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Konzerne bauen auf internationaler Ebene ihre Lobbyarbeit aus

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Foto: RolkeLobbyarbeit und politische Einflussnahme werden für große Unternehmen immer wichtiger. Das zeigen eine Reihe von Studien, die an der FH Mainz unter Leitung von Prof. Dr. Lothar Rolke entstanden sind. So gaben in einer Befragung der DAX 30-Unternehmen sechs von acht Firmen (vor allem aus der Automobilindustrie und der Finanzwirtschaft) an, dass die Bedeutung von Lobbyarbeit zugenommen habe. Von 16 befragten internationalen Konzernen mit Hauptsitz in Europa, den USA oder Japan erklärten elf, dass die politischen Rahmenbedingungen für ihre strategischen Entscheidungen "wichtig“ oder sogar "sehr wichtig“ seien. Infolge seien sowohl die Budgetmittel als auch der Zeitaufwand für Lobbyarbeit in den vergangenen Jahren gestiegen. Das erklärten 90 Prozent der befragten Konzerne.

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Jeder zweite von ihnen will die Budgetmittel auch künftig weiter erhöhen. Um ihre politischen Ziele zu erreichen, werden die Firmen selber aktiv, nutzen aber auch die Verbände, die vor allem die Brancheninteressen im Blick haben.

Washington für Lobbying etwas wichtiger als Brüssel

Alle acht befragten Dax-Unternehmen verfügen über  Repräsentanzen in Berlin und Brüssel. Im Vergleich dazu: Von den 1200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland, so zeigte eine Repräsentativbefragung von 2003, besitzen nur 44 Prozent ein eigenes Büro in Berlin und/oder Brüssel.  Die Bedeutung der Lobbyarbeit steigt nach Auffassung von 81 Prozent der global agierenden Konzerne vor allem auf internationaler Ebene. Auch wenn im Rahmen der EU-Lobbyarbeit dabei Brüssel weiter an Bedeutung gewinnt, ist für die global auftretenden Konzerne – auch solche mit Hauptsitz in Europa –  derzeit Washington D.C. offenkundig noch wichtiger für die eigene Präsenz: Denn während 62 Prozent der 16 befragten internationalen Konzerne über Repräsentanzen in Brüssel verfügen, besitzen sogar 82 Prozent ein Büro in Washington D.C.

"Unternehmen müssen heute bei Strafe von Benachteiligung die Nähe zur Politik suchen“, erklärt dazu Professor Rolke, der in Mainz Betriebswirtschaft und Unternehmenskommunikation lehrt. Denn Unternehmen agierten weltweit auf vorregulierten Märkten.

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09. Februar 2012 - 21:06

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