Das PR-Interview

Interview Nr. 22: Noch wie war PR so wichtig wie heute

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Interview mit Bernhard Fischer-Appelt zur Neustrukturierung der Agenturgruppe und zu den zukünftigen Herausforderungen für die PR

PR-Journal: Warum gliedern Sie einen zentralen Bereich der Agenturgruppe in eine eigene PR-Unit aus? Welche Erwartungen verbinden Sie damit?

fischer-appelt_bernhard_2009Bernhard Fischer-Appelt: Wir haben die Agentur fischerAppelt in den letzten Jahren konsequent zu einer Gruppe multidisziplinärer Spezialagenturen ausgebaut. Nun geht es darum, auch die Leitung der Kernagentur für PR in die Hände eines professionellen Managements zu geben. Gleichzeitig wollen wir unser PR-Profil schärfen und modernisieren. Wir selbst, die beiden Inhaber und Gründer fokussieren uns konsequent auf die Agenturgruppe. Wir werden weniger Zeit mit Verwaltungsaufgaben und mehr Zeit mit übergreifenden Kundenprojekten verbringen.

PR-Journal: Welche Herausforderungen stellen sich der PR in Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die neuen Kommunikationsformen der Social Media?

Bernhard Fischer-Appelt: Noch nie war PR so wichtig wie heute. Millionen Menschen präsentieren ihr eigenes Profil im Internet und machen sich Gedanken über mediale Präsentation. Social Media verändert mediale Kommunikation in Richtung einer stärker werdenden Personalisierung und schafft einen neuen Legitimationsdruck ebenso wie neue Dialogmöglichkeiten. Eine tolle Chance für eine profilscharfe und selbstbewusste PR.

Die PR ist durch den Leittrend Social Media und die Veränderungen in der Medienlandschaft generell stark gefordert und muss sich erheblich verändern. Schärfen statt Glätten ist unsere Aussage dazu. Heute ist es wichtig, Profil zu zeigen und eher auf Kanten zu setzen als diese wegzubügeln. Das heißt, merkbare, markante Inhalte und Aussagen zu schaffen und nicht "Killing with facts".

Außerdem sehen wir einen Trend zur Spezialisierung innerhalb der PR. In diesem Kontext werden Berater mit modernem PR-Verständnis umso wichtiger, da sie die Selbstdarstellungs- und Profilarbeit professionell und spezialisiert leisten können. Nur wer den Überblick behält und die komplette Klaviatur von klassischer PR bis zur Kommunikation in und via Social Media beherrscht, kann heute noch effektiv in Kommunikationsfragen beraten. Es gilt, das Zusammenspiel von Medienmarken und öffentlicher Meinung zu verstehen und neue, dialogorientierte Wege zu finden, um Themen zu setzen und Relevanz zu erzeugen. Bei fischerAppelt, relations wird daher der weitere Ausbau des Social Media Beratungsangebots ein wesentlicher Schwerpunkt sein.

PR-Journal: Was bedeutet das für das Portfolio von Agenturen? Wie müssen sie zukünftig aufgestellt sein, um am Markt erfolgreich zu sein

Bernhard Fischer-Appelt: PR-Berater sollten sich grundsätzlich von angestaubten Rollenbildern verabschieden und auf das neue Zeitalter der PR einstellen. Auf Unternehmensseite verschwimmen beispielsweise die Grenzen zwischen Marketing, PR und Vertrieb zusehends und erfordern neue operative Strukturen. PR-Agenturen müssen daher verstärkt den Schulterschluss zu anderen Kommunikationsdisziplinen suchen, um diese neuen Strukturen in der Beratung abbilden zu können. Dieses Öffnen für andere Disziplinen darf jedoch nicht auf Kosten der Spezialisierung oder eines modernen Selbstverständnisses gehen. Denn sie entscheiden auch in Zukunft über den Erfolg von PR-Agenturen.

Bernhard Fischer-Appelt ist Mitbegründer und Geschäftsführer der fischerAppelt-Agenturgruppe (GPRA), Hamburg, www.fischerappelt.de 

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12. Februar 2012 - 21:46

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