingkommunikation, betriebswirtschaftliche Grundlagen und unternehmerisches Denken nötig. Beispielsweise müsse man als Agenturmitarbeiter in der Lage sein, ein Marketingbriefing lesen und verstehen zu können. „Hierbei handelt es sich um Kompetenzen, die man vergleichsweise leicht durch die Integration einzelner Seminarangebote schulen könnte. Wir hoffen hier auf den Dialog mit den Ausbildern“, so der GPRA-Präsident. Ohnehin sei es nicht Ziel des Verbandes gewesen, den PR-Nachwuchs zu kritisieren: „Zwar bin ich über den Verlauf der öffentlichen Debatte nicht unzufrieden, bedauere es aber, dass sich Studenten nun persönlich verantwortlich fühlen.“ Vielmehr wolle man eine Diskussion mit verschiedenen Ausbildungsinstitutionen anmahnen. Die zuvor genannten Anforderungen, Teile eines von der GPRA erarbeiteten Anforderungskatalogs, sollen Ausbildern an die Hand gegeben und mit ihnen gemeinsam besprochen werden. Inwieweit sich gerade Universitäten darauf einlassen werden, ihre Ausbildungskonzepte an den Agenturbedarf anzupassen, bleibt jedoch fraglich.
Land in Sicht?
Auf der Seite der Studierenden hinterließen die Äußerungen des GPRA-Präsidenten viel Raum für Diskussionen und Fragen: Sollen Berufseinsteiger nun neben der PR-Ausbildung noch zusätzliche Abschlüsse in Marketing und BWL vorweisen, um dann über ein schlecht bezahltes Traineeship in den Agenturbetrieb einzusteigen? Was kann unter diesen Voraussetzungen überhaupt der Anreiz sein, seine Karriere mit einem Agenturjob zu beginnen? In diesem Zusammenhang betonte Kohrs, dass besonders Hochschulabsolventen nicht ungeeignet für die Agenturbranche seien. Im Job selbst lerne man schließlich am besten die Abläufe kennen und profitiere von den Erfahrungen der Kollegen. Dennoch habe sich die Situation der Agenturen verändert: Die professionellen Anforderungen von Kundenseite steigen. Der PR-Nachwuchs hat es schwerer sich zu behaupten, da jeder Fehler genau beobachtet wird und negative Folgen haben kann. Die GPRA sieht ihre zukünftige Aufgabe auch darin, Ausbildungsinstitutionen aufzufordern, den Nachwuchs auf solche Herausforderungen vorzubereiten.
Dass sich ein Einstieg in die Agenturbranche dennoch lohnt, ist laut GPRA-Präsident nicht von der Hand zu weisen. Die Agenturarbeit sei schließlich gezeichnet durch vielfältige Themen- und Aufgabenbereiche, unterschiedlichste Kunden und flache Hierarchien. Als Newcomer könne man hier früh Verantwortung übernehmen sowie freier als in Unternehmen die eigenen Ideen einbringen und eigene Konzepte entwickeln. Für Kohrs ist eines klar: „der Berater-Beruf ist das schärfste, was du erwischen kannst“. Davon wollen er und die GPRA künftig auch die jungen PR-Talente überzeugen: „Die GPRA kämpft dafür, dass der Nachwuchs eine Branche vorfindet, die eine geordnete Struktur hat, auf die man sich verlassen kann.“ Vor dem Verband und seinen Mitgliedsagenturen liegt zweifelsohne ein großer Berg an Hausaufgaben. Dem ist sich auch Kohrs bewusst: „Das ist als würdest du auf hoher See dein Schiff streichen, während du volle Fahrt für Kunden arbeitest.“
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Nach der LPRS-Veranstaltung hat Nadja Enke für den "PR Report" GPRA-Präsident Uwe Kohrs interviewt: "Zum Teil fehlt es an sozialer Kompetenz". Das interessante Interview hier bitte online nachlesen.

PR-Nachwuchsdebatte mit GPRA-Präsident Kohrs in Leipzig: Ein Unwetter zur rechten Zeit

Der Termin von Uwe A. Kohrs, Präsident der Gesellschaft PR-Agenturen e.V., bei den Leipziger PR-Studenten am 26. November stand lange fest. Durch einige Medienveröffentlichungen über Aussagen Kohrs‘ zur Qualität des PR-Nachwuchses bekam der Termin im Vorfeld eine brisante Aktualität. Wie sich Kohrs bei der Diskussion mit dem LPRS – Leipziger Public Relations Studenten e.V. aus der Affäre gezogen hat, welche Aussagen er relativiert und welche er verstärkt hat, haben zwei der Betroffenen für das „PR-Journal“ zusammengefasst. Es folgt ein Bericht von Nicole Menzel und Isabel Reinhardt, beide Mitglied im LPRS.

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Immer weniger PR-Absolventen streben eine Karriere in einer Agentur an. Die Gründe: geringere Bezahlung und eine schlechtere Work-Life-Balance als bei den Kommunikationskollegen in einem Unternehmen oder in Unternehmensberatungen. Klischees, die sich die PR-Agenturen selbst zuzuschreiben hätten, meint Uwe Kohrs, Präsident der GPRA am 26. November bei seinem Besuch in Leipzig. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „WISSENschafftPRAXIS“ stellte sich der GPRA-Präsident der aktuellen Nachwuchsdebatte und den Fragen der Leipziger Hochschulabsolventen. Kohrs schilderte seine Sicht auf die aktuelle Situation der deutschen Agenturbranche und schlussfolgerte, wie wichtig Qualitätsstandards auf Seiten der Agenturen und Anpassungen auf Seiten der Ausbilder seien. Nur so könne man den problematischen Entwicklungen der Gegenwart begegnen.

Agenturbranche im Umbruch – Der Preis bestimmt den Markt

Agenturen stehen heute unter immensem Druck. „Wir reden mit Einkäufern über Kommunikation und die interessiert nicht nur die Qualität, sondern vor allem der Preis“, schildert Kohrs. Das Angebot mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis bekommt den Auftrag. Ein gefährliches Preisdumping habe dazu geführt, dass selbst langjährig erfolgreiche Agenturen ihre Arbeit in jüngerer Vergangenheit einstellen mussten. Bei gleicher Leistung fielen Honorare heute geringer aus – der monetäre Druck nehme zu. Dies spiegele sich zwangsläufig auch in der Bezahlung von Nachwuchskräften wider. Bliebe es bei einem kontinuierlichen Rückgang der Honorarzahlungen, so gäbe es für Kohrs und die GPRA kaum Spielräume in Bezug auf die Vergütung von Traineeships und Volontariaten.

Die Lösungsansätze des GPRA-Präsidenten: Eine Kampagne für Mindesthonorare bei PR-Agenturen und einheitliche Mindeststandards in Sachen Dauer und Bezahlung von Weiterbildungsprogrammen. Ginge es nach Kohrs, müsse dabei die Vorbildung des einzelnen Bewerbers Berücksichtigung finden: Je höher und fachspezifischer der Bildungsabschluss, desto anspruchsvoller die Aufgaben und höher die Bezahlung. Die inhaltliche Standardisierung von Traineeships und Volontariaten betrachtet Kohrs dagegen als schwierig, wenn nicht gar unmöglich: Ausrichtung und Arbeitsfelder verschiedener Agenturen seien dafür zu unterschiedlich und kaum auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Lotsen ohne Kompass? – Veränderte Anforderungen an Ausbilder und Nachwuchs

Der Umbruch der Agenturbranche äußert sich laut Kohrs nicht nur durch rückläufige Honorare – auch Art und Inhalte der heutigen Agenturarbeit haben sich verändert: Kunden erwarten ganzheitliche Lösungen; die traditionelle Öffentlichkeitsarbeit wird zunehmend zum Auslaufmodell. Im Mittelpunkt steht der direkte digitale Dialog als zentrales Element von Kommunikationsstrategien und der Kampf um die Content-Hoheit. Die zentrale Herausforderung liege laut Kohrs für Agentur-Mitarbeiter heute in der Beherrschung der Komplexität und im übergreifenden Verständnis von Zusammenhängen: „Ein Lotse im digitalen Meer zu sein, wird der Dreh- und Angelpunkt in der Tätigkeit eines Beraters.“

Der Status Quo der heutigen PR-Ausbildung werde diesen Anforderungen nach Ansicht der GPRA nicht immer gerecht. Das Kernproblem: Viele aktuelle Ausbildungsprogramme würden keine Berater mit Führungsqualitäten, sondern Theoretiker mit Basiswissen und Handwerker ausbilden. Was Mann und Frau Kommunikator zukünftig vor allem bräuchten, seien soziale Kompetenz, die Fähigkeit Vertrauen aufzubauen, eine gefestigte Persönlichkeit, Überzeugungskraft, Neugier, Verantwortungsbereitschaft, das Potenzial für Menschen- und Themenführung und das Können, Menschen zu motivieren. „Es geht um die Fähigkeit, Berater zu sein und dafür auch ein Stück weit das Talent zu besitzen“, meint Kohrs und fügt hinzu: „Die Initiierung und Förderung solcher Soft Skills kann und sollte schon in der Grundausbildung verankert sein.“ Dem GPRA-Präsidenten ginge es dabei nicht darum, der einzelnen Nachwuchskraft einen Mangel an sozialer Kompetenz zu attestieren, sondern vielmehr um die Anerkennung solcher „weichen“ Fähigkeiten als fester Bestandteil eines Berufs- und Ausbildungsprofils. Dennoch sei eine zunehmend fehlende soziale Kompetenz ein Befund, der aus den Reihen der GPRA-Mitgliedsagenturen an Kohrs herangetragen wurde.

Wer schließlich in einer Agentur anfängt, muss eines tun: Basics lernen. „Wer ans Steuer will, muss die Systeme verstehen“. Um die Komplexität von Agenturleistungen zu verstehen, seien, laut Kohrs, auch Kenntnisse über Marketing, Marketingkommunikation, betriebswirtschaftliche Grundlagen und unternehmerisches Denken nötig. Beispielsweise müsse man als Agenturmitarbeiter in der Lage sein, ein Marketingbriefing lesen und verstehen zu können. „Hierbei handelt es sich um Kompetenzen, die man vergleichsweise leicht durch die Integration einzelner Seminarangebote schulen könnte. Wir hoffen hier auf den Dialog mit den Ausbildern“, so der GPRA-Präsident. Ohnehin sei es nicht Ziel des Verbandes gewesen, den PR-Nachwuchs zu kritisieren: „Zwar bin ich über den Verlauf der öffentlichen Debatte nicht unzufrieden, bedauere es aber, dass sich Studenten nun persönlich verantwortlich fühlen.“ Vielmehr wolle man eine Diskussion mit verschiedenen Ausbildungsinstitutionen anmahnen. Die zuvor genannten Anforderungen, Teile eines von der GPRA erarbeiteten Anforderungskatalogs, sollen Ausbildern an die Hand gegeben und mit ihnen gemeinsam besprochen werden. Inwieweit sich gerade Universitäten darauf einlassen werden, ihre Ausbildungskonzepte an den Agenturbedarf anzupassen, bleibt jedoch fraglich.

Land in Sicht?

Auf der Seite der Studierenden hinterließen die Äußerungen des GPRA-Präsidenten viel Raum für Diskussionen und Fragen: Sollen Berufseinsteiger nun neben der PR-Ausbildung noch zusätzliche Abschlüsse in Marketing und BWL vorweisen, um dann über ein schlecht bezahltes Traineeship in den Agenturbetrieb einzusteigen? Was kann unter diesen Voraussetzungen überhaupt der Anreiz sein, seine Karriere mit einem Agenturjob zu beginnen? In diesem Zusammenhang betonte Kohrs, dass besonders Hochschulabsolventen nicht ungeeignet für die Agenturbranche seien. Im Job selbst lerne man schließlich am besten die Abläufe kennen und profitiere von den Erfahrungen der Kollegen. Dennoch habe sich die Situation der Agenturen verändert: Die professionellen Anforderungen von Kundenseite steigen. Der PR-Nachwuchs hat es schwerer sich zu behaupten, da jeder Fehler genau beobachtet wird und negative Folgen haben kann. Die GPRA sieht ihre zukünftige Aufgabe auch darin, Ausbildungsinstitutionen aufzufordern, den Nachwuchs auf solche Herausforderungen vorzubereiten.

Dass sich ein Einstieg in die Agenturbranche dennoch lohnt, ist laut GPRA-Präsident nicht von der Hand zu weisen. Die Agenturarbeit sei schließlich gezeichnet durch vielfältige Themen- und Aufgabenbereiche, unterschiedlichste Kunden und flache Hierarchien. Als Newcomer könne man hier früh Verantwortung übernehmen sowie freier als in Unternehmen die eigenen Ideen einbringen und eigene Konzepte entwickeln. Für Kohrs ist eines klar: „der Berater-Beruf ist das schärfste, was du erwischen kannst“. Davon wollen er und die GPRA künftig auch die jungen PR-Talente überzeugen: „Die GPRA kämpft dafür, dass der Nachwuchs eine Branche vorfindet, die eine geordnete Struktur hat, auf die man sich verlassen kann.“ Vor dem Verband und seinen Mitgliedsagenturen liegt zweifelsohne ein großer Berg an Hausaufgaben. Dem ist sich auch Kohrs bewusst: „Das ist als würdest du auf hoher See dein Schiff streichen, während du volle Fahrt für Kunden arbeitest.“

Kommentare

 
#3 christian neumann 2013-12-16 22:26
Vielleicht dazu abschließend och eine Anekdote: Vielleicht ist es die Unwissenheit einiger Personaler oder es sind die krummen Vorgaben und Wünsche aus den Fachabteilungen mit Mitarbeitern, die eben genau diese Abschlüsse haben und sich deshalb für ganz groß halten, doch, mir wurde einmal die Frage gestellt: "Wie, ihr macht keine Marketingtheori e im Studium? Ja, was ist Kommunikationsw issenschaft denn dann?" - Das blieb meinerseits ohne Worte - und zwar aus einem einfachen Grund: Liegt es tatsächlich im Interesse der Absolventen, an diesem Glauben etwas zu ändern, wenn es ihnen doch die Möglichkeit offeriert, ÜBERHAUPT für ein Berufsfeld "geeignet" zu sein? Nein. Ich werde auch weiterhin bei meinen Bewerbungen immer das erzählen, was gerade verlangt ist. Hat bislang ja immer geklappt ;)
CN
 
 
#2 christian neumann 2013-12-16 22:25
Guten Abend,
die Diskussion, ob "20.000 Euro" pro Jahr genug an Gehalt sind, ist doch so überfällig wie gleichermaßen überflüssig. Dies gilt auch, da es keinen preislichen Uterschied macht, ob man sich als BA-Absolvent oder als Master of "irgendwas" bewirbt.Warum?" Brancheninterna " - wie folgt erklärt: Liegen Bewebrungen von Leuten mit beiden Abschlüssen vor, so ist der Master imme rnoch der Dumme, denn er wird aufgrund seines formal höheren Abschlusses ein Angebot erhalten - zu gleichen Konditionen. Der Bachelor spart sich zumidnest die Zeit fürs Vorstellungsges präch und ein eben solch unmoralisches Angebot.
Es wird durch den Preisdruck im Agenturgeschäft schon dabei bleiben, dass sich kleine, wie große (Netzwerk-)Agen turen immer weiter mit Praktikanten behelfen und diese dem nichts ahnenden Kunden mit bis zu 80 Euro in Rechnung stellen! Und sofern die jungen Mitarbeiter mit dem Studium (BA/MA) bereits durch sind, werden (ganz im Sinne des Fair-Company-Bl ödsinns) die gleichen Drecks-Jobs als "Volontariate" und Traineeships getarnt und mit 500 Euro bruttovergütet. Das ist im Übrigen nicht an den Haaren herbeigezogen: Mir lagen schriftliche Angebote zweier namhafter Network-Agentur en aus Frankfurt und München vor. Ich habe erst wohlwollend getan, um zu sehen, ob das tatsächlich ihr Ernst ist und schließlich dankend abgelehnt. Ich hätte mir die Vertragsunterla gen als Andenken kopieren und einrahmen sollen!
Die eigentliche Diskussion müsste doch in eine andere Richtung laufen. Ich habe bislang noch nirgends einen ensprechenden Beitrag gefunden. Vielleicht möchte die Redaktion dies ja mal aufgreifen und ausbreiten: Es besteht ein Unterschiede dzwischen BA- und MA-Absolventen. Dieser sollte sich "preislich" bemerkbar machen. Punkt 1, wie beschrieben.
Aber: hat denn vielleicht shcon einmal jemand darüber nachgedacht, ob man bei derlei hochspezialisie rten und "spezialisieren den" Studigengängen (entschuldigen Sie den Ausdruck, das soll kein Zeichen von Arroganz sein - dennoch: es IST eine Spezialisierung , wenn man PR studiert!), die auch an Universitäten (namentlich Mainz und Leipzig als eine Art Pionierinstitut e in diesem Bereich - neuerlich auch die LMU mit ihrem PR-Forschungsma ster *uiuiui*), nicht ein Volontariat verkürzen oder gar "weglassen" kann? Nein, natürlich nicht - schließlich ist es ja eine "praktische Ausbildung", die man da genießt, wie man mir jüngst in einem renommierten Industrieuntern ehmen des DAX erklärte. nun gut - dann eben ab ins Ausland, wo BIldung made in Germany noch geschätzt und angemessen entlohnt wird! bei aller sozialer Sicherheit, die man hier vielleicht vorgegaukelt bekommt: jemand zwischen 20 und 30 verschenkt mit jedem cent, den er in "die rente" zahlt, bares Geld. Er wird nieals etwas davon wiedersehen.

Eines möchte ich hier noch anfügen:
Solange studierte "Medienwissensc haftler" sowohl von Werbe- als auch PR-Agentur-Seit e sowie teils auch von Unternehmen für Volontariate bzw. anderweitige Einstiegspositi onen im Kommunikationsb ereich angesprochen werden, läuft etwas gänzlich falsch.
Wer sich nach einem wie auch immer gearteten Bachelor-Abschl uss eingehend mit den Inhalten eines MEDIENwissensch aftlichen Studiums auseinanderstez t, der wird (auch als Laie) sehr schnell feststellen, dass im Verlgiech zur ganz änhlich klingenden "Kommunikations wissenschaft" oder von mir aus auch den Studiengängen der "Allgemeinen Sozialwissensch aften" (was auch immer, de Universitäten darunter verstehen) der Begriff "Medium" gänzlich anders definieren. In kaum einem komunikationwis senschaftlichen Studium (und ich kenne sie alle!) wird das Thema Marketing auch nur ein wenig angeshcnitten. Eine Ausbildung für die tägliche Arbeit in der Werbung (also für das Account Management) findet unter keinen Umständen statt - soviel sei gesagt! Bei PR ist dies sicher ein wenig anders gelagert, da PR-Theorie zumindest abgehandelt wird - dennoch aber bitte ausbaufähig.
Was aber soll jemand, der sich mit dem architektur- und kunstwissenscha ftlichen Ansätzen zum "Medium" in seinem medienwissensch aftlichen Studiengang (BA/MA) auseinandergese tzt hat, in der PR? Diese Anfordeung in gängigen Stellenausschre ibungen - ob Agenur oder Unternehmen entzieht sich meinem Verständnis.
 
 
#1 kommoguntia e.V. 2013-12-02 22:40
Ein sehr interessanter Vorschlag von Herrn Kohrs in der aktuellen Debatte. Wir von kom­mog­un­tia finden, ein Mindesthonorar ist gut und wichtig und eine Diskussion darüber längst überfällig. Denn ein PR-Mas­ter­stu­ di­um ist wert­voll und PR-Stu­den­ten ler­nen und leis­ten viel. Wer diese Leis­tun­gen nicht auch fi­nan­zi­ell wertschätzt, wer­tet damit den Bei­trag der Kom­mu­ni­ka­ti ­on im All­ge­mei­nen herab.

Gleichzeitig sind wir offen für einen noch in­ten­si­ve­re n Aus­tausch mit der Pra­xis, der für beide Seiten von Vorteil sein wird. Hier freuen wir uns über eine direkte Ansprache.

Unsere gesamte Positionierung zu der aktuellen Diskussion haben wir auf http://bit.ly/186BuEq auch noch einmal zusammengefasst .
 

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