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GPRA kritisiert Ausschreibungsverfahren des Bundespresseamtes
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Dienstag, 19. September 2006 16:04
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Mit großem Unbehagen beobachtet die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA), Frankfurt am Main, die laufende Diskussion um Ungereimtheiten im Vergabeverfahren des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung. Bei der Ausschreibung um den Rahmenvertrag war bekannt geworden, dass mit "Pergamon", einer Ausgründung der Berliner Werbeagentur Scholz & Friends, eine Agentur den Zuschlag erhalten sollte, die noch keine drei Jahre am Markt ist und auch weitere geforderte Zuschlagskriterien nicht erfüllt (siehe auch in der Rubrik "Digest" des "PR-Journals"). "Es ist unfassbar, dass mit dem Bundespresseamt ausgerechnet ein Organ der Bundesregierung es mit den Vergaberichtlinien offenkundig nicht so genau nimmt", so der Kommentar von GPRA-Präsident Dieter Schulze van Loon. "Das BPA hat viel Vertrauen eingebüßt."
Besonders brisant: Die jetzt bekannt gewordenen Vorwürfe der Mauschelei fallen zusammen mit der Neuordnung des Vergaberechts. Voraussichtlich Ende September wird der Bundestag die geänderte Vergabeverordnung beschließen, die zunächst einmal die EU-Richtlinie in deutsches Recht übernimmt. Die Vergabereform soll neben Bürokratieabbau auch für mehr Transparenz sorgen. In den Augen von Schulze van Loon ist das dringend notwendig: "Der vorliegende Fall zeigt deutlich, wie viel Schlupflöcher es nach wie vor gibt", so Schulze van Loon. "die Ausschreibungspraxis ist alles andere als transparent und nachvollziehbar." Der Verband prüft nun rechtliche Schritte, da der Fall nicht nur einzelne Agenturen, sondern eine ganze Branche betrifft. Schulze van Loon: "Die Beteiligung an einem solchen Vergabeverfahren ist für die beteiligten Agenturen mit einem großen finanziellen und personellen Aufwand verbunden. Da ist es unerlässlich, dass faire Bedingungen für alle herrschen."



