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Jahresbilanz Werberat: 1.100 Proteste gegen kommerzielle Werbung
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Sonntag, 25. März 2007 00:02
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
MTV getadelt, ZDF verteidigt, klarmobil gerügt. Der Empörungsgrad in der Bevölkerung über kommerzielle Werbung in Deutschland ist im Jahr 2006 auf 1.116 beim Deutschen Werberat eingegangene Proteste gestiegen (Vorjahr: 788). Die Anzahl der von Beschwerden betroffenen einzelnen Werbekampagnen hat dagegen mit 341 Sujets im Vergleich zum Vorjahr (403) abgenommen, berichtete der Vorsitzende des Deutsche Werberats, Jürgen Schrader, am 20. März in Berlin.
Zu entscheiden hatte der Werberat über 229 Anzeigen Spots und Plakate. 166 davon sprach das Gremium von Kritik frei, wie beispielsweise die Eigenwerbung des ZDF. Der Sender bewirbt sein Programm mit der Abbildung von Prominenten, die sich jeweils mit einer Hand ein Auge zuhalten und dem Text dazu: „Mit dem Zweiten sieht man besser“. Den Vorwurf von Kritikern, damit würden sehbehinderte Menschen diskriminiert, konnte der Werberat nicht folgen.
Beanstandet hat die Institution insgesamt 63 Werbemaßnahmen der Wirtschaft. In 61 Fällen stellten die Unternehmen die Werbung ein oder änderten sie ab (Durchsetzungsquote: 97 Prozent). Nur in zwei Fällen musste eine öffentliche Rüge erfolgen, weil die betroffenen Firmen ihre kritisierten Motive zunächst weiter schalteten.
So veröffentlichte der Rendsburger Funknetzanbieter klarmobil eine Zeitungsanzeige mit dem nackten Oberkörper einer Frau und dem Text „Lust auf ’ne billige Nummer? Kannst auch Deine alte mitbringen“. Der Werberat war mit den Beschwerdeführern der Auffassung, Bild und Text erweckten den Eindruck, die abgebildete Frau sei für Geld zu sexuellen Handlungen bereit. Das verstoße gegen Branchengrundsätze.
Die zweite Rüge erging gleichfalls wegen Frauen diskriminierender Werbung an die KS Autoglas GmbH (Bornheim). Auf dem Kleintransporter der Firma ist ein Frauenpo in Spitzendessous abgebildet. Ein Pfeil zeigt auf ein Muttermal am nackten Teil des Gesäßes mit dem Hinweis „Steinschlagreparatur“ sowie „Solche Flecken auf Ihrer Windschutzscheibe reparieren wir kostenlos“.



