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Kerlikowskys Kommentar über ... den Fall Zumwinkel
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Februar 2009 um 14:42 Uhr Montag, den 02. Februar 2009 um 20:47 Uhr
Guten Tag! „Zumwinkels Kampf um die Reputation“, überschrieb die FAZ einen Bericht, nachdem der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung und zur Zahlung einer Million Euro an die Staatskasse und gemeinnützige Organisationen verurteilt worden war. Der Vorsitzende Richter rechnete ihm positiv an, daß er nichts beschönigt habe und eine „außergewöhnlich erfolgreiche Karriere hinter sich habe“ Er erwähnte nicht, daß Klaus Zumwinkel nicht nur 970.000 Euro hinterzogen hat, sondern weitere 2,9 Millionen Euro, die durch einen Fehler der Gerichtsgeschäftsstelle in die Verjährung gefallen waren.
Zumwinkels Verteidiger hatte nicht vergessen darauf hinzuweisen, daß Zumwinkel viel mehr Steuern bezahlt habe als hinterzogen. Auch habe er bei der Privatisierung der Bundespost doch 500 000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten. Leider vergaß er zu sagen, daß dieses nur durch Steuergelder möglich war. Er vergaß auch zu sagen, daß die Expansionsgelüste von Zumwinkel der Deutschen Post Milliarden Euro Verluste gebracht haben. Und er vergaß auch zu sagen, daß sein Mandant einige Tausend Arbeitsplätze vorsätzlich vernichtet hat, indem er auf Grund seiner politischen Kontakte, vor allem zu SPD-Leuten wie Arbeitsminister Olaf Scholz, es fertig gebracht hat, einen Mindestlohn durchzusetzen. Den konnten private Anbieter von Postdienstleistungen nicht zahlen, weil sie, im Gegensatz zur Deutschen Post, zusätzlich noch 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen müssen. Die privaten Konkurrenten mußten in Folge nicht nur Mitarbeiter entlassen, sondern viele Betriebe sind in die Insolvenz getrieben worden. Aber Richter lesen anscheinend keine Zeitungen oder Zeitschriften und sehen auch keine Sendungen im Fernsehen, in denen wochenlang darüber berichtet wurde.
Das Vernichten von Konkurrenzfirmen auf unlautere Weise scheint weder Zumwinkel, Richter noch Journalisten zum Nachdenken zu bringen. Viele Bürger, vor allem auch Angestellte der Deutschen Post, sehen das anders. Sie haben auch kein Verständnis dafür, daß Zumwinkel jährlich über eine Million Euro Pension bezieht. Es scheint eben doch eine Klassenjustiz zu geben.
Ihr
Horst Kerlikowsky
Berlin, 29. Januar 2009
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