Branche
PR-Verbände ohne Kompetenz im Bildungsmanagement
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 12. März 2008 um 00:16 Uhr Mittwoch, den 27. Februar 2008 um 19:16 Uhr
PR-Journal-Interview mit Eberhard Knödler-Bunte, Potsdam/Berlin: Was künftig zählt, ist die nachweisbare Qualität von Wissen und anwendungsbezogenen Kompetenzen. Plädoyer für eine neue, unabhängige Prüfungsinstitution. Das "PR-Journal" interviewte Eberhard Knödler-Bunte, Präsident der UMC Potsdam (FH), Professor am Institut für Kommunikations- und Medienmanagement sowie Vorsitzender der Horizont-Stiftung, zu seinem Offenen Brief über eine Initiative für eine unabhängige PR-Prüfungsinstitution.
Frage: Sie haben sich in der PR-Branche seit vielen Jahren dafür engagiert, dass es wieder eine einheitliche und unabhängige PR-Prüfungsinstitution gibt. Nun nimmt diese Prüfungsinstitution in Form der PZOK, die von drei Kommunikationsverbänden getragen wird, Gestalt an und Sie rufen nun gleichzeitig zur Gründung einer neuen Prüfungsinstitution auf. Wie passt das zusammen?
Antwort: Die Antwort darauf fällt leicht. Die beteiligten Verbände DPRG, Bundesverband der Pressesprecher und GPRA hatten zwei Jahre lang Zeit, eine Prüfungsinstitution auf die Beine zu stellen. Sie haben es bis heute nicht geschafft. Der erste Workshop der PZOK, der am 28.2.08 stattfindet, fängt, folgt man der Tagesordnung, wieder bei Null an. Aber so viel Zeit haben wir nicht mehr. Es gibt von Seiten der PZOK keine Prüfungs- und Zertifizierungsordnung, keine feststehende Prüfungskommission, kein Prüfungsprofil, was man und mit welchen Zielen man prüft. Offensichtlich verfügen die Verbände über keine ausreichende Kompetenz im Bildungsmanagement, zumal diejenigen, die das notwendige Know-how mitbrachten, inzwischen entnervt das Handtuch schmissen.
Die gegenwärtige Situation ist unhaltbar, für uns als Bildungsträger und in noch viel höherem Maße für unsere Studierenden. Wir sind nicht in der Lage, unseren Studierenden zu sagen, wer unter welchem Label wie prüft. Prüfungsfragen sind immer auch Marktfragen, und deshalb hört hier die Gemütlichkeit auf. Die Unprofessionalität der Verbände hat unmittelbar negative wirtschaftliche Auswirkungen für die Bildungsträger, die wir nicht hinnehmen können. Deshalb ist es an der Zeit, dass die Bildungsträger die Sache der Prüfung selber in die Hand nehmen.
Das komplette Interview
kann hier als PDF-Dkument heruntergeladen werden 21.15 Kb.

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