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Kocks: Atomlobby hat aus Gegnern Feinde gemacht

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Vor drei Tagen startete der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) eine Anzeigenkampagne, die der Politik zeitungsseitenbreit erklären sollte, wie es nach Ansicht der Wirtschaft in der Energiepolitik weitergehen soll. Extrem kontraproduktiv sei dieser Schachzug, sagt PR-Berater Klaus Kocks, der in den 90er-Jahren Sprecher der deutschen Energieunternehmen war, im Gespräch mit tagesschau.de. Die Konzerne hätten mit ihrer Kampagne das Ende der Diplomatie eingeläutet.
tagesschau.de: Die Anzeigenkampagne des BDI - ist sie ein Ausdruck der Verzweiflung oder eines extrem starken Selbstbewusstseins der Energieriesen?
Klaus Kocks: Sie drückt eine tiefe Verzweiflung aus. Die Energiekonzerne hatten genug von Angela Merkels abwartender Haltung und wollten Druck ausüben. Die Kanzlerin mit dieser Kampagne aber zu beeinflussen, sie herumzuschubsen, ist eine fatale Fehleinschätzung von Frau Merkel. Das wird für die Atomlobby teuer werden.
Das Interview am 24. August in "tagesschau.de" hier online weiterlesen.

Lesenswert dazu auch ein Artikel vom 23. August bei "LobbyControl" - hier online weiterlesen.

"Die Atomlobby und ihr begrenzter Freundeskreis. Die Atomlobby versucht, den Druck auf die Bundesregierung weiter zu erhöhen. Am Samstag erschien in zahlreichen Zeitungen große Anzeigen mit einem “Energiepolitischen Appell”. Man kann das als starke Drohung sehen - oder auch als Zeichen der Schwäche. Den die Unterstützer außerhalb der Energiekonzerne und der energieintensiven Unternehmen (wie Chemie, Stahl oder Bahn) bleiben begrenzt.
Anzeigenkampagnen dieser Art leben davon, dass das (ökonomische) Interesse der Initiatoren in ein gut klingenden rhetorischen Mantel gehüllt wird und die Anzeige durch einen breiten und vielfältigen Unterzeichnerkreis eine starke Glaubwürdigkeit erhält. Deshalb spricht die von der Agentur Jung von Matt entworfene Anzeige auch von “ökologischem Umbau” oder “Zukunftsfähigkeit”...

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12. Februar 2012 - 19:04

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