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Schulze van Loon (GPRA): "Einfluss gegenüber Markt, Medien und Politik weiter profilieren"

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Die GPRA Gesellschaft Public Relations Agenturen mit Sitz in Frankfurt am Main, der Wirtschaftsverband der PR-Branche, hat am 29. April in Berlin einen neues Präsidium gewählt. Nachfolger von Elisabeth Kohl wurde Dietrich Schulze van Loon, Geschäftsführender Gesellschafter von Molthan van Loon Communications Consultants in Hamburg. Wir konnten mit dem neuen Präsidenten direkt nach seiner Wahl ein Gespräch führen.

neues PR-Portal: Vor 20 Jahren hat Ihr Vater den Staffelstab seiner erfolgreichen GPRA-Präsidentschaft an Günter Thiele weitergegeben. Gibt es in unserer jungen PR-Branche eine Tradition - wäre sie belastend oder macht es einen stolz?

Foto: Dieter Schulze van LoonDietrich Schulze van Loon: Ich glaube nicht, daß es in unserer Branche eine besondere Tradition gibt. Von dem Streben nach strategischer Brillanz und operativer Exzellenz und der permanenten Weiterentwicklung unseres Berufes einmal abgesehen.
Für meinen Vater freue ich mich natürlich. Er war von 1979 bis 1985 Präsident der GPRA, also gerade zu Beginn  einer Zeit, in der ich meine ersten beruflichen Erfahrungen - nicht zuletzt auch im Dialog mit GPRA Persönlichkeiten wie z.B. Günter Thiele, Lutz Böhme, Volker Stolz - sammeln konnte. Mein Senior verfolgt das aktuelle Marktgeschehen sehr aufmerksam und hat mich auch ermutigt, für das Amt zur Verfügung zu stehen. Also eher Stolz als Belastung - und vielmehr noch: eine positive Herausforderung.


Zum ersten Mal ein (kühler?) echter Hamburger als GPRA-Präsident. Freuen Sie sich auf die Aufgabe? Was nehmen Sie vom Vorgängerpräsidium mit, was gibt es neues unter Ihrer Leitung?

Wer mich kennt, weiß daß ich kein kühler Norddeutscher, sondern aufgrund meines Werdegangs eher hanseatisch international ausgerichtet bin. Außerdem ist die Sage über die kühlen Hamburger eine Geschichte aus dem Märchenbuch.

Elisabeth Kohl und das gesamte Präsidium haben nach einigen Irritationen der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet und die GPRA ein gutes Stück nach vorn gebracht. Die Linie der Kontinuität wird konsequent nach innen und außen fortgesetzt. Dies zeigt sich auch in der weiteren Besetzung des Präsidiums mit Andreas Severin als Vizepräsidenten, Christina Marx (Ressort Themen und Medien) und Axel Wallrabenstein (Ressort Finanzen und Organisation). Wir haben mit einer Satzungsänderung die Zahl der Präsidiumsmitglieder auf nunmehr fünf um einen Sitz erweitert.

Michael T. Schröder verantwortet in Zukunft das Ressort Internationales. Damit möchten wir auch nach außen deutlich machen, daß wir künftig nicht nur den Dialog mit ausländischen Verbänden verstärken möchten, sondern daß die GPRA auch die Interessen von Agenturen internationaler Networks in Deutschland klar und vernehmlich vertreten kann.
Zentrale Themen wie das Communications Value System, das vorbildliche Engagement im Bereich Aus-und Weiterbildung und der gezielte Ausbau der Services für Mitglieder werden selbstverständlich weitergeführt.

Wir werden in Zukunft den begonnenen Weg fortsetzen und die GPRA als Verband führender PR-Agenturen in Deutschland mit Meinungsbildung und Einfluss gegenüber Markt, Medien und Politik weiter profilieren.

Die GPRA versteht sich als verbindende Klammer für die heterogenen Mitgliedsagenturen über den gemeinsamen Führungsanspruch, den gegenseitigen Austausch und das gemeinsame Verständnis in Hinblick auf Leistung, Qualität und Werte im Spannungsfeld von Wettbewerb und kollegialer Zusammenarbeit. Dies werden wir in den nächsten Wochen deutlich machen und die Beweisführung antreten, was die Mitglieder der GPRA darunter konkret verstehen. Ich bin überzeugt davon, daß sich die GPRA dann signifikant vom Markt differenzieren kann und ihre Attraktivität für weitere Qualitätsanbieter zusätzlich ausbaut.


Die GPRA ist als Wirtschaftsverband auch Interessenvertretung. Welches sind die wichtigsten Forderungen, die Sie für die PR-Agenturen in der Öffentlichkeit artikulieren werden?

Im Rahmen der Aus-und Weiterbildung muß eine tragfähige Lösung gefunden werden, die den Marktpartnern und vor allem dem PR-Nachwuchs gerecht werden und langfristig auch belastbar und zukunftsfähig sind.
Das Thema Künstlersozialversicherung muß eindeutig geklärt werden.
Darüberhinaus müssen wir deutlich machen, dass Qualität und Wertbeitrag ihren Preis haben und eben preiswert sind.
Wir werden uns künftig auch zu gesellschaftlichen Themen aktiv dann äußern, wenn wir einen plausiblen Grund dafür haben und einen weiterführenden Beitrag leisten können.  

 

 
Gemeinsamkeiten in der Kommunikationsbranche zu finden ist oft schwierig - was geschieht mit DPRG, Pressesprecherverband, Kommunikationsverband, GWA und DAPR? Jeder für sich - oder gibt es Gemeinsames?
 
Wir werden die bereits seit geraumer Zeit initiierten konstruktiven Gespräche und erfolgreichen Kooperationen mit DPRG , DAPR, und Pressesprecherverband selbstverständlich fortführen. Gleiches gilt für GWA und Kommunikationsverband. Hier bestehen zudem auch persönlich gute Kontakte, die ich gerne zum Wohle der GPRA einbringen möchte. 
    
 
Die Wirtschaftslage könnte besser sein - für die Unternehmen, die Gesellschaft aber auch für die PR-Agenturen als Arbeitgeber und Auftragnehmer. Die Globalisierung ermöglicht keine Insellösungen. Was ist wichtig zu tun in diesen schwierigen Zeiten? Neue Themen, neue Aufgabenfelder?
 
Was ist heute schon einfach. Ich bin überzeugt, daß sich in schwierigen Zeiten der Markt polarisiert. Für die GPRA insgesamt bin ich optimistisch, weil jedes Mitglied, so unterschiedlich auch das individuelle Geschäftsmodell sein mag, Kommunikation  im Sinne von Beratung, Konzeption, Führung und Durchsetzung erstklassig zu managen in der Lage ist. Diese über Jahre erworbenen Fähigkeiten prädestinieren die GPRA-Mitglieder für komplexe Aufgabenstellungen, auch im internationalen Kontext und in Bereichen wie z.B. Markenkommunikation, Health Care, Finanzkommunikation und Public Affairs über Deutschlands Grenzen hinweg. Die Themen Corporate Social Responsibility und Corporate Governance werden noch komplexer und herausfordender.  

Henry Ford hat einmal gesagt : "Wer Erfolg haben will, muß aussehen, als habe er Erfolg!" Dem ist nichts hinzuzufügen. Es gibt kein Erfolgsrezept, außer dem festen Willen, die zusätzliche Extrameile zu gehen, auch wenn der Weg noch so beschwerlich ist.  
 

 
Wenn Sie zwei Jahre voraus schauen ans Ende Ihrer (ersten) Wahlperiode. Wo steht die GPRA dann, welche Rolle werden die PR-Agenturen in der Kommunikationsbranche spielen? Wie viel Mitglieder wird die GPRA dann haben? Lohnt es sich für junge Menschen, in der PR zu arbeiten?
 
Ich möchte nichts vorweg nehmen: erst leisten, dann reden. Ich persönlich bin von einer guten Zukunft der GPRA überzeugt und auch davon, dass wir in zwei Jahren die Mitglieder gewonnen haben, die unsere Vorstellungen von Leistung, Qualität und Werten teilen und dem Verband ein Stück ihrer Leidenschaft widmen möchten.

Ich bin in unserem schönen Beruf seit mehr als 26 Jahren und freue mich auf jeden Tag. Neues dazu zu lernen, diffizile und sensible Aufgaben zu lösen - und mit interesanten Menschen zu arbeiten, ist faszinierend. Merke: Wer Lust hat auf diesen Beruf, wer sich auch quälen kann, nicht auf die Uhr schaut und vor allem intellektuell und professionell mehr als auf der Höhe sein will, dem sei der schwere Gang empfohlen. Denn auch bei uns kommt Kunst von Können. Es lohnt sich für junge Menschen. Wer Interesse hat soll sich melden, die GPRA-Mitglieder stehen bestimmt gern mit Rat und Tat zur Verfügung.

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12. Februar 2012 - 22:46

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