Branche
PR-Frauen arbeiten drei Monate umsonst
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 15. Dezember 2007 um 19:30 Uhr Montag, den 26. November 2007 um 17:08 Uhr
Die Studie "Profession Pressesprecher 2007 - Vermessung eines Berufsstandes", in der die Mitglieder des Bundesverbandes deutscher Pressesprecher (BdP) von Günter Bentele, Lars Großkurth und René Seidenglanz befragt wurden, brachte es auf den Seiten 75ff. an den Tag: PR-Frauen verdienen im Schnitt 25 Prozent weniger als PR-Männer. Oder anders gerechnet: Seit Anfang Oktober arbeiten Frauen in Unternehmen, Verbänden und Behörden im Vergleich zu den Männern quasi umsonst. Eine EU-Studie ermittelte übrigens im Sommer 2007, dass in Deutschland Männer insgesamt ein um 22 Prozent höheres Gehalt haben als Frauen.
In der BdP-Studie steht als Erklärungsversuch zudem: Frauen verdienen nicht primär aufgrund ihres Geschlechts weniger, sondern weil sie seltener in Top-Positionen arbeiten und bislang im Schnitt geringere Berufserfahrung haben als Männer. Denn: bei den PR/OK-Einheiten auf höchster Leitungsebene beträgt der Männeranteil 60 Prozent. In kleineren (schlechter zahlenden) Organisationen und in Jobs ohne Leitungsfunktion sind dagegen die Frauen in der Mehrheit (62 %). Das Durchschnittseinkommen der 1.815 befragten angestellten PR-Praktiker beträgt übrigens 68.468 Euro. Ob sich an dem Mißverhältnis bis zur nächsten Befragung 2009 etwas ändert bleibt abzuwarten - schön (und gerecht) wäre es.
Da sich die Studie nur auf die BdP-Mitglieder bezieht - es wäre sicher interessant, mal zu untersuchen, wie sich Geschlechteraufteilung und die Bezahlung insgesamt in der PR-Branche und vor allem auch bei den PR-Agenturen verhält.

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