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Kerlikowskys Kommentar über... besondere Streikverhältnisse in Berlin
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. März 2008 um 23:00 Uhr Sonntag, den 09. März 2008 um 02:09 Uhr
Guten Tag! Der Eröffnungsabend der ITB Berlin, der weltweit größten Messe für Touristik, war ein Ausflug in die Unbeschwertheit der Karibik. Die Dominikanische Republik, in diesem Jahr Partnerland, präsentierte eine Show mit viel Musik, Tänzern und Video-Clips, die das graue Winterwetter vergessen ließen. Dennoch war die Stimmung getrübt; denn ab drei Uhr nachts war ein Streik der Angestellten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) angesagt. U- und Straßenbahnen sowie Busse sollen 10 Tage nicht fahren. Wirtschaftsminister Michael Glos, der die Messe eröffnete, wie der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Touristikwirtchaft, Klaus Laepple, erinnerten daran, wie vor nicht einmal zwei Jahren Deutschland vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Slogan „zu Gast bei Freunden“ Sympathien gewonnen hatte.
Streiks, die nicht nur den öffentlichen Nahverkehr betreffen, sondern auch den Flugverkehr dürften bei den ausländischen Besuchern nicht gerade Sympathien für das Reiseland und den Wirtschaftsstandort Deutschland wecken. Verhängnisvoll ist, daß die Streiks zur Zeit von zwei Weltmessen stattfinden, eben der ITB und der CeBIT in Hannover.
Die Streiks finden immer noch viel Sympathien in der Bevölkerung, weil für die meisten Familien durch die Inflation, Steuer- und sonstige Abgabenerhöhungen der finanzielle Spielraum kleiner geworden ist und der Graben zwischen Arm und Reich immer tiefer wird. Allerdings realisieren immer mehr, daß die Streikenden privilegierte Arbeitnehmer sind; denn sie sind im öffentlichen Dienst und damit in der Regel unkündbar.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die dem Land Berlin gehören, gewähren ihren Mitarbeitern bis 2020 Kündigungsschutz. Bis dahin läßt der Berliner Senat keine private Konkurrenz zu. Die Beschäftigten mit sicherem Arbeitsplatz verdienen nicht nur verhältnismäßig viel Geld, sondern erhalten Zusatzleistungen, von denen man in der Privatwirtschaft nur träumen kann. Einige Mitarbeiter erhalten Betriebsrenten bis zu 90 Prozent ihres letzten Gehalts. Bezahlen müssen es die Fahrgäste, die zum größten Teil weniger Geld als die BVG-Mitarbeiter haben.
In Berlin können Fahrgäste teilweise einen Notdienst von über 100 privaten Bussen nutzen und auf die S-Bahn auseichen. Falls nächste Woche die Lokführer der Bahn streiken, stehen auch die S-Bahnen still. Der Schaden für Deutschland, und zwar nicht nur für das Image, dürfte immens sein. Daß auch bei den Streikendnen und den Anstiftern in den Gewerkschaften wieder ein Verantwortungsgefühl für die Wirtschaftsentwicklung wach wird, das wünscht uns allen Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 07. März 2008
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