Ein offener Brief: Warum ich der DPRG den Rücken kehre
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 04. August 2009 um 17:52 Uhr Erstellt am Freitag, 24. Juli 2009 um 14:55 Uhr
Ich habe mit Schreiben vom 24. Juli der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) die Mitgliedschaft aufgekündigt (nach zwanzig Jahren). Laut Satzung ist dies erst zum Jahresende möglich – ich würde lieber sofort gehen.
Für meinen Rückzug nehme ich eine Menge Details zum Anlass. Über lange Zeit haben sie sich zu dem beherrschenden Eindruck verdichtet, die DPRG sei nicht nur nutzlos und überflüssig, sondern sogar für unseren Berufsstand schädlich. Ich greife drei Dinge heraus, die ich als kennzeichnend für Stil und Charakter der derzeitigen DPRG erachte:
1) Am 27. Juni gab es eine miserabel besuchte Mitgliederversammlung, die dennoch von vielen Anwesenden als die turbulenteste seit vielen Jahren erlebt wurde. Ein leider ungeordneter Wust kritischer Anträge und das unkoordinierte Vorpreschen eines Landesverbandes haben letztlich dazu geführt, dass der Vorstand entlastet werden konnte. Obwohl es ihm gelungen ist, den Verband an den Rand der Insolvenz zu führen. Obwohl ihm nachgewiesen werden konnte, dass er für ein extern erstelltes „Mitgliedermagazin“ überhöhte Summen zahlt. Obwohl er nichts als ein mündliches Versprechen vorweisen kann, sein Darlehen an die PZOK werde innerhalb eines Jahres verzinst zurück gezahlt. – Mich erinnert das alles sehr an die Ereignisse vor gut einem Dutzend Jahren, als nach dem Wirken eines rechnungs-technisch komplett unfähigen Vorstandes schließlich die DPRG-Mitglieder durch eine drastische Umlage den Verband vor dem Konkurs retten mussten.
Wie darf ich von einem Agenturkunden oder einer Unternehmensführung erwa-ten, dass sie Vertrauen in die solide Etatverwaltung ihrer PR-Manager legen, wenn der Berufsverband wiederholt beweist, dass PR-Leute offenbar nicht mit Geld umgehen können? Dieser Verband jagt uns Leuten aus der Praxis das Controlling an den Hals!
2) Ich habe über diese Ereignisse von Bekannten erfahren. Mich hat keine Information meines Verbandes darüber erreicht, wie das Treffen in Mainz-Budenheim verlaufen ist, bis heute nicht, fast vier Wochen danach. Ich habe stattdessen die Pressemitteilung der DPRG auf ihrer Homepage selbst angesteuert. Und diese PM (die nach meinen Recherchen niemand zitierenswert fand), redet alle Dramatik der Ereignisse mit einem duftig-harmlosen Wortgestöber schön. Der Verband operiert offenbar immer noch nach der muffigen Devise: Faktenveredlung durch schöne Worte.
Wie soll ich Kunden zu größtmöglicher Transparenz und Offenheit raten, wenn mein Berufsverband genau das Gegenteil davon tut?
3) Ich engagiere mich seit 23 Jahren in der Aus- und Weiterbildung von PR-Leuten. Darum weiß ich ganz gut, warum überprüfbare Inhalte und aussagekräftige Prüfungen einen großen Wert haben. Erlebt habe ich, dass nach jahrzehntelangem Gezerre endlich eine ernst zu nehmende Prüfungsinstanz am Horizont stand. Weil aber der DPRG-Führung ein gedeihliches Einvernehmen mit einem konkurrierenden Verband, dem Bundesverband der Pressesprecher, wohl wichtiger als alle Sachfragen war, geriet diese Prüfungsinstanz sofort wieder unter die Räder.
Die PZOK erweist sich mehr und mehr als Legitimierungsinstanz für den Mist, den die Deutsche Presseakademie (depak), eine Ausgründung des Pressesprecherverbandes, als PR-Ausbildung etikettiert. Die seriösen Institute haben sich sämtlich distanziert, haben eigene Prüfungsmodelle entwickelt oder kooperieren mit akademischen Einrichtungen. Eine vereinheitlichte Ausbildung und eine qualifizierte Prüfung – ein erklärtes Verbandsziel! – hat die DPRG-Spitze durch ihr unsägliches Taktieren vor die Wand gefahren. Bravo zu diesem Eigentor!
Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie scheißegal der DPRG die jungen Leute sind, die ihr eigentlich die Zukunft sichern sollten. Wie soll ich einem jungen, begabten und ehrgeizigen Menschen raten, diesem Berufsverband beizutreten, der seine Interessen nicht nur nicht vertritt, sondern sogar verhöhnt?
Zu diesem letzten Punkt passt übrigens gut, dass die DPRG nicht einen Satz fertig bringt, um Nachwuchskräfte vor der ruinösen Ausbeutung durch viele PR-Agenturen zu schützen. Die Agenturchefs haben in diesem Verband die Macht, klare Ausbildungsrichtlinien und tarifähnliche Festlegungen für Volontäre, Trainees oder Juniorberater zu verhindern. Auch hier ist das Einvernehmen mit dem Agenturver-band GPRA (der nicht einmal drei Dutzend von fast 1.000 PR-Agenturen repräsentiert) offenbar wichtiger als alles andere.
Die DPRG ist ein unbedeutender Verein geworden. Wenn in den Massenmedien mal wieder von "PR-Tricks" und "-Gags" die Rede ist, gibt es niemand aus der DPRG, der dagegen antritt. Wahrscheinlich gibt es nicht einmal Anfragen. Wenn „PR-Leute“ in Nachrichtensendungen, Magazinen oder Talkshows zu Wort kommen, dann sind sie auf Krawall gebürstet wie Klaus Kocks, aalglatt und arrogant wie Moritz Hunzinger, oder es handelt sich um schnatternde Dämchen mit Adelsprädikat und einem Hang zu reichlich Schmuck.
Es gibt, wie gesagt, eine Fülle weiterer Details, die mich in ihrer Summe zum Rückzug bewegen, aber ich will niemand langweilen. Nein, dieser Verband ist nicht mehr mein Zuhause. Ich war kein besonders aktives Mitglied, aber immer sehr interessiert. Es hat mich lange nicht gestört, dass 95 Prozent der Kommunikationsmanager, PR-Berater, Pressesprecher und wie sie sich alles nennen, diesem Verband nicht angehören. Inzwischen sehe ich, wie gerechtfertigt dieses Misstrauen ist. Ich glaube heute, dass die Branche etwas anderes, besseres verdient hat als die existierenden Verbände.
Remagen, 24. Juli 2009
Norbert Schulz-Bruhdoel

geschrieben von Möchtegernvolontär , Juli 25, 2009
geschrieben von Hagolino , Juli 27, 2009
Schade ist aber auch die Haltung derjenigen, die lieber meckern, als mithelfen, Dinge zu ändern oder wenigstens anders zu machen.
In Berlin - der angeblichen deutschen Hochburg des Meckerns - ist der DPRG-Landesverband sehr engagiert. Es gibt einen monatlichen interessanten Austausch unter den Mitgliedern, es gibt Weiterbildungsangebote, die bundesweit Resonanz finden und es gibt eine Menge Kolleginnen und Kollegen, die sich hier wohlfühlen.
Vielleicht sollte man also nicht alle DPRG-Mitglieder über einen Kamm scheren, sondern vielmehr versuchen, Gleichgesinnte zu finden und etwas zu bewegen. Dass es möglich ist, zeigen ja nun ausgerechnet die ansonsten notorisch nörgelnden Berliner DPRG-Mitglieder. Vielleicht ein Anreiz für andere?
geschrieben von Norbert Schulz-Bruhdoel , Juli 27, 2009
Eine der verbreiteten Untugenden in der DPRG ist es, lieber übereinander als miteinander zu reden - das ist leider wahr. Und ein weiteres Problem ist, dass nur Wenige die Lust verspüren, die Geschicke des Verbandes zu lenken. Das ist weit über die DPRG hinaus ähnlich. Aber es hilft ganz bestimmt nicht, mehr Harmonie einzufordern. "Harmonie verblödet", darf ich Wolfgang Reineke, DPRG-Urgestein aus Heidelberg, zitieren.
geschrieben von Michael Kalthoff-Mahnke , Juli 27, 2009
schade, dass Sie, wie Sie selbst zugeben, kein besonders aktives Mitglied waren. Denn dann wüssten Sie, wie vielfältig, interessant, spannend und lehrreich das "Leben" in der DPRG sein kann. Ich bin selbst seit mehr als fünf Jahren in diesem Verband aktiv (+ 14 Jahre inkom) - als Vorsitzender eines Arbeitskreises, als Vorstandsmitglied in einer Landesgruppe, als Specher einer Region, in der es PR nicht unbedingt leicht gemacht wird. Und ich habe diesen Verband stets als eine große Bereicherung empfunden. Die Themen haben mich angesprochen, der Erfahrungsaustausch mit anderen Kolleginnen und Kollegen war ausnahmslos gewinnbringend. Natürlich gab (und gibt) es Dinge, die nicht gut gelaufen sind oder laufen. Aber dann ist es doch meine Verpflichtung, zu sagen, was mir nicht passt und idealerweise für Veränderung zu sorgen. Ich sehe viele sehr engagierte, vor allem auch sehr junge Kolleginnen und Kollegen, die mit ihren frischen Ideen den Verband voranbringen. Ich sehe Landesgruppen, die tolle Themen anbieten und den Erfahrungsaustausch fördern. Ich sehe fachlich hochkompetente Arbeiskreise, die auch in der internationalen Fachdiskussion den Ton angeben, wie unser Arbeitskreis Wertschöpfung durch Kommunikation erst jüngst bei ersten Measurement Summit in Berlin erneut bewiesen hat. Ich sehe rege Diskussionen von Kollegen für Kollegen (z. B. Wie verhält sich die Interne Kommunikation in Sachen Schweinepest), für die wir kein großes Forum brauchen, sondern per E-Mail auf unkomplizierte Weise für Tipps und Informationen sorgen. Ich könnte Ihnen noch viel mehr aufzählen. Was ich sagen will: Die "Außenperspektive" allein gibt leider kein klares Bild vom Zustand der DPRG. Wer den Verband wirklich "erleben", der sollte sich einlassen und mitmachen. Ihre Beweggründe müssen wir akzeptieren, auch wenn wir einige davon sachlich bereits in einem elektronischen Brief an unsere Mitglieder (also auch Sie) gleich am Montag nach der MV thematisiert haben. Natürlich "reiben" wir uns, aber Reibung erzeugt bekanntlich Energie, die wir nutzen müssen, um die Zukunftsthemen anzupacken und für unseren Verband und seine Mitglieder nutzbar zu machen. Schließlich zahlen wir alle auf diese Marke ein. Die DPRG ist weiterhin "mein" Verband und meine thematische Heimat - auch wenn ich kein Geschäftsführer wäre.
Mit sehr freundlichen Grüßen
Michael Kalthoff-Mahnke
komm. Geschäftsführer der DPRG
geschrieben von Michael Kalthoff-Mahnke , Juli 27, 2009
geschrieben von Norbert Schulz-Bruhdoel , Juli 27, 2009
Ihr Engagement für Inkomm und DPRG ehrt Sie, dafür zolle ich Ihnen gerne Respekt. Meine Energie hat für soviel Tatkraft jenseits von Beruf, Familie und Steckenpferd nicht genügt.
Ich greife nur eines Ihrer Argumente auf: "Arbeitskreis Wertschöpfung durch Kommunikation". Ich verstehe bis heute nicht, warum seit einigen Jahren etliche PR-Leute darüber Bücher schreiben, Kolloquien veranstalten und Berechnungsformeln entwickeln. Hat man jemals etwas von einem "Arbeitskreis Wertschöpfung durch Unternehmensberatung" gehört?
Die krampfhafte Suche nach einer Messgröße, die der Zunft einen Berechtigungsschein ausstellt - was ist das anderes als die Ausformung fehlenden Selbstbewusstseins? Hat es jemals Zweifel daran gegeben, dass PR-Leute Verständnis für das Handeln einer Organisation schaffen, dadurch Zutrauen und Vertrauen herstellen, was letztlich zum Erfolg beiträgt? Wer stellt den Rang von Kommunikation für den Geschäftserfolg überhaupt in Frage?
Diese Beschäftigung mit immer wieder neuen Nicht-Themen - statt zum Beispiel für eine solide PR-Ausbildung und anständige Gehälter und Honorare zu kämpfen - ist exakt einer der Gründe für meine Resignation.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg als kommissarischer Geschäftsführer der DPRG. Vielleicht bestellt man Sie ja ganz offiziell? Selbst das hat der Verband über Jahre nicht hingekriegt - und als man eine Geschäftsführerin berufen hatte, endete das als kurzes Gastspiel. Sie werden Ihr heiteres Gemüt noch sehr gut brauchen.
Alles Gute wünscht Ihnen
Norbert Schulz-Bruhdoel
geschrieben von Sascha Stoltenow , Juli 27, 2009
auch ich war in Mainz. Es war in der Tat eine turbulente MV (Ich habe mich nach Kräften bemüht, dazu beizutragen). Sie war aber keine Desaster. Im Gegenteil: Vor allem die Berliner Anträge haben gezeigt, dass dieser Berufsverband noch zu bewegen ist. Zwar nicht von oben, nicht immer durch den Vorstand, aber durch seine Mitglieder. Geschenkt, dass der Vorstand, als er spürte, dass dem Kommunikationsmanager die Felle wegschwammen, die sofortige Einstellung durch einen Initiativantrag auffing. Insbesondere die Kassenprüfer haben deutlich gemacht, dass ihre Zustimmung ein letzter Warnschuß ist. Damit hoffe ich auch, im Gegensatz zu Dir und vielen anderen Mitgliedern, die Erfahrung meiner ersten DPRG-Insolvenz (die ja anscheinend regelmäßig sein muss) nicht zu machen.
Auch ich habe der DPRG für mich noch eine letzte Chance gegeben. Unser Arbeitskreis B2B-Kommunikation kommt langsam in Schwung. Das fachliche Niveau braucht sich von 1.000 Euro/Tag-Seminaren nicht verstecken. Es zeigt sich aber auch, dass die DPRG ein neues Rollenverständnis braucht. Weniger Spitzenverband als vielmehr Plattform für alle, die da guten Willens (und in der Lage sind). Positive Zeichen sind in der Tat, die Mitteilung, die schon am Montag kam (und - trotz Vorstandsperspektive - nicht in völliger Dissonanz zu meinem Erleben stand). Auch die Offenheit von KaM, sich der Diskussion zu stellen und einzubringen, kannte ich bislang nicht.
Gleichwohl: Die Arbeit der PZOK sehe ich auch kritisch (und denke, sie wird sich nicht durchsetzen, es sei denn als Appendix der Pressesprecher, DEPAK-Schiene).
Dem Magazin räume ich auch keine großen Chancen ein, wirtschaftlich tragfähig zu agieren. (Was u.a. daran deutlich wird, dass die - zu Recht - gelobte Arbeit zum Thema Controlling mit einem großen Interview im Magazin Pressesprecher publiziert wurde.) Aber das Magazin brauche ich auch nicht, denn unsere Beruf ist so vielfältig, dass er ohnehin nicht zu fassen ist.
Der Verband als solcher kann (nicht muss) überleben, wenn er sich wandelt, wenn die Mitglieder ihn wandeln. Das geht am besten auf Basis von Eigeninteressen und Qualitätsanspruch. Wie das mit den Eigeninteressen geht, haben die Pressesprecher vorgemacht. Wie Qualität geht, zeigen einige PR-Ausbilder. Einen Weg in die Zukunft, der beides verbindet, fände ich spannend. Ich halte ihn aber auch, für die einzige Chance.
geschrieben von Steffen Ritter , Juli 27, 2009
bei allem Verständnis für Ihre - in Teilen berechtigte - Kritik sollten Sie uns doch bitte erklären warum die Anträge der DPRG-Landesgruppe Berlin-Brandenburg, Ihrer Meinung nach, ein "ungeordneter Wust" und "unkoordiniertes Vorgepreschen" waren.
Ist es nicht vielfach einfacher -so wie Sie es getan haben- ein derartiges Lamento in´s Netz zu stellen, als sich die Mühe zu machen insgesamt acht Anträge zu formulieren und auf einer Mitgliederversammlung zur Diskussion zu stellen? Erfolgsversprechender, so man(n) überhaupt etwas verändern möchte, ist sicher die Vorgehensweise unserer Landesgruppe.
Dies, auch wenn wir mit dem Ergebnissen der Versammlung natürlich nicht zufrieden waren. Auch ich war darüber verwundert, dass der Vorstand, ohne schlüssige Erklärungen und überzeugende Konzepte vorweisen zu können, von der Mehrheit der -wenigen- Anwesenden entlastet wurde. Ich habe gegen eine Entlastung gestimmt. Wie haben Sie gestimmt, Herr Kollege? Ach richtig, entschuldigung, Sie waren ja gar nicht in Mainz-Budenheim, so wie 2.450 weitere Mitglieder.Die große Mühe der An-und Abreise!!!!! Ich verstehe.....! Wer fährt schon gerne so weit auf`s Land? Aber schließlich hat man Ihnen erzählt, wie es war.
Übrigens,der dümmliche Kleinkrieg unter Teilen der Bildungsinstitute, wo es alleinig um Marktanteile und Einnahmen, weniger um Qualität geht, langweilt nunmehr die Mehrheit der DPRG-Mitglieder.
Die PZOK und deren Prüfer machen einen guten Job, wie auch die DEPAK tolle Arbeit leistet.
Sie schreiben: "Ich war kein besonders aktives Mitglied, aber immer sehr interessiert."
Vielleicht, Herr Kollege, hätten auch Sie sich einbringen sollen, anstatt engagierten Landesgruppen
ein unkoordiniertes Handeln vorzuwerfen, zumal wenn Sie nicht einmal dabei waren.
Mit den besten Grüßen aus Berlin
Steffen Ritter
Vorsitzender der DPRG-Landesgruppe
Berlin-Brandenburg
geschrieben von Norbert Schulz-Bruhdoel , Juli 28, 2009
Sie sind selbst Freiberufler und wissen darum ganz sicher, dass manche Verbandstermine sich mit anderen kreuzen. Sagen Sie dann Ihren Kunden: "Pardon, keine Zeit, ich muss zur DPRG?" Ich glaube, Sie machen es wie ich, übertragen Ihr Stimmrecht auf eine Person Ihres Vertrauens und lassen sich von mehreren Seiten unterrichten.
Und wenn dann sich die Aussagen über das ungeschickte Vorgehen der Berliner decken, darf ich annehmen, meine Informanten hatten recht. Dass der Vorsitzende der Berlin/Brandenburger Landesgruppe das anders sieht, wundert mich gar nicht.
Wenn Sie in der Abgrenzung aller (!) seriösen Ausbildungsinstitute von PZOK und Depak nur einen Kleinkrieg um Marktanteile zu sehen vermögen, haben Sie vermutlich wenig Kontakte zum Branchen-Nachwuchs. Wenn Sie der Depak "tolle Arbeit" attestieren - wie müssten Sie staunen, wenn Sie sich mal mit der UMC vor Ihrer Tür in Potsdam, mit den Heidelberger Ausbildern (PR Plus und PR Dual), mit dem Münsteraner PR-Fernstudium Complus, oder mit den Inhalten der Weiterbildungsinstitute DIPR oder AFK auseinander setzten?
Aber dafür fehlt Ihnen sicher die Zeit - als Freiberufler und Verbands-Aktivist.
Erhellende Einsichten wünscht Ihnen
Norbert Schulz-Bruhdoel
geschrieben von Silvia Leitel , Juli 28, 2009
wenn ich mir Ihren offenen Brief so durchlese frage ich mich sofort, ob denn nicht ein Verband vor allem durch seine Mitglieder getragen wird. Ich kann mir kein Urteil darüber bilden, wie aktiv Sie in der DPRG sind oder waren, Ihrem Brief entnehme ich jedoch, dass Sie es eher nicht waren. Aus diesem Grunde finde ich Ihre Kritikpunkte zwar vielleicht angemessen, jedoch leider äußerst destruktiv. Gerade im Hinblick auf den PR-Nachwuchs, den Sie ansprachen und dem ich angehöre, und die Zukunft der PR generell, halte ich eine konstruktive Kritik und Engagement für weitaus wünschenswerter.
Ich wünsche Ihnen alles Gute.
geschrieben von Petra Sammer , Juli 29, 2009
Aber das HickHack drum rum, das nicht Hinhören wollen, die ewige Verteidigungshaltung - das ist es, was die DPRG leider keinen Schritt weiter bringt und auch wirklich nicht attraktiv macht.
Man braucht schon verdammt viel Optimismus und guten Willen, um sich einzubringen. Hoffnung macht die Arbeit im Kleinen - vor Ort lokal und in den engagierten Arbeitskreisen. Da sollte unsere Energie hin fließen. Da macht es Spaß. Da lohnt es sich. Wirklich.
Petra Sammer
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Jede Wirtschaft bekommt die PR die sie verdient und zwar von den "Experten" die sie versteht. Ein beredtes Beispiel hat gerade vodafone erlebt mit einer Social Media Kampagne, die kaum noch als ungenügend bezeichnet werden kann in der Konzeption, Planung und Umsetzung. Ich finde es sehr erfrischend, wie weiterhin fröhlich am 19. Loch Strategien erstellt werden, die dann mit Millionenbudgets unterfüttert nur noch durch Exceltricks und geschicktes Hantieren an den Graphendimensionen zu einem Erfolg deklariert werden. Glücklicherweise entscheiden die Controller was ein Erfolg war. Wehe, wenn eines Tages statt Content Gehalt, statt Clippings Konversionsraten und statt Gefasel Substanz abgefordert wird. Bis dahin immer schön die Wochenendbeilagen mit Leistungskursniveau Deutsch befüllen und nachher Qualitätsjournalismus rufen, wenn man in den Keller geht...