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Banken kommunizieren in der Krise zu wenig

Wer die Webportale der vier größten privaten Geldinstitute in Deutschland besucht, fühlt sich in die heile Welt vor dem Platzen der Spekulationsblase zurückversetzt: Mit keinem Wort werden die Turbulenzen am Kapitalmarkt kommentiert. „Das ist symptomatisch für das Kommunikationsverhalten des Finanzsektors und angesichts der der dramatischen Lage überhaupt nicht angebracht. Auf einigen Webseiten wird sogar über Wachstumsprogramme oder neue Filialeröffnungen geschrieben – aber kein Wort zur Krise. Dabei kommt es jetzt darauf an, aktiv den Dialog mit den Kunden und der Öffentlichkeit zu suchen  und so selbst vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Sebastian Callies, geschäftsführender Gesellschafter von Callies und Schewe Kommunikation in Mannheim. Der ehemalige Wirtschaftsjournalist und PR-Berater unterstützt mit seinem Partner Kim Schewe technologieorientierte Unternehmen und Konzerne bei der authentischen Kommunikation mit ihren Kunden und Mitarbeitern.

„Die Finanzhäuser haben sich in den letzten Jahren vor allem auf ihre starken Marken verlassen. Verschwiegenheit war im Bankgewerbe bislang immer ein Zeichen von Solidität. Jetzt aber wirkt es wie Geheimniskrämerei. Die Banken kommunizieren in der Krise viel zu wenig und sorgen so für noch mehr Verunsicherung am Markt“, so Callies. Auch Informationskampagnen, die Kunden schnell über den aktuellen Stand ihrer Bank in der Krise aufklärten, seien bislang die Ausnahme - obwohl die Turbulenzen bereits seit Wochen andauern. Während Kunden und Öffentlichkeit einem medialen Trommelfeuer an Negativ-Meldungen ausgesetzt seien, gingen die wichtigsten Institute in Deckung, statt offensiv mit der Lage umzugehen.

„Angebracht wäre es vielmehr, in Unternehmensmedien auf die aktuelle Situation einzugehen und den Kunden die Folgen der Krise für das eigene Institut sachlich zu erläutern. Der Kunde bekäme so auf allen Kanälen ein klares Signal: Mein Geldinstitut hat die Übersicht über die eigene Lage und kümmert sich um mich“, sagt Callies.  In den Geldhäusern seien in der Regel ohnehin zahlreiche Kommunikationsinstrumente im Einsatz – wie Webseiten, aber auch Kundenmagazine, Podcasts oder Newsletter. „Leider wird das Potenzial dieser Medien für eine aktive Krisenkommunikation bislang überhaupt nicht ausgeschöpft.“

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