Das PR-Interview
Interview Nr. 35: Informationen im Web 2.0 gewinnen immer mehr Relevanz für Kaufentscheidungen
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Mai 2010 um 21:23 Uhr Mittwoch, den 12. Mai 2010 um 21:58 Uhr
"Das PR-Interview" wird realisiert von k1 gesellschaft für kommunikation
Interview mit Timo von Focht zur Bedeutung des Web Monitorings für Unternehmen
PR-Journal: Warum ist Web Monitoring für Unternehmen wichtig?
Timo von Focht: Viele Online-Nutzer tauschen im Internet authentische Meinungen zu Marken, Produkten und Dienstleistungen aus. Informationen aus Foren, Blogs, Communities und Twitter gewinnen daher immer mehr Relevanz für Kaufentscheidungen. Die Online-Communities der VZ Netzwerke (StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ) sind beispielsweise laut IVW-Bericht vom April 2009 das Online-Angebot mit der höchsten Reichweite an Visits in Deutschland. Das heißt, Millionen von Nutzern interagieren tagtäglich im Internet; schreiben darüber, was sie interessiert, was sie toll finden und was sie ärgert.
Nutzermeinungen werden von Suchmaschinen schnell gefunden und hoch bewertet, so dass eine Vielzahl von Konsumenten über das Web 2.0 nicht nur direkt, sondern auch indirekt erreicht werden. Das kann auch im Business-to-Business-Umfeld entscheidend sein. Denn im "kollektiven Bewusstsein" der Onliner bleiben Meinungen von Privatleuten oft besser hängen als kostspielige Werbekampagnen. Meinungen können daher einen direkten Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg eines Website-Angebotes bzw. einer Online-PR-Maßnahme haben.
PR-Journal: Welche Themen und Inhalte im Internet sollten beobachtet werden?
Timo von Focht: Wichtig ist zunächst einmal, sich zu überlegen, welches die für das eigene Unternehmen relevanten Informationen sind. Wichtige Inhalte sind meist die Positionierung der eigenen Marke, Produkte oder Dienstleistungen und die der jeweiligen Mitbewerber. Typische Fragestellungen, die sich daraus ableiten sind: Wie werden meine Produkte im Web wahrgenommen? Welchen Erfolg hat meine PR-Aktion und welche Aktionen führt die Konkurrenz gerade durch? Wer sind die Meinungsführer in meiner Branche? Welche Online-Medien sind für mein Unternehmen oder meine Produkte relevant? Hat man alle wichtigen Fragen geklärt, sollte man mit dem Anbieter seiner Wahl die für den eigenen Bereich wichtigen Blogs, Foren, News-Sites und Communities definieren und festlegen, nach welchen Keywords diese durchforstet werden.
PR-Journal: Welche Tools gibt es, die man für das Web Monitoring nutzen kann?
Timo von Focht: Es gibt inzwischen eine Vielzahl auf das Web 2.0 Monitoring spezialisierter Anbieter. Die bislang bekanntesten Stand-Alone-Lösungen sind Radian6 und Nielsen BuzzMetrics. Auch Gratis-Lösungen für bestimmte Dienste wie z.B. Google Alerts oder Twitalyzer für Twitter können helfen, einen ersten Überblick zu bekommen. Bei einer gezielten, professionellen Analyse aber wird man damit nicht sehr weit kommen. Allzu oft bleibt die Social Media Analyse bei der Nutzung von solchen Stand-Alone-Tools eine von der restlichen Webanalyse getrennte Disziplin. Dabei interagieren Webseite und Umfeld der Webseite (Berichte, News, Blogs, Verlinkungen, etc.) stark miteinander. Unserer Ansicht nach kann erst das Zusammenspiel von Website-Analyse und Social Web Monitoring dem Webanalysten im Unternehmen helfen, die Analysen beider Tools und Bereiche richtig zu bewerten und der Verzahnung von Marke, PR, Marketing und Website-Angebot Rechnung tragen.
Timo von Focht ist Country Manager Deutschland, Österreich und Schweiz bei AT Internet, www.atinternet.com

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