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Studie: Einstellung deutscher Journalisten zum Web 2.0

Die PR-Agentur vibrio. Kom­mu­ni­ka­tions­management Dr. Kausch, Unterschleißheim, spezialisiert auf Technologie-PR in Deutschland, Österreich und der Schweiz, stellt die Ergebnisse einer Journalistenbefragung zum Thema Web 2.0 vor. Im Auftrag von Oracle Deutschland befragte die Agentur im Mai 2008 deutsche Journalisten von IT-Fachmedien, Tageszeitungen, Online-Medien und Rundfunk zu ihrer Erfahrung und Meinung in Bezug auf Web 2.0. Die veröffentlichte Kurzfassung der Analyse basiert auf einer Stichprobe von 82 Antworten.

Die Studie will PR-Verantwortlichen in Unternehmen und Agenturen eine Entscheidungshilfe für den Einsatz von Web 2.0-Werkzeugen in der PR-Arbeit geben. Der Geschäftsführer der Agentur vibrio, Dr. Michael Kausch, fasst die Ergebnisse zusammen: „Web 2.0 wird die klassischen Instrumente der PR-Arbeit auf absehbare Zeit sicherlich nicht ersetzen. Vielmehr belegen die Antworten der befragten Journalisten den wachsenden Stellenwert direkter persönlicher Kontakte zwischen Unternehmen und Agenturen auf der einen und Medienvertretern auf der anderen Seite. Einige Web 2.0-Tools, wie zum Beispiel Blogs, Wikis und Social Communities werden aber heute schon von Journalisten in erheblichem Umfang vorwiegend zur Recherche genutzt. Andere Werkzeuge, wie das Social Media-Format, werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Web 2.0 ist also eine ergänzende Herausforderung für moderne PR-Arbeit.“

Die Studie beschränkt sich bewusst auf die Bedeutung des Web 2.0 für klassische Medien und Journalisten mit einem Schwerpunkt auf Technologie-Medien. Die wachsende Relevanz neuer Opinion Leader, zum Beispiel Blogger, die künftig mit etablierten Journalisten um die Meinungsführerschaft konkurrieren werden, war nicht Gegenstand der Studie. Michael Kausch sieht aber gerade hierin eine der zentralen neuen Herausforderungen für PR-Spezialisten: „Mit Bloggern und Meinungsführern in virtuellen sozialen Netzen entsteht für PR-Experten eine völlig neue Zielgruppe. Dies erfordert auch ein völlig neues Selbstverständnis der PR als Partner in offenen interaktiven Kommunikations­prozessen.“ Entsprechend müssten die Ergebnisse der Studie im Umfeld einer geänderten Aufgabenstellung der PR in der Unternehmenskommunikation interpretiert werden.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick

1. Die Nutzung von Web 2.0-Tools unter deutschen Journalisten ist weit verbreitet: Jeder Zweite nutzt typische Web 2.0-Werkzeuge mindestens einmal pro Tag.

2. Die wichtigsten Web 2.0-Werkzeuge sind Wikis, RSS Feeds und Blogs. Multimediale Inhalte werden deutlich seltener genutzt. Soziale Netze sind unter den befragten Journalisten weit verbreitet: Mehr als 60 Prozent sind Mitglied auf Xing.

3. Das Nutzungsverhalten ist überwiegend konservativ, das heißt Web 2.0 wird schwerpunktmäßig für Recherche-Zwecke eingesetzt. Die interaktiven Potenziale des Web 2.0 werden von Journalisten derzeit noch kaum genutzt.

4. Die Akzeptanz von Web 2.0 reduziert sich heute vor allem auf „alte“ Web 2.0-Techniken wie Social Communities, Blogs und RSS. Demgegenüber ist zum Beispiel Twitter ebenso wie die Diskussion um Social Media Releases noch weitgehend unbekannt. Selbst Podcasts und Vodcasts werden nur selten genutzt. Das Interesse an interaktiven und multimedialen Tools ist ebenso gering wie die Bereitschaft, aktiv im Web 2.0 zu kommunizieren.

5. Noch ist Misstrauen gegenüber Web 2.0 weit verbreitet. Blogs und User Generated Content leiden noch immer unter einem großen Glaubwürdigkeitsdefizit. Beklagt werden vor allem das Fehlen journalistischer Standards und die Anonymität der Informanten.

6. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Alter eines Journalisten und seiner Offenheit für Web 2.0: Jüngere Journalisten sind nicht aktiver als ältere Kollegen. Online-Journalisten sind erwartungsgemäß stärker im Web 2.0 engagiert als Kollegen aus Print-Medien. Aussagen zur Aktivität von Rundfunk-Journalisten können auf Grund des niedrigen Signifikanzniveaus nicht getroffen werden.

7. Journalisten erwarten von den Online-Angeboten der Unternehmen und Agenturen vor allem klassische Services, wie Kontaktdaten, reprofähige Bilder zum Download und Links auf weiterführende Informationen. Das Interesse an multimedialen Inhalten (Vodcasts und Podcasts) ist vergleichsweise gering. Interessant ist, dass die Verfügbarkeit von Kontaktdaten der PR-Agentur fast genauso stark gefragt ist wie die Verfügbarkeit von Kontaktdaten der Pressestellen.

8. Pressekonferenzen und andere Veranstaltungen werden nach Einschätzung der befragten Journalisten künftig weiter an Bedeutung verlieren. Wachsende Bedeutung kommt hingegen persönlichen Kontakten und von Unternehmen und Agenturen komplett angelieferten Beiträgen zu.

Die Kurzfassung der Studie steht unter dieser Web-Adresse zur Verfügung.

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