Das PR-Interview

Interview Nr. 15: Politik und Internet

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PRJ-Interview mit Professor Dr. Jo Groebel über die Bedeutung des Web 2.0 im aktuellen Bundestagswahlkampf.

PR-Journal: Bei der Wahl von US-Präsident Barack Obama hat das Web 2.0 eine wichtige Rolle gespielt. Welche Bedeutung wird das Internet bei der Bundestagswahl haben?

groebel-jo-dddi-berlinJo Groebel: Noch hat das Internet im deutschen Wahlkampf nicht die gleiche Bedeutung wie in den USA. Dennoch kann die digitale Öffentlichkeit im Netz mit Blogs, Twitter, Communities auch hier durch informelle Meinungsbildung die entscheidenden Prozentpunkte ausmachen. Sie entscheiden über Regieren oder Nicht-Regieren. Spätestens 2013 wird aber auch Deutschland eine Web-Dominanz im Wahlkampf haben, auch wegen der wirklich lausigen Kampagnen in den traditionellen Medien jetzt.  

PR-Journal: Wie schätzen Sie den Umgang deutscher Politiker mit dem Web 2.0 ein?

Jo Groebel: So unterschiedlich wie bei den Normalbürgern. Von exzellent bis nicht-existent. Dabei müssten alle Parlamentarier digitale Vorreiter sein.

PR-Journal: Sind Wahlplakate hinsichtlich jüngerer Wählergruppen überhaupt noch zeitgemäß?

Jo Groebel: Plakate schaffen halt Präsenz, bestenfalls Wiedererkennungswerte. Schön wär's dazu, wenn auf den Wahlzetteln die Portraitbildchen der Kandidaten wiederauftauchen würden... Im Ernst: Die Plakatslogans sind zum Heulen schlecht, Emotionen werden auch nicht vermittelt oder wirken völlig künstlich. Bleibt das "Den/Die kenn ich doch". Gähn!

Professor Dr. Jo Groebel ist Medienpsychologe und Direktor am Deutschen Digital Institut in Berlin.

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12. Februar 2012 - 19:01

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