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Interview 10: Der Berater hat dienende Funktion

"Das PR-Interview" wird realisiert von k1 gesellschaft für kommunikation

Das PR-Interview mit Michael H. Spreng zu den Fähigkeiten von Politikberatern und dem Profil der Kandidaten.

PR-Journal: Welche besonderen Fähigkeiten muss man als Wahlkampfstratege mitbringen?

spreng_michaelMichael H. Spreng: Wichtig ist, dass man als Berater Politik nicht aus der Sicht des Politikers, sondern aus der Sicht des Wählers sieht. Die Wünsche, Träume und wirklichen Interessen der Wähler muss der Berater dem Politiker zurückspiegeln. Ein anderer Punkt ist die Vermittlung einer einfachen, bilderreichen Sprache. Barack Obama erzählt über die geplante Gesundheitsreform am Beispiel der Krankheit und des Todes seiner Mutter. Unsere Politiker hingegen verständigen sich oft in einer beamtenhaften, floskeldurchsetzten Sprache.

PR-Journal: Wie sehen Sie die beiden Kandidaten Merkel und Steinmeier?

Michael H. Spreng: Mir sind die beiden als Politikertypen zu ähnlich, zu uncharismatisch. Zudem sind beide rhetorisch nicht besonders begabt. Ich fürchte, dass weder Merkel noch Steinmeier wesentlich zur Mobilisierung von Wählern beitragen werden - das schaffen nur starke Kandidaten, die polarisieren.

PR-Journal: Welchen Fehler darf man als Politikberater auf gar keinen Fall machen, welche sollte der Politiker vermeiden?

Michael H. Spreng: Der Berater darf sich nicht wichtiger nehmen als den Politiker, den er berät. Er hat eine dienende Funktion und ist nicht der Ersatzpolitiker. Der größte Fehler, den ein Kandidat machen kann, ist, den Wähler zu unterschätzen. So sollten auch die beiden aktuellen Kandidaten nicht glauben, mit dem Versprechen von Steuersenkungen Wähler zu gewinnen. So dumm sind die Wähler nicht.

Michael H. Spreng ist Medien- und Kommunikationsberater in Berlin und leitete 2002 den Wahlkampf von Edmund Stoiber (www.sprengsatz.de).

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