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Kerlikowskys Kommentar über... soziale Gerechtigkeit für Rentner und Beamte

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kerlikowsky1Guten Tag! Ist es nicht wunderbar, daß Politiker die „soziale Gerechtigkeit“ zu ihrem Programm gemacht haben? Sie denken an die Arbeitnehmer und plädieren für deren Teilhabe am Aufschwung. Wer gönnt ihnen das nicht, erfahren wir doch gerade in diesen Tagen, daß die Inflationsrate auf drei Prozent gestiegen ist. Die höheren Ausgaben könnten Verbraucher zum großen Teil kompensieren, wäre nicht Anfang des Jahres die Mehrwertsteuer um drei Prozent erhöht worden und wären sie durch weitere Steuerreformen nicht zusätzlich belastet worden.

Politiker sprechen nicht nur von sozialer Gerechtigkeit, sie praktizieren sie auch. So ist das Kindergeld eingeführt worden. Dieses wird zwar bei Hartz-IV-Empfängern, Sozialhilfeempfängern und Geringverdienern auf ihre sonstigen Einnahmen aus Sozialleistungen angerechnet, aber sie haben meist nicht soviel Kinder wie Familienministerin Ursula von der Leyen. So ist es doch sozial gerecht, ihr für ihre sieben Sprösslinge 1.188 Euro Kindergeld zuzubilligen.

Wir wollen auch nicht den Beamten mißgönnen, daß sie einen sicheren Arbeitsplatz haben, gut verdienen und automatisch bei der Heirat einen Zuschlag auf ihre Bezüge und für jedes Kind noch zusätzlich erhalten. Wir wissen schließlich, welche Verantwortung sie für uns Bürger tagtäglich tragen. Deshalb ist es wohl sozial gerecht, wenn sie ihre Pension nach der Höhe ihres letzten Gehalts berechnet erhalten, obwohl sie dafür fast nichts in eine Pensionskasse eingezahlt haben. Wir sonstigen Bürger erhalten dagegen eine Rente nach dem Durchschnittsgehalt der Arbeitsjahre und den Beiträgen, die wir selbst in die Rentenkasse eingezahlt haben. Verdrängen wir mal, daß die Kohl-Regierung aus unseren Einzahlungen Bevölkerungsgruppen, die nie etwas eingezahlt haben, daraus bedient hat.

So konnten 2006 im Durchschnitt nur 790 Euro an einen West-Rentner und 836 Euro an einen Ost-Rentner gezahlt werden. Die durchschnittlichen Versorgungsbezüge bei der öffentlichen Hand lagen bei 2.300 Euro. Selbst wenn man diese Bezüge mit einer Standardrente vergleicht, die jemand erhält, der 45 Jahre einen Durchschnittsbeitrag eingezahlt hat, und dadurch 1.176 Euro erhält, ist der Unterschied zu den Beamtenbezügen 95,6 %. Die Kluft wird größer werden. Der Unterschied wird 218 auf 125 % erhöhen, wenn es keine Reform gibt (Prof. Winfried Fuest, Köln lt. Initiative Soziale Marktwirtschaft Köln 27.724.11). Aber die Bundesregierung wird der sozialen Gerechtigkeit Genüge tun. Die Rentner sollen 2008 ihren Anteil am Aufschwung erhalten. Sie dürfen Mitte des Jahres mit einer Erhöhung von einem Prozent rechnen. Leider wird die Inflationsrate höher sein. Daß soziale Gerechtigkeit kein Schlagwort bleibt, wünscht Ihr

Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 01. Dezember 2007

Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus (Copyright: Dr. Horst Kerlikowsky): ETAGE Media Selection. Als Leser vom "PR-Journal"/"agenturcafé" können Sie kostenlos zum Kennenlernen drei Ausgaben von ETAGE MediaSelection über die E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. direkt formlos bestellen. Weitere Infos über ETAGE Publikationen und Kunst; Berlin, Telefon: (030) 3 27 52 10 oder (089) 39 02 12; Telefax: (030) 3 27 53 67; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

In dieser Woche außerdem in "Etage Media Selection":

Transrapid: Der Magnetschwebezug darf wegen der Lärmbelästigung in China nachts nur mit verringerter Geschwindigkeit fahren. Der Bau einer Transrapidstrecke in München wackelt.

Soziale Gerechtigkeit: Arbeitnehmer sollen an dem Aufschwung einen sozial gerechten Anteil haben. Sie hätten ihn bereits, gäbe es nicht die Steuererhöhungen in diesem Jahr

Zeitgenössische Kunst: Trotz der Finanzmarktkrise gab es bei Versteigerungen in New York Umsatzrekorde. Impressionisten waren weniger begehrt.

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