Kocks: Nicht der Kapitalismus muss sich verändern, sondern seine Vermarktung
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 18. Januar 2010 um 22:39 Uhr Erstellt am Montag, den 18. Januar 2010 um 16:46 Uhr
PR-Berater Klaus Kocks (57), Horbach bei Montabaur, ehemals Kommunikationsvorstand der Volkswagen AG in Wolfsburg, kritisiert die Politik für die Boni-Debatte. „Die Politik hat es geschafft, den Banken ein Neid-Schafott zu errichten und mit Boni als Brandbeschleuniger anzustecken. So inszeniert sie einen Volkszorn auf Banker, obwohl sie weiß, dass die Boni für die Krise weniger verantwortlich sind als die Geschäftspolitik der Finanzinstitute an sich“, sagte Kocks im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "€uro", Ausgabe 2/2010, die am 20. Januar erscheint. "€uro" ist das Monatsmagazin der Axel Springer Financial Media Gruppe.
Das dem "PR-Journal" vorab exklusiv zur Verfügung gestellte Interview mit Klaus Kocks hier im Wortlaut online lesen (beim €uro-Magazin aus München).
Zudem kritisierte Kocks, der selbst Politiker und Konzerne berät, dass die Unternehmen der Politik-PR wenig entgegenzusetzen hätten: „Die Öffentlichkeitsarbeit der Wirtschaft ist oft unbeholfen, kurzsichtig und kontraproduktiv. Ein Grund dafür ist, dass viele Manager glauben, dass sie vom Volk verehrt werden müssten. Und wenn das nicht so ist, sind sie kindlich beleidigt.“ Die Leistungsträger seien „in eine Falle gelaufen und … reagieren mit Unterwerfungsritualen und Zwangsbeschwichtigungen.“
Hinsichtlich der Aussage des PR-Ethikrats (Deutscher PR-Rat), PR-Leute würden nicht lügen und sollten auch niemanden täuschen, sagte Kocks: „Das ist natürlich ein normativer Wunsch.“ Als Beispiel für Täuschung führte er frühere Aussagen von Pressesprechern der Finanzwirtschaft an.

geschrieben von klaus kocks , Januar 20, 2010
geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg , Januar 20, 2010
geschrieben von Kunigunde , Januar 24, 2010
Ich glaube, mir ist bisher kein anderer Fall begegnet. Immer Verletzungen, Enttäuschungen und Demütigungen hinterm zynisch ausgeformten Weltbild.
Und ist Zynismus nicht auch ein Produkt mangelnder Abgrenzung? Oder mangelnder Abgrenzungsfähigkeit in bestimmter Situation? Warum sonst wird von Kocks das ganze Konzept der Authentizität dermaßen geschleift? Ist es nicht typisch für den Zyniker, daß er aus dem Dienen für andere gar nicht herauskommt?
Es gibt jedenfalls noch eine authentische Komponente, die ich bei mir beim Lesen des Interviews bemerkte: ein leichtes Grieseln und Schauern am ganzen Körper. Oder liegt das an der momentanen Kälte? Warum zieht sich dann auch mein Mund etwas zusammen, so als hätte ich etwas schlecht Schmeckendes gegessen?
Dabei gestehe ich durchaus zu, daß Kocks sein Metier sehr gut beherrscht (wenn man auch manchmal denken könnte, daß sein Metier auch zunehmend ihn beherrscht). Vielleicht war das philosophische Geschwätz von der Postmoderne seit Ende der 80er Jahre doch nicht so verkehrt, und wir haben heute zunehmend Baukasten-Persönlichkeiten, die man je nach Zweck umkonstruieren (umschminken) kann. Daß wirklich Geschichten oder gar Geschichte dahinter steht, wird mir aber immer zweifelhafter.
geschrieben von Albert Genser , Januar 28, 2010
Mein Lieber Herr Kocks: Wes Brot ich es, des Lied ich sing! Wenn das alles ist, was Sie können, dann tun Sie und Ihre Kunden mir sehr leid!
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