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Heimliche Lobbyisten, versteckte PR. Wie anfällig sind die Medien?
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 22. Juni 2009 um 21:45 Uhr Montag, den 22. Juni 2009 um 20:52 Uhr
WDR: In Deutschland gibt es mehr PR-Mitarbeiter als hauptberufliche Journalisten – und immer wieder schaffen es bestellte Botschaften und bezahlte Wahrheiten in die Medien. Zunehmend agieren Unternehmen und Verbände dabei verdeckt: Mit manipulierten Umfragen, durch Statements heimlich bezahlter Prominenter oder Experten, mit gezielten Leserbriefen oder Beiträgen in Internetforen sollen die gewünschten Botschaften platziert werden. Jüngstes Beispiel ist die Deutsche Bahn, die mit gezielter Manipulation der Berichterstattung ihr Image aufzupolieren wollte.
Leser und Zuschauer erfahren davon meist nichts. Sie haben kaum eine Möglichkeit zu prüfen, wie unabhängig ein zitierter Experte oder eine Internetseite ist. Was bedeutet das für die Glaubwürdigkeit von Zeitungen, Zeitschriften, Sendern und Internetseiten? Funkhaus Wallrafplatz diskutierte über heimliche Lobbyisten, versteckte Werbung und platzierte Botschaften in den Medien.
Gäste im Hörfunk-Studio bei WDR 5 am 20. Juni von 09:20 bis 10:00 Uhr: Heidi Klein, Politikwissenschaftlerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied von LobbyControl und Hans Leyendecker, investigativ arbeitender Journalist der Süddeutschen Zeitung.
Zum Nachhören auf WDR 5.
Es ging vor allem um den Bahn-PR-Skandal. GPRA und de'ge'pol haben dazu Stellung genommen und damit die Interessen der PR-Tätigen gewahrt. Beide Verbände sind Mitglied des Deutschen PR-Rates. Dessen weitere Mitglieder, DPRG und BdP, waren sich für eine Stellungnahme zu schade. Mit dem Hinweis des DPRG-Präsidenten Ulrich Nies, der Dt. PR-Rat sei ja befasst. Wieder mal eine Chance vertan, als Berufsverband Flagge zu zeigen - schade.

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Es gibt nun einmal mehr Unternehmen und Organisationen als Zeitungen und andere Medien. Deshalb sind die Zahlenverhältnisse normal und legitim. Jedes Unternehmen bzw. jede Organisation hat das Recht und auch die Verpflichtung, über sich selbst zu sprechen. Das ist der Job der PR. Und dass diese Botschaften dann in die Medien gelangen ist richtig und sinnvoll. Einziges Kriterium kann doch sein, ob die Wahrheiten Nachrichtenwert für die Nutzer des jeweiligen Mediums haben und im Wettbewerb mit anderen Wahrheiten bestehen können. Wie der Journalist davon erfuhr, ist völlig unwichtig. Allerdings hat er es bei seiner Arbeit meistens leichter, wenn sein Lieferant bzw. Gesprächspartner jemand ist, der professionell mit ihm umgehen kann, also ein PR-Fachmann. Wie er dann mit der PR-Meldung bzw. dem PR-Menschen umgeht, ist von seiner Professionalität abhängig.
Jürgen Braatz DPRG Norddeutschland