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Kartellamtschef Böge kritisiert Gier deutscher Manager
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 13. November 2006 um 15:58 Uhr Samstag, den 28. Oktober 2006 um 18:44 Uhr
Der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, hat das Profitstreben und die Kurzsichtigkeit vieler deutscher Manager kritisiert. Der Hang zu Größe und Macht arbeite gerade jenen zu, die mehr Staatsinterventionismus forderten, sagte Böge einem Bericht der "Börsen-Zeitung" zufolge auf einer Tagung in Luxemburg.
Die Gier nach schnellem Geld habe in den Management-Etagen offenbar dem Handeln nach Augenmaß den Rang abgelaufen. Nur so lasse sich die Vielzahl der gegenwärtigen Missbrauchsverfahren erklären. Böge forderte die Wiederentdeckung der Werte Ludwig Erhardts. Wer seine Freiheit behalten wolle, müsse damit verantwortlich umgehen. Der Kartellamtschef kritisierte auch das von Politik und Konzernen gebrauchte Argument, wonach nur große, so genannte nationale Champions international wettbewerbsfähig seien. Derartige Versuche hätten sich europaweit stets als Flops erwiesen. Obendrein hätten die Verbraucher und die heimische Konkurrenz das Nachsehen.
Auch der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Dietrich Austermann hat das Verhalten vieler deutscher Manager als unethisch kritisiert. Die Manager dürften ihr Handeln nicht nur an monetären Profiten ausrichten, sagte der CDU-Politiker den "Lübecker Nachrichten". Vergangene Woche hatte auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) das Verhalten von Unternehmensführungen kritisiert. "Es geht mir gegen den Strich, wenn Aufsichtsräte und Vorstände nicht mehr die Proportionen im Blick haben und nicht wissen, dass auch sie eine Vorbildfunktion haben", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" den Minister.

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