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Rankinghausen II: Qualitätsrankings im Überfluss?

"Neues aus Rankinghausen", schrieb unlängst Sebastian Vesper, Chefredakteur des "PR Report", dem Wirtschaftsmagazins der PR-Branche, über seinen guten Vergleich der diversen Rankings. Es gibt zwar seit 2006 nur noch ein PR-Umsatzranking: Pfeffers PR-Ranking (online seit 19. April hier im "PR-Journal") - nachdem zuvor vier Branchenpublikationen jeweils ihr eigenes Ranking abfragten. Bei den PR-Qualitätsrankings hat sich jedoch die Zahl verdreifacht. Bis letztes Jahr gab es nur das von Klaus Merten, emeritierter Kommunikationsprofessor der Uni Münster, das im Auftrag des Magazins der Kommunikationsbranche "prmagazin" erstellt und dortselbst veröffentlicht wurde. Merten hat 2006 nun sein eigenes Qualitätsranking abgefragt und im Maiheft des Fachmagazins "pressesprecher" veröffentlicht.

Und das "prmagazin" hat diesmal Josef Hackforth, Professor für Sport, Medien und Kommunikation erstmals beauftragt, ein Qualitätsranking zu erheben und zu analysieren. Unterstützt wurde die Aktion vom PR-Wirtschaftsverband GPRA. Außerdem startete zum Jahresanfang Benchpark, Hamburg (mit Unterstützung des "PR-Journal") eine neues PR-Qualitätsranking, das bis Jahresende einen professionellen Branchenüberblick ermöglichen soll. Bei Benchpark bewerten die Auftraggeber ihre Agenturen online und unbeeinflusst - ohne professorales "Aushängeschild" und ohne interessengeleitete Partner. Dies entspricht den Anmerkungen von pressesprecher-Chefredakteurin Carolyn Braun (weil genervte Agenturchefs beschlossen hätten, an keinem Ranking mehr teilzunehmen): "Ausgenommen wären dann naturgemäß jene Rankings, bei denen die Kundenseite befragt wird, aber nicht die aktive Mitarbeit der Agenturen gefragt ist."

Interessant ist sicher nun der Vergleich der beiden (methodisch nahezu gleichen) Qualitätsrankings. Außerdem könnten unbefangener Betrachter der Szene sich nach der Durchsicht des neuen PR-Qualitätsrankings im "prmagazin" vom Mai fragen, warum denn nachträglich das Gesamtranking in solche mit verschiedenen Etatgrößen "aufgedröselt" werden musste. Weil unter den Gesamt-Top 10 nur zwei (kleine) GPRA-Agenturen waren? Denn - oh Wunder - beim Ranking mit den Budgetgrößen über 400.000 Euro sind acht Agenturen unter den Top 10 (bei nur einer Bewertung?). Warum soll eigentlich ein kleiner Etat qualitätsmäßig anders zu bewerten sein als ein großer Etat? Qualität ist doch Qualität - oder?

Die GPRA sollte erkennen, dass hier im Gegensatz zu den großspurigen Ankündigungen kein nutzwerter Branchenservice abgeliefert wurde. Es könnte nach Täuschung der (zumindest Branchen-)Öffentlichkeit aussehen, wenn man nun feststellt, dass z.B. unter den Top 10 der großen Etats nur eine Agentur aus den Top 20 des PR-Umsatzrankings aufgeführt ist. Viele bekannte, erfolgreiche und vor allem große Agenturen haben nämlich an der Umfrage erst gar nicht mitgewirkt, weil sie ihre Kundendaten nicht wie vom "prmagazin" gewünscht an Professor Hackforth weitergegeben haben. Qui bono? Honi soit...     -fff-

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