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FAZ will künftig Verlags-Sonderveröffentlichungen kennzeichnen

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Stellungnahme der FAZ vom 13. Mai zum Kommentar
"Organisiert FAZ Koppelgeschäfte Redaktion für Anzeigen?"
vom 11. Mai 2009 im "PR-Journal":

"Wir weisen diesen Vorwurf mit aller Entschiedenheit zurück, weil er sachlich unbegründet ist.

Zu Sache selbst: Uns wird von Sascha Stoltenow, Wiesbaden, vorgeworfen, am 9. Mai 2009 (Seite 7) und am 10. Mai 2009 unter der Anzeigenrubrik "Unterricht/Weiterbildung/Seminare" Redaktion "verkauft zu haben". Es handelt sich dabei um die Folge Nr. 355 von "Qualifikation & Erfolg", die seit vielen Jahren 14-tägig in der FAZ/FAS erscheint. Die Anzeigen-Sonderveröffentlichung hat in dieser Ausgabe über den PR-Beruf berichtet. Hier wurde u.a. die PR-Akademie Rhein-Main/Communication College textlich schwerpunktmäßig vorgestellt. Der Autor dieser Artikelserie Dr. Hans-Henning Kappel von der Johann-Wolfgang-Goethe Universität ist innerhalb des optisch abgegrenzten Anzeigenartikels klar und deutlich als Autor der Artikelserie erkennbar. Neben einer postalischen Anschrift sind auch Telefon, Telefax und Email-Adresse von ihm aufgeführt.

Damit wird dem Leser unmissverständlich klar, dass es sich hier nicht um einen FAZ-Redakteur handelt. Auch die Optik dieser Veröffentlichungsreihe "Qualifikation & Erfolg" unterscheidet sich deutlich von Redaktionsteil hinsichtlich des Umbruches und der Typographie.

Stoltenow zitiert im einzelnen aus einem Brief vom 11.5.09 des verantwortlichen freien Mitarbeiters für dieses Artikelserie Kappel an ihn: "… bei dem ich auf Informationen angewiesen bin, weil ich beruflich damit so gut wie nichts zu tun habe. Aus diesem Grund wandte ich mich an die Auftraggeber mit der Bitte, mir Informationen, Texte etc. zukommen zu lassen. Dies ist dann auch in der Form geschehen, dass mir zur Veröffentlichung vorgesehene Pressetexte der PR-Akademie Rhein-Main zur Verfügung gestellt wurden. Diese habe ich dann auch so verwendet." Aus diesem Satz leitet Stoltenow nun den unhaltbaren Vorwurf des „gekauften Journalismus“ ab.

Nach einem klärenden Gespräch von Dr. Kappel mit dem FAZ-Anzeigenbereich hat dieser bestätigt, dass das vorgenannte Zitat richtig sei. Allerdings habe er in keiner Weise zum Ausdruck bringen wollen, dass die Anzeigenabteilung der FAZ ihm Texte zur Verfügung gestellt habe, geschweige denn, ihn angewiesen habe, diese Textbausteine und insbesondere einen Text über die PR-Akademie Rhein-Main zu veröffentlichen.

Was bei dieser Artikelreihe "Qualifikation & Erfolg" sicherlich letztlich für die Klarheit gesorgt hätte, ist das fehlende Wort  einer "Anzeigen-Sonderveröffentlichung" über der Seite. Diesen Hinweis wird es im Sinne der bei der FAZ praktizierten strikten Trennung zwischen Redaktions- und Anzeigenteil ab sofort geben.

Der von uns beauftragte Autor Dr. Kappel hat sich für sein Vorpreschen mit seiner mit uns in der Sache nicht abgestimmten Stellungnahme entschuldigt, die leider in der Veröffentlichung von Pfeffers PR-Newsletter Nr. 200 vom 12.05.2009 zu unzutreffenden Bewertungen führte."

Mit freundlichen Grüßen
Josef Krieg
Leiter Unternehmenskommunikation
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main, den 13. Mai 2009.

Kommentare (3)Add Comment
und nun
geschrieben von PR Kommentar , Mai 13, 2009
... das ganze war mal wieder heisse Luft. schaden für die branche, privatfehde eines gefeuerten pr-beraters.
naja
geschrieben von XY , Mai 14, 2009
Einerseits ja: Es gibt echt Wichtigeres. Man muss erst mal die Zeit haben, sich mit sowas zu beschäftigen. Andererseits: Dass die FAZ von Anzeigenkunden "zur Verfügung gestellte Pressetexte" einfach abdruckt, entspricht wohl kaum dem Anspruch einer Qualitätszeitung. Insofern: Kein Aufreger, aber ein Armutszeugnis für die FAZ.
Da fehlt der Faz wohl der Mut - oder das Verständnis
geschrieben von jens voshage , Mai 14, 2009
Die Faz hat klar und eindeutig gegen die Vorgabe verstoßen, dass Werbung als solche erkennbar und im Zweifelsfall zu kennzeichnen ist. Da kann das Herumgeeiere mit Sätzen wie "Damit wird dem Leser unmissverständlich klar, dass es sich hier nicht um einen FAZ-Redakteur handelt." nicht drüber hinwegtäuschen.
Sollte der Verlag die journalistischen Grundsätze wirklich noch als wichtig erachten, wäre ein klares Bekenntnis, einen Fehler gemacht zu haben, der einzig richtige Weg gewesen.
Ich hoffe, der Presserat und auch die zuständigen DPRG-Institutionen kommen zu dem Ergebnis, dass das Verhalten der Faz zu rügen ist.
Jens Voshage

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