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Politikkongress: Von Delphi bis zum roten Teppich

Das zentrale große Thema des diesjährigen Kongresses war die einleitende Darstellung der Ergebnisse einer Delphi-Studie, in der über 100 Politiker unter 45 Jahren aus Parlamenten, Ministerien und Parteizentralen Schlüsselthesen zur Zukunft der politischen Kommunikation und Gesetzgebung bewerteten. Die Ergebnisse der Befragung haben die Politiker erneut als Experten bewertet und kommentiert. Herausgeber und Autoren der Delphi-Studie 2030 sind Rudolf Hetzel und Marco Althaus.

Althaus: Die Studie ist explorativ, nicht vorrangig normativ. Allerdings zielen unsere Fragen neben den Wahrscheinlichkeiten, Möglichkeiten, der Kontingenz von Entwicklungen auch auf die subjektive Wünschbarkeit und Wertung. Der Aussagemodus ist also nicht nur indikativ, sondern auch optativ - die Gestaltung der Zukunft und die Bewertung von Alternativen interessiert uns. Denn das ist es ja, was das Management politischer Kommunikation zum Gegenstand hat, und das sollte auch mit Blick auf Professionalisierung einerseits, Demokratieverständnis andererseits reflektiert werden."
(PR-Journal gibt mit freundlicher Genehmigung des Autors die Zusammenfassung der Delphi-Studie, Seiten  178 bis 180 wieder. pdf Hier als PDF herunterladen 204.00 Kb).

Der Teilnehmerliste des Politik-Kongresses 2005 war zu entnehmen, daß u.a. eine Hundertschaft von Assistenten der Bundestagsabgeordneten, einige prominente Abgeordnete und Referenten des Bundestages, Teilnehmer aus dem Kanzleramt und natürlich auch Agenturen, Berater, Verbandsführer und Mitarbeiter von Instituten die Breite einer gelungenen Expertenmischung garantierten.

In den Pausen kam es zu den gewünschten diskussionsfreudigen Begegnungen. Allgemeine Übereinstimmung: Die wichtigsten Ansatzpunkte für eine optimale Gesprächsbegegnung: im politischen wie im Public-Affairs-Kontaktbereich, z. B. in Wahlkämpfen, sind direkte Einzelgespräche gekoppelt mit interaktiven Zugangsmöglichkeiten im Internet. Die Wünsche der Teilnehmer bei der Begegnung mit den Themen der Podiumsdiskussionen konnten nicht immer kritikfrei erfüllt werden. Das kompakte Programm erzeugte einen Zeitdruck, der trotz durchweg guter Moderation die ein oder andere Erwartung enttäuschte. Insgesamt aber galt: Wenn jeder an sich denkt, ist zum Schluß an alle gedacht…

Abschließender Höhepunkt war die abendliche Gala im Haus der Weltkulturen mit der Verleihung der Awards (wir berichteten bereits darüber). Neben dem Award für Jürgen Rüttgers als "Strategen" beeindruckten am meisten die Laudatio der Unicef-Botschafterin Sabine Christiansen für Ursula von der Leyen als "Politikerin des Jahres". So authentisch und entspannt hat man beide noch nie erlebt. Und bevor die Party dann losging, würdigten Freund Willi Lemke und die Teilnehmer Henning Scherf und sein Lebenswerk mit einer standing ovation.

Schlußbemerkung
Der fünfte Politikkongreß wurde durch den unermüdlichen Einsatz von Rudolf Hetzel und seinem Teams im Organisationsablauf optimiert. Es war ein Kongreß alter und neuerer Einsichten. Und das sonst so oft zu findende Kongreßsyndrom "meet, eat and retreat" trat nicht auf, weil Themen, Diskutanten und Moderatoren nie von der opulenten Bewirtung überstrahlt wurden.

Wolfgang Reineke, Heidelberg

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