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PR-Ratschlag: DFB sollte mit einer Stimme sprechen

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Bei Yahoo gefunden: Im Skandal um manipulierte Fußballspiele gerät jetzt auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in die Kritik. Der Vorwurf lautet: Der DFB habe trotz detaillierter Hinweise auf einen möglichen Wettbetrug erst Monate später mit Ermittlungen und Presseerklärungen umfassend reagiert. Nun ist Krisen-Kommunikation gefragt. "Wichtig ist in solchen Fällen, die Öffentlichkeit rechtzeitig und vollständig zu informieren", sagte die Public-Relations-Expertin Carmen Golz aus Hamburg am 1. Februar der AP.

Auch über Fehlentscheidungen oder Missstände in den eigenen Reihen sollten die betroffenen Organisationen oder Unternehmen ohne falsche Scheu berichten, meinte sie. Nur so könne man im Krisenfall vertrauenswürdig bleiben oder Vertrauen zurück gewinnen.

Dass der DFB von dem Skandal und seiner rasanten Entwicklung offenbar völlig überrascht wurde, ist aus Golz' Sicht kein Einzelfall: "Viele Unternehmen (und verbände und Behörden) besitzen immer noch keinen Krisenplan und agieren dann im Notfall plan- und kopflos." In einem solchen Plan würden etwa Entscheidungsabläufe, Sprachregelungen und die Bildung eines Krisenstabs im Vorhinein festgelegt.

Ähnlich sieht es der Kommunikationsberater und frühere Sprecher der Shell AG, Klaus-Peter Johanssen aus Berlin. "Keinesfalls darf man auf das 'Prinzip Hoffnung' setzen, dass brisante Neuigkeiten nicht aufgedeckt werden. Heutzutage kann man nichts mehr unter der Decke halten." Sein Rat an den DFB lautet daher: "Wenn es noch Fakten gibt, die nicht bekannt sind, sollten diese sofort auf den Tisch. Denn Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind auch für den DFB das höchste Gut."

Essenziell ist es aus Sicht der Experten Golz und Johanssen zum Beispiel, den Medien und der Öffentlichkeit nur einen Vertreter als Sprecher zu präsentieren, damit widersprüchliche Aussagen möglichst vermieden werden. "Treten zu viele Personen vor die Kameras, ist das zumeist eher schlecht", meinte Golz, die wie Johanssen Mitglied im Arbeitskreis Krisenkommunikation der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) ist.

Beim DFB sieht man das offenbar anders: Gegenwärtig äußern sich neben dem offiziellen Sprecher, dem Mediendirektor Harald Stenger, regelmäßig die beiden Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder und Theo Zwanziger zu dem Thema, dazu auch die Chefs des Kontroll- und Schiedsrichterausschusses, Horst Hilpert und Volker Roth, sowie weitere Schiedsrichtervertreter. Frankfurt am Main, 1. Februar 2005 (AP)

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12. Februar 2012 - 19:35

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