PR-Initiativen Vorstaende14Die vier PR-Initiativen campus relations e.V. (Münster), kommoguntia e.V. (Mainz), LPRS e.V. (Leipzig) und PRSH e.V. (Hannover) kämpfen nun Seite an Seite für bessere Bedingungen beim Berufseinstieg. Im Kern fordern sie eine höhere Wertschätzung ein und wollen mit Agenturvertretern einen Anforderungskatalog an akademische Berufseinsteiger in die Kommunikationsbranche festlegen. Erstmals haben sich die vier Initiativen somit gemeinsam zur Nachwuchsdebatte positioniert. Mit einer geschlossenen Stellungnahme fordern die studentischen Vereine die Berufspraktiker der Branche zu einem offenen Dialog mit Ausbildungsinstitutionen und Studierenden auf. „Einem Berufseinstieg in PR-Agenturen sind wir generell nicht abgeneigt. Potenzielle Arbeitgeber sind gut beraten, das Potenzial der Bewerber im Agenturalltag wertschöpfend einzusetzen und Praktikanten, Volontären und Trainees mit einer fachbezogenen Vorbildung eine adäquate Wertschätzung entgegenzubringen“, erklären die Führungsspitzen der PR-Initiativen.
Foto: Die Vorstände der PR-Initiativen campus relations, kommoguntia, LPRS, PRSH (v.l.n.r.).

Weiter heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme: „Um die Nachwuchsdebatte konstruktiv fortzuführen, laden wir die Agenturvertreter zur gemeinsamen Formulierung eines Leistungs- und Anforderungskatalogs an akademische Berufseinsteiger in der Kommunikationsbranche ein.” Das Ziel der studentischen Initiativen in der Nachwuchsdebatte ist es, eine individualisierte und differenzierte Beurteilung und Bewertung von PR-Berufseinsteigern herbeizuführen. In Zusammenarbeit mit den studentischen PR-Initiativen sollen Vertreter aus Lehre und Praxis ein konkretes Anforderungsprofil für Berufseinsteiger konzipieren, das sowohl persönliche als auch fachliche beziehungsweise studienbezogene Qualifikationen benennt.

Hintergrund
Mit der gemeinsam formulierten Stellungnahme befeuern die Studenteninitiativen nun noch einmal die brancheninterne Diskussion über die Qualität der Agenturbewerber. Angestoßen hatte sie im Herbst des vergangenen Jahres der Präsident der Gesellschaft der Public Relations Agenturen e.V. (GRPA), Uwe Kohrs. Er bemängelte die nachlassende Qualität der Agenturbewerber. Mit einer Replik auf die Klage von Kohrs löste das Vorstandsteam der Public Relations Studierende Hannover e.V. (PRSH) dann eine längst überfällige Debatte um Qualifikation, Bezahlung und Wertschätzung von Berufseinsteigern in der PR-Branche aus.

Die Positionierung der PR-Initiativen zur Nachwuchsdebatte folgt hier im Original-Wortlaut:

  1. Wertschätzung individueller Fähigkeiten
    Volontariats- und Traineeprogramme sind an die studienspezifische Vorbildung eines jeden Bewerbers anzupassen. Im Rahmen der Agenturausbildung sollten Lehrinhalte, Dauer und Bezahlung an die persönlichen Fähigkeiten und fachbezogenen Vorkenntnisse der Bewerber angeglichen werden.
  2. Berufliche Fortbildung
    In der PR-Ausbildung an Universitäten und Hochschulen wird ein umfassendes Verständnis von Kommunikationstheorie, -arbeit und -wirkung vermittelt und analytisches Denken sowie Reflexionsvermögen gefördert. Die weitere Entwicklung erfolgt jedoch im Job und ist primär Aufgabe der Agenturen. Diese sollten den PR-Nachwuchs durch Fort- und Weiterbildungsangebote  in ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung unterstützen.
  3. Unabhängigkeit der Lehre
    Im Sinne einer Professionalisierung des Berufsfeldes müssen Agenturen mit Universitäten und Hochschulen im ständigen Dialog stehen. Ein wechselseitiger Austausch ermöglicht es, die akademische Ausbildung an die Anforderungen der Praxis anzupassen und gegebenfalls auch Defizite in der Lehre aufzudecken. Nichtsdestotrotz muss die Unabhängigkeit der universitäts- und hochschulbezogenen Lehre gewahrt bleiben.
  4. Kostendeckende Praktikumsvergütung
    Studierende erweitern durch Praktika ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, stellen aber gleichermaßen auch wertvolle Arbeitskräfte für PR-Agenturen dar. Unabhängig von Dauer und Standort muss die Vergütung von Praktika in der PR-Branche mindestens kostendeckend sein.

Über die studentischen Initiativen
Die Studierendeninitiativen campus relations e.V., kommoguntia e.V., LPRS e.V. und PRSH e.V. ergänzen durch ihre Vereinsarbeit den regulären Lehrbetrieb an Hochschulen und Universitäten. Gemeinsam fordern sie die Anerkennung und Akzeptanz der Leistung, des Wissenstands und des daraus resultierenden Mehrwerts der PR-Studierenden. 

 

Kommentare

 
#2 Kristin Becke 2014-05-05 22:19
Liebe Frau Krüger,

die Positionierung ist an Kommunikationsa genturen gerichtet, da von dieser Seite der Anstoß für diese Debatte Ende letzten Jahres kam. Dementsprechend gilt erstmal das Beziehungsdreie ck: Studierende, Hochschulinstit utionen und (GPRA)-Agenture n. Dass Unternehmen ebenfalls einen Ausbildungsauft rag innehaben, ist unumstritten. Wir wollen in der Debatte niemanden ausschließen, dennoch soll der Dialog vorrangig mit den Agenturen stattfinden. Wir freuen uns sehr über die Diskussionsbere itschaft von der GPRA und insbesondere über Ihr aktives Engagement, Frau Krüger!
 
 
#1 Birgit Krüger 2014-05-05 19:12
Liebe PR-Studierende,

als Zuständige für Aus- und Weiterbildung bei der GPRA freue ich mich sehr, dass der Wunsch besteht, den Dialog, den wir mit einzelnen Studentenvertre tern bereits begonnen haben, auf breiterer Ebene fortzuführen. Nachdem das Thema nun jahrelang brach lag, wird es höchste Zeit, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen – und das möglichst konstruktiv und kontinuierlich.

Ein wenig wundert mich lediglich die Tatsache, dass sich dieser Apell nur an Agenturen zu richten scheint. Im Punkt 2 (Berufliche Fortbildung) wird formuliert, dass die weitere Entwicklung “primär Aufgabe der Agenturen“ sei. Macht es nicht Sinn, auch Unternehmensver treter in Ihre Diskussion mit einzubeziehen? Bei mir als Agenturinhaberi n hinterlässt es einen Beigeschmack, dass Sie ausschließlich Agenturen diesen Bildungsauftrag zuordnen. Gute Weiterbildung kostet eine Menge Geld, das viele von uns gerne bereit sind zu investieren. Denn gute Agenturen brauchen gute Leute. Aber ist in diesem Kontext der Vorwurf der Ausbeutung wegen geringer Bezahlung, dem wir Agenturen häufig ausgesetzt sind, pauschal gerechtfertigt? Dieser Zusammenhang zum Beispiel erscheint mir diskussionswürd ig.

Lassen Sie uns weiter reden – mit allen Beteiligten. Lassen Sie uns darüber sprechen, welchen Beitrag wir alle dazu leisten können, damit Sie als PR-Studierende in einer sich stark verändernden Branche eine sichere Zukunft haben. Wir von der GPRA freuen uns darauf.
 

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